A new world

Die NASA veröffentlichte Anfang Dezember 23 dieses Bild eines fernen, blauen Planeten. Deutlich erkennbar sind Kontinente, Wolken, Atmosphäre. Unglücklicherweise, und das wissen wir, weil wir es mit einer gelandeten Sonde gemessen haben, beträgt die Temperatur auf der Oberfläche minus 180 Grad Celsius. Gefrorenes Wasser ist dort so hart wie Granit, die Atmosphäre besteht fast ausschliesslich aus Stickstoff, die Seen oder Meere aus flüssigem Methan. Der Planet, oder besser der Mond, heisst Titan, ist etwas grösser als der Erdmond oder der Merkur, und umkreist den Ringplaneten Saturn. Dorthin auszuwandern wäre eine extrem schlechte Idee.

Glücklicherweise uns noch ein weiterer blauer Planet bekannt, mit einer Durchschnittstemperatur in Bodennähe von plus 15 Grad Celsius. Sowohl Wasser als auch Sauerstoff sind reichlich vorhanden und ermöglichen die Existenz zahlreicher Lebensformen. Unglücklicherweise, und das wissen wir, weil wir über 200 Jahre hinweg exakte Messungen von Temperaturen und Zusammensetzung der Atmosphäre besitzen, steigt der Anteil von Kohlendioxid aus Verbrennung kontinuierlich an, er liegt derzeit etwa 50% über dem Wert von vor 200 Jahren, so dass ein deutlicher Treibhauseffekt entsteht. Dieser wird durch Methan aus der Erdgasförderung und Nutztierhaltung (vor allem Rinder) verstärkt, so dass man davon ausgehen kann, dass die Erwärmung der Atmosphäre in den nächsten Jahren noch schneller vor sich gehen wird. Die Erhitzung der Atmosphäre dürfte erst zum Stillstand kommen, wenn Leben auf Kohlenwasserstoffbasis unmöglich geworden ist. Der Planet heisst in unserer Sprache Erde, unsere Spezies hat sich in den letzten zwei Millionen Jahren hier entwickelt – allerdings mit einer ungewissen Zukunft, weil die Bewohnbarkeit der Erde in wenigen hundert Jahren beendet sein wird. Auch das klingt wie eine extrem schlechte Idee.

Glücklicherweise haben die Bewohner des Planeten Erde Technologien entwickelt, die nahezu unbegrenzte Energieerzeugung ohne Verbrennung möglich machen: Aus Sonne, Wind und Gezeiten erzeugte Elektrizität hat nicht die klimatischen Nachteile der Verbrennung, so dass ein Weiterbestehen unserer Spezies garantiert ist. Wenn wir diese modernen Technologien sofort und ohne Zögern einsetzen. Das liegt jetzt an uns.

pic: W. M. Keck Observatory/Judy Schmidt pd

Oceangate, Titanic und die Juden

Aus unserer beliebten (wenn auch anstrengenden) Reihe „Wie Bescheuert Kann Man Eigentlich Sein?“: Der US-Verschwörungspropagandist Stew Peters verbreitet aktuell in seinen eigenen Podcasts und auf der Rechtsaussen-Plattform Twitter, dass das Scheitern der Oceangate Titan Tauchfahrt kein Zufall gewesen sei, sondern bewusst herbeigeführt, um Neugierige von weiteren Tauchfahrten zur Titanic abzubringen. Dort, so der schon länger verwirrt wirkende Peters, würde man ansonsten nämlich entdecken, dass der gesunkene Luxusliner keinesfalls einem Eisberg, sondern – jetzt kommts – den geheimen Aktivitäten der Familie Rothschild zum Opfer gefallen wäre. Die damit schlimme globale Finanzdings… omfg. Antisemitismus kommt bei Q-Anon-Gläubigen, Flat-Earthern, Mondlandungskritikern, Chemtrailswarnern und Coronaleugnern anscheinend nie aus der Mode. Ja, ich bin dafür, Nazi-Scheisse dieser Grössenordnung nachhaltig zu bestrafen. Gerne auch global. Herrn Peters möchte ich zudem ermuntern, den nächsten Milliardärsausflug in den Marianengraben oder zur Mondrückseite mit Xbox-Gamepadsteuerung mitzumachen. Wegen der Wahrheit natürlich. via mediamatters pic cc by nc sa

Sonnenuntergang hinter dem Titan

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Der Saturnmond Titan von seiner Nachtseite aus fotografiert, so dass die Sonne ringsum durch seine Atmosphäre funkelt. Im Hintergrund einige Saturnringe. Die Cassini-Sonde, der wir diese Bilder verdanken, ist vor über 16 Jahren von Cape Canaveral aus gestartet worden und liefert nach wie vor atemberaubende Fotos wie dieses. „Sonnenuntergang hinter dem Titan“ weiterlesen

Saturnmond Titan jetzt mit Elektrizität

Wir wissen alle, was das bedeutet. Juan Antonio Morente von der Universität von Granada in Spanien fasste die Ergebnisse seiner Forschungsgruppe zusammen, man habe unwiderlegbare Beweise für die Existenz von Elektrizität auf dem Titan. Der einzige Mond mit eigener Atmosphäre in unserem Solarsystem und immerhin grösser als der Planet Merkur (aber deutlich kleiner als die Erde) zeigt damit eine weitere Grundvoraussetzung für die „Saturnmond Titan jetzt mit Elektrizität“ weiterlesen