Bemerkenswertes Live-Video vom diesjährigen Øya Festival in Oslo. Nicht genug damit, dass Chelsea Wolfe einfach eine herausragende kontemporäre Künstlerin ist, die Performance der Band gibt Hoffung darauf, dass sich im Doom-Gaze (oder wie immer man das nennen will) neues Leben entwickelt. Obwohl es ja eine ganze Reihe langsamer, tiefer gestimmter, moderner Metal-Bands aus dem Black- und Doom-Umfeld gibt, beschränken sich viele Sänger bei allem anerkennenswerten textlichen Existentialismus doch deprimierend oft auf’s Tierstimmen imitieren. Klare Frauenstimmen werden dagegen gerne mal dazu verwendet, geschmacksfernen Gothic-Kitsch zu produzieren. Zwischen diesen Antipoden gäbe es eigentlich genug kreativen Gestaltungsraum, allerdings wird dieser nur zögerlich genutzt. Um so dankbarer bin ich für die Leistung Chelseas. Ihr letztes Konzert in München (nächstliegende Grosstadt) früher in diesem Jahr habe ich verpasst, das soll mir nicht noch mal passieren.