
Noch wissen wir nicht, ob es ein Staatsstreich ist, oder wenn, ob er gelingt. Aber das anglophone Sprichwort von der Ente, die man für eine solche halten darf, wenn sie artgemäss läuft, schwimmt und quakt, weist uns deutlich auf die Möglichkeit hin. Im Augenblick werden Reisende aus angeblichen Terrornationen (definiert durch präsidentialen Erlass, ohne Reaktion des Parlaments) an US-Flughäfen vom Grenzschutz festgehalten, selbst wenn sie die US-Staatsbürgerschaft besitzen, und obwohl inzwischen vier Gerichtsurteile das verbieten. Die Anwälte der Internierten werden davon abgehalten, mit ihren Klienten zu sprechen und die Verantwortlichen der Grenzbehörden weigern sich, mit Mitgliedern des Parlaments zu sprechen. Währenddessen gibt der rechtsradikale ehemalige Goldman-Sachs-Mitarbeiter und Breitbart-Chef Steve Bannon im National Security Council die Befehle, obwohl er diesen Posten ohne vorgeschriebene Zustimmung des Senats eingenommen hat, während die Chefs der bisherigen Sicherheitsbehörden aus den Sitzungen des Council ausgeladen wurden. Warum wehrt sich das Parlament nicht gegen seine Entmachtung und die Auflösung von verfassungsgemässen Rechten? Weil es, egal ob Trump Präsident bleibt oder nach kommenden, unausweichlichen, irrationalen Anfällen durch Pence ersetzt wird, einen Machtgewinn für die antidemokratischen Kräfte im Land bedeutet. Die Patrizierklasse der USA gewinnt dabei auf jeden Fall. Ich wünsche den Bewohnern der USA viel Glück. Das Bild ist aus der Amazon-Serie „The Man In The High Castle“ nach einem Roman von Phil K. Dick.