Das Ende der Social Media

James O’Sullivan, Dozent an der University of Cork, Ireland, argumentiert in einer aktuellen Veröffentlichung im Noema Magazine, dass den Social Media Plattformen ein baldiges Ende bevorstünde. Und zwar wegen der Überflutung mit Werbung und KI-erzeugtem (ich sage hier noch einmal dazu, dass „KI“, „künstliche Intelligenz“ ein Euphemismus für Raubkopiersoftware ist), bedeutungslosem Inhalt. Die Social Media Plattformen werden durch das Geschäftsmodell ihrer Besitzer und Betreiber zusehends unbenutzbar. Weil sie ihre ursprüngliche Funktion verlieren, ein soziales Netz zwischen Menschen zu bilden. Deswegen, so O’Sullivan, wird sich das weltweite Web weiterentwickeln und eine Vielzahl an Microcommunities bilden. Substack- und Patreon-Follower. Blogs. Private Chaträume. Und immer dann, wenn diese vom „AI-Slop“, den unansehnlichen Kopien wirklichen Lebens, überrollt werden, sterben diese Plattformen und werden durch neue, kleinere, mit wirklichen, von Menschen gemachten Inhalten ersetzt. Tatsächlich stürzen die Nutzerzahlen aller sozialen Plattformen ab – ob das zum (wünschenswerten) Tod von Facebook, Xitter, Instagram, etc führt, bleibt abzuwarten. Aber es gibt Hoffnung. pic via rawpixel

Das Imperium schlägt zurück: Was Putin, Musk und Merz wirklich vorhaben

Und Höcke, Söder, Orban, bin Salman, Netanjahu… was alle diese Männer gemeinsam haben, ist die autoritäre Grundhaltung, der Wille zur Zerstörung der Demokratie. Manche sind darüberhinaus Faschisten, die bilden aber nur eine Teilmenge der Autoritären. In unserer Zivilisation gibt es zwei gegensätzliche Konzepte, die sich quer durch die Geschichte der Menschheit ständig abgewechselt haben: Zum einen das Prinzip der Gemeinschaft, in der alle Leute zunächst mal gleich viel wert sind, und in der man sich gegenseitig hilft, und zum andern das Prinzip der Ungleichheit. Hier gibt es oben und unten, also Leute, die mehr Rechte haben als andere, und dazu Feinde innerhalb und ausserhalb der Gesellschaft, die dazu dienen, das System der Ungleichheit zu stärken.

Beide Konzepte haben (subjektiv) ihre Vor- und Nachteile. In der freien Gemeinschaft fällt die vermeintliche Sicherheit weg, die ein hierarchisches Raster aus oben und unten verspricht, ebenso wie alle Aufstiegschancen durch Andienern an Mächtige. Deswegen sind auch in demokratischen Ländern rund ein Drittel aller Leute auf der Seite der Autoritären. Dazu kommen die vielen Unsicheren, Unschlüssigen, Bequemen, die sich durch Propaganda (aka Social Media) beeinflussen lassen. Dabei ist es gleich, ob die Propaganda sich gegen Klimaschutz, gegen sexuelle Freiheit, gegen Erwachsen sein als Mann, gegen moderne Energietechnik, gegen post-religiöses Leben, gegen Wissenschaft, Aufklärung und Vernunft richtet, ihr Ziel ist immer die Zerstörung einer Realität, die auf nachweisbare Fakten gegründet ist, und die Abhängigkeit von einem Führer, König oder selbsternannten Präsidenten und der uneingeschränkte Glaube an seine Worte.

Das alles – die beiden Systeme vermischen sich auch noch dauernd – wird tatsächlich noch komplizierter dadurch, dass das dunkle Imperium nicht nur Spassfiguren wie Darth Vader auffährt, sondern den religiös motivierten Kriegern in Bio-Jutebeutelbekleidung (aka Jedi) coole, finstere Gothic-Toons (aka Sith) entgegenschickt, die in puncto Style leider weit vorne liegen (Nichts gegen Bio-Jutebeutel, aber als futuristische Funktionskleidung find ich das unsexy). Aber sooo schwierig ist das ja auch nicht mehr. Jetzt, da wir drüber gesprochen haben. pic disney

Fake-News sind für Rechtspopulisten

Ein Forscherteam der University of Oxford hat mit Mitteln des Big Data die Social-Media-Inhalte zu Wahlkampfzeiten in den USA, Deutschland und anderen Ländern untersucht. In sehr einfachen Worten: Fake-News oder Junk-News, also frei erfundene Horrorgeschichten über Chemtrails, Freimaurer und ungebremste Islamisteneinwanderung werden fast ausschliesslich von Anhängern Trumps und der AfD gelesen, geliked und weiterverteilt. „Fake-News sind für Rechtspopulisten“ weiterlesen

Facebook: Anzeigen für Judenhasser

Die unabhängige, da spendenfinanzierte, investigative US-Presseagentur ProPublica hat nachgeprüft, was für Kategorien Facebook in seinen personalisierten Anzeigen anbietet. Unter anderem die Zielgruppen „Judenhasser“, „Wie man Juden verbrennt“ und „Die Geschichte der Zerstörung der Welt durch Juden“. Der schimmlige alte Nazi-Quatsch, jetzt als Social-Media-Kampagne. Nach der Veröffentlichung durch ProPublica zog der Zuckerberg-Konzern die Angebote zurück und versprach Besserung. Und jetzt? Ist Facebook jetzt böse und muss verboten/boykottiert werden? Nein. Jedenfalls auch nicht böser als irgendein anderer Konzern. Auf alle Fälle sollte man ein Ad-Blocker-Plug-In im Browser haben. Und überall sonst auch.

Facebook Advertising: Money for Nothing

Der britische Werbeindustrie-Insider Mark Duffy stellte gerade die Fakten zur Werbe­plattform Facebook zusammen. Selbst wenn man die allgemeine Schwäche der Werbewirtschaft abzieht, nämlich Verkaufsumsätze nur zu versprechen, und nicht garantieren zu können, sei Facebook hier ein besonders unzuverlässiger Partner. Nicht nur blieben die genauen Nutzerzahlen der Werbeeinblendungen auf dem Social Network Geschäftsgeheimnis des Zuckerberg-Konzerns – auch die wenigen messbaren Zahlen erwiesen sich bei Nachprüfung durch Dritte (wie zB Nielsen Ratings) als nicht haltbar. „Facebook Advertising: Money for Nothing“ weiterlesen

Tinder und der Klassenkampf in Zeiten der Informationsrevolution

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Die US-amerikanische Social Media Agentur (so nennt man das wohl dann) Virtual Dating Assistants (ViDA) engagiert und vermittelt Ghost Writer an zwischen­mensch­lich erfolglosarme, aber zahlungskräftige Männer, um deren Tinder-Profile und vor allem die nachfolgenden Message-Konversationen mit der gefragten Verve und dem Anschein von menschlicher Wärme zu versehen. Um damit ahnungslose Frauen anzugraben und den hübsch fotografierten und betexteten Pay-To-Date-Kandidaten ein zumindest erstes Treffen zu vermitteln: „Delivered On A Silver Platter“. „Tinder und der Klassenkampf in Zeiten der Informationsrevolution“ weiterlesen

Ello: Was ist das denn eigentlich?

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Es gab in den letzten Tagen ein bischen viel Gerede um ello. Eine neue Social Plattform, irgendwo zwischen Twitter und Facebook, nur unfertig. Und: Garantiert werbe- und datenverkaufsfrei. Ich hatte mich beim social media craze der 2010er bischer eher wenig beteiligt.

Ausser WordPress, das für mich ein Sprachrohr, ein unerschöpfliches Füllhorn meiner völlig subjektiven Meinung darstellt.

Dazu Facebook, das ich im November 08 ‚gejoint‘ hatte, um mit den Kollegen in Kontakt zu bleiben, die ich auf dem ersten und einzigen Treffen der World Professional Blogger-Journalist Association in Seoul (Südkorea) kennengelernt hatte, und das sich ohne mein Zutun zum lokalen Partykalender weiterentwickelt hat.

Und Twitter, das ich allerdings nur daszu nutze, um meine Piraten zu trollen, indem ich ständig über Feminismus, Sozialismus und Killerspiele rede. In 140 Zeichen.

Google+ hab ich ausgelassen, weil G schon genug über mich weiss, Tumblr, Instagram + Pinterest auch, weil ich nicht genug dirty selfies vorzuweisen habe, und App.net und Threema, weil mir ein Twitter genügt. „Ello: Was ist das denn eigentlich?“ weiterlesen

Studie: Für Teens ist Facebook tot und begraben

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Zumindest in Europa. Die Global Social Media Impact Study befragte 16 bis 18-jährige in 8 europäischen Ländern nach ihren Social Media Nutzung. Facebook, so erfuhr man, sei inzwischen ein Fall für die ältere Generation, die Jüngeren weichen nach Twitter, Instagram, WhatsApp oder Snapchat aus. Der Leiter der Studie, Professor Daniel Miller von dem University College London, nutzte zusammenfassend die bildhafte Beschreibung „tot und begraben“. „Studie: Für Teens ist Facebook tot und begraben“ weiterlesen