Ja. Natürlich ist die neue Neurosis grossartig. Viel besser als die früheren. Ich denke, es liegt daran, dass sie einen neuen Sänger haben, Aaron Turner von Isis, Sumac. Viel mehr post-metal, viel weniger macho-metal. Und trotz aller Empathie nicht so einfach orchestral wie etwa Cult of Luna. Ein Gewinn für die Gegenwartsmusik. An Undying Love For A Burning World.
Post-Metal
Sumac: Yellow Dawn

Sumac ist die aktuelle Band von Aaron Turner (Isis, Greymachine, Old Man Gloom), the healer kommt als Album im Juno, 4 Tracks auf 2 Vinyl-LPs. Da ist schon klar, wo die Reise hingeht: Post-Metal. Davon gibt es im Moment einigermassen viel, aber ich muss diesen Vorabtrack nach einigen Tagen posten. Weil er wichtig ist. Für die Entwicklung kontemporärer Gitarrenmusik. Der Track Yellow Dawn diskutiert 50 Jahre Musikgeschichte, von den psychedelic 70s bis zu den post-pandemischen, 2020er Kriegsjahren. Das Intro lässt sich tatsächlich zweieinhalb Minuten Zeit, bis die Verstärkerröhren grell aufglühen und die entschieden tiefer gestimmten Saiten einen Sound aus den Speakern jagen, wie er derartig heavy nur selten zu hören ist. Ja, die unaufhörlichen Growls am Mikrofon müsste ich auch nicht haben, aber immer noch besser als das ölige Geknödel, wie es in weiten Teilen der Rock- und Metal-Landschaft so beliebt ist. Ich bin sehr gespannt auf das Album. Ich bin sehr froh, dass Leute wie Aaron unsere Kultur, unsere Zivilisation weiterentwickeln.
Russian Circle: Conduit
Vom aktuellen Album Gnosis. Was an Russian Circles so fantastisch ist: Kein nerviger Gesang. Für Metal- und Postmetal-Bands ungewöhnlich: nur massive Riffs und Beats, keine Ablenkung vom wesentlichen durch selbstbezüglichen Ausdruckstanz am Mikrofon. via treble
Chelsea Wolfe: 16 Psyche
Vom Album Hiss Spun (September 17), wiederentdeckt in den Jahresbestlisten des griossartigen Unwinnable Magazins. Ich bin schon früher über Chelseas Veröffentlichungen gestolpert und muss mir die Sachen wohl noch genauer anhören.
Godflesh: Post Self
Die Single zum kommenden neuen Album. Warum zur Hölle klingt der Track so gut? Ich vermute mal, weil J.K.Broadrick seit 30 Jahren solche Musik produziert und deshalb weiss, wie das geht. Musikalisch ist das in erster Linie Godflesh pur. Dann aber doch nicht so wie Streetcleaner, sondern post-post-Metal und tanzbarer als je zuvor. Ja, genau, man muss ja nicht einfach unter der Welt leiden, man kann (wenn man Godflesh ist) mit seinem Distortionpedal in Braunkohlebaggergrösse durch die postindustrielle Landschaft rollen und seine Seele darauf malen. Gute Arbeit, Justin und Ben. Das Album kommt am 17. November.
Erlen Meyer: Agatha
Ich bin ziemlich glücklich darüber, dass sich im Post-Metal und Post-Rock-Bereich so viel tut. Erlen Meyer aus Limoges sind vielleicht nicht die beste Band des Genres, aber der Sound ist definitiv fett und das, dass ich mir an einem massiven Prozentsatz meiner Abende gut anhören kann.
Lazer/Wulf: The Beast of left and right
Neues Album („the beast..“) auf Retro Futurist Records. Grossartig nervöser, überwiegend instrumentaler Post-Metal aus Atlanta, Georgia. 8 USD für den download, stream natürlich umsonst, auf bandcamp, siehe unten. „Lazer/Wulf: The Beast of left and right“ weiterlesen
