Mal unter uns: Mir gehen Parteien auf die Nerven. Mir gehen diese super-umständlichen, von Ego-Problemen, verdrängten Ängsten und erstarrten Vorurteilen zersetzten Meinungsfindungsprozesse auf die Nerven. Vor allem, weil weite Teile der Gesellschaft überhaupt keine Meinungsfindung betreiben, sondern einfach Verantwortung delegieren: Die CDU versteht was von Wirtschaft, die SPD sichert unsere Arbeitsplätze, die Grünen garantieren saubere Flüsse und die AfD beschützt uns vor der osmanischen Kavallerie. Ist natürlich alles hirnrissiger Blödsinn, funktioniert aber trotzdem. Zumindest für die Leute, die sich innerhalb des politischen Systems nach oben boxen und anschliessend ihre Karriereanstrengungen durch massive Einnahmen versüssen lassen. Deswegen wollte ich im grösseren Teil meines Lebens nichts mit all dem zu tun haben. Nur, so einfach geht das auch nicht. Ich kann es nicht vor mir selbst verantworten, mich auf Dauer nicht zu engagieren. Mich mit nicht anderen zusammen zu schliessen. Die Ungerechtigkeit nicht zu bekämpfen. Also bin ich 2009 zu den Piraten gegangen und 2010 mit grosser Überwindung der Partei beigetreten. Seitdem lerne ich, wie Politik geht, vor allem, seit ich 2013 in den Bezirkstag Schwaben gewählt wurde (für Nicht-Bayern: das ist so eine Art Stadtrat für eine Region, die in meinem Fall 13 Landkreise umfasst, etwas kleiner als Thüringen ist und etwas mehr Einwohner als München oder Hamburg hat). Zu den Erkenntnissen, die ich in der praktischen politischen Arbeit gewonnen habe, gehört: Parteien sind ein irgendwie schlüssiges Konzept für diesen gesamtgesellschaftlichen Meinungsfindungs- und Entscheidungsprozess, bilden aber auch ein Hindernis. Anders gesagt: Es geht nicht um Parteien, sondern um Probleme, die gelöst werden müssen. Also habe ich diesen Standpunkt, gesellschaftliche Probleme grundsätzlich in parteiübergreifender Zusammenarbeit zu lössen, in einem Manifest zusammengefasst und auf einem neuen Blog veröffentlicht, das als programmatischen Namen eine Farbe trägt: #FF4500. Orangerot.
parteien
Die grösste Schwäche der Piraten ist ihre grösste Stärke
Ein zentrales Problem unserer parlamentarischen Demokratie ist, dass durch Gesetze zwar die Parteien als Instrumente der politischen Willensbildung installiert werden, nicht aber das Wie. Und prompt ist die politische Willensbildung innerhalb von Parteien weder durchsichtig (“transparent”) noch demokratisch. „Die grösste Schwäche der Piraten ist ihre grösste Stärke“ weiterlesen
Wahl-O-Mat 2009
Der Wahlomat zur Europawahl am 6. Juni vergleicht wieder mal deine eigenen Ansichten mit den Wahlprogrammen der Parteien. Hier ist mein Ergebnis. Ich hatte schon sowas vermutet. Wie siehts bei euch aus? (via wahlomat)

