Wieviel sind NFTs eigentlich heute wert?

Wer von euch weiss noch was NFTs sind? War ja mal ne grosse Sache. Leute sind steinreich geworden damit. Einfach das Non-fungible token (NFT) von etwas in die blockchain hängen und dann für extremes Geld verkaufen. Tolle Sache, nicht? So hat zum Beispiel das Pop-Idol Justin Bieber (bild oben) einen Bored Ape aus Yuga Labs’ Bored Ape Yacht Club für 1,3 Mio USD gekauft. Vor vier Jahren. Jetzt ist das token noch ca 12.000 USD wert. Also rund ein Tausendstel. Im Gegensatz dazu kann man im frühen 2026 demnächst weder Grafikkarten noch RAM, SSDs oder Harddisks bekommen. Sind mehr oder weniger ausverkauft, weil die AI-Konzerne immer noch grössere Datenzentren bauen. Mit geliehenem Geld. Um dann Patente zu bekommen wie Zuckerbergs Meta-Konzern, der uns eine künstliche Intelligenz anbieten will, die nach unserem Tod weiter postet. Also ob wir noch leben. Wer will das? Eine massive Umfrage unter 6000 CEOs (und anderen Executives in USA, UK, Deutschland und Australien) legt uns nahe, dass zwar praktisch alle KI verwenden, aber niemand damit Profit macht. Die tollen Einsparungen finden nicht statt. Trotzdem setzen Konzernchefs auf den aktuellen Fashiontrend, weil ja niemand zugeben will, dass man nochmal auf einen gelangweilten Affen aus einem Yacht Club reingefallen ist. Die Grössenordnung der Geldverbrennung kennen wir jetzt.

Warum KI so grossartig ist. Und warum nicht

In einem Satz: Weil der Begriff falsch ist. Was? Wie? Der Begriff ist falsch. Was wir heute „KI“ (oder „AI“) nennen, ist nichts anderes als eine weiterentwickelte Form der Suchmaschine (so wie „Google“) mit einem Programmteil, der Wahrscheinlichkeit berechnet. Also eigentlich nichts aufregendes. Du stellst dem LLM (Large Language Model) eine Frage und die Suchmaschine klaubt sich aus dem Internet eine Antwort zusammen. Nichts daran ist intelligent. Das merkt man schon daran, dass nach aktuellen Tests bis zu 45% der „KI“-Antworten Fehler enthalten. Was, so viele? Ja, weil Suchmaschinen eben nicht intelligent sind. Und nie sein werden. Deswegen ist es auch eine brandgefährliche Idee, eine „KI“ in Kampfroboter (oder eben Drohnen) einzubauen. Kann enorm schiefgehen, wird es früher oder später auch. Wofür ist diese … Nicht-KI dann gut? Na, eben als Suchmaschine. In der Lagerhaltung (Logistik). Sachen zählen. Oder in der Forschung, etwa um in kurzer Zeit Millionen von Ergebnissen zu vergleichen. Tolle Sache. Nur sollten wir aufhören, diese Programme „intelligent“ zu nennen. Sondern „weiterentwickelte Suchmaschinen“. Das wäre gut. Nachteil: Der Hype um die angebliche „KI“, die angeblich alles kann, würde zusammenbrechen, und die KI-Konzerne wie OpenAi und alle anderen würden Pleite gehen, was die Weltwirtschaft (vor allem die der USA) in ein tieferes Loch stürzen würde als bei Y2K und Subprime zusammen. Nicht auszudenken. Noch mehr Austerität, noch mehr Flucht der einfachen Leute in autoritäre (rechtsextreme) Heilsversprechen. Und nicht einmal Arnie Schwarzenegger kann uns da raushelfen. Können nur wir. Aber das wisst ihr ja schon. pic ex machina

Künstliche Intelligenz: Ja oder Nein?

Meine bevorzugte Suchmaschine DuckDuckGo hat seine Nutzer:innen befragt, ob sie die sogenannte Künstliche Intelligenz (AI) verwenden möchten oder nicht. Das Ergebnis ist eindeutig. Wozu auch. Diese Art von Computerprogrammen ist weniger intelligent als eine Stubenfliege und nur dafür gebaut, um alles, was sich im Internet befindet, zu kopieren (a.k.a. raubkopieren) und anschliessend zu raten, welche der kopierten Teile zusammenpassen könnten. Und das mit einem gigantischen technischen Aufwand und Ressourcenverbrauch. Warum macht „man“ das dann mit der KI? Weil die Vorstellung so unwiderstehlich ist, alle Informationsverarbeitung (Medien, Kultur, Wissenschaft) von einigen wenigen Maschinen machen zu lassen, die einigen wenigen Menschen gehören. Und alle anderen haben verloren. Unwiderstehlich ist diese Vorstellung natürlich nur für diese wenigen Menschen, nicht für uns andere.

Das Ende der Social Media

James O’Sullivan, Dozent an der University of Cork, Ireland, argumentiert in einer aktuellen Veröffentlichung im Noema Magazine, dass den Social Media Plattformen ein baldiges Ende bevorstünde. Und zwar wegen der Überflutung mit Werbung und KI-erzeugtem (ich sage hier noch einmal dazu, dass „KI“, „künstliche Intelligenz“ ein Euphemismus für Raubkopiersoftware ist), bedeutungslosem Inhalt. Die Social Media Plattformen werden durch das Geschäftsmodell ihrer Besitzer und Betreiber zusehends unbenutzbar. Weil sie ihre ursprüngliche Funktion verlieren, ein soziales Netz zwischen Menschen zu bilden. Deswegen, so O’Sullivan, wird sich das weltweite Web weiterentwickeln und eine Vielzahl an Microcommunities bilden. Substack- und Patreon-Follower. Blogs. Private Chaträume. Und immer dann, wenn diese vom „AI-Slop“, den unansehnlichen Kopien wirklichen Lebens, überrollt werden, sterben diese Plattformen und werden durch neue, kleinere, mit wirklichen, von Menschen gemachten Inhalten ersetzt. Tatsächlich stürzen die Nutzerzahlen aller sozialen Plattformen ab – ob das zum (wünschenswerten) Tod von Facebook, Xitter, Instagram, etc führt, bleibt abzuwarten. Aber es gibt Hoffnung. pic via rawpixel

Was KI heute kann, und was nicht

Eins vorneweg: Der Begriff „künstliche Intelligenz“ (KI) oder artificial intelligence (AI) ist irreführend und falsch. LLMs (large language models) und neuronale Netze sind mehr so etwas wie Raubkopiersoftware in militärischer Grössenordnung. Entsprechend hat der US-Programmierer Robert Caruso ChatGPT gegen einen Atari 2600 (Baujahr 1979) Schach spielen lassen. Wer gewinnt haushoch? Natürlich die Grossmutter aller Spielkonsolen. Die gerne herumfantasierende Textsoftware von OpenAI müsste wahrscheinlich erst eine Million Schachspiele beobachten, bevor das mit dem Spiel der Könige klappt. Was lernende Computersoftware („KI“) dagegen schon ganz gut hinkriegt, ist Federball spielen, wie uns Yuntao Ma vom Robotic Systems Lab der ETH Zürich im Video unten zeigt. Ja. Schön. Aber mir wäre ein Robot, der meine Wohnung aufräumt und das Bad putzt, lieber.

WordPress-Blogs ohne Midjourney, ChatGPT & Co

Soll dein Blog benutzt werden, um kommerzielle KI (AI) zu trainieren? Nein, oder? Der Entwickler von WordPress, Automattic, hat Deals mit KI-Firmen für WordPress und Tumblr geschlossen. Aber du hast eine Opt Out Möglichkeit: Einstellungen > Allgemein > Privatsphäre > Häkchen bei „Prevent third party sharing“ setzen. Natürlich lassen die Entwickler von Midjourney, ChatGPT und anderer „KI“-Software (die ja gar nicht intelligent sondern, sondern nur sehr gut im Kopieren) trotzdem Webcrawler laufen, um das Internet als Ganzes zu vermarkten. Aber dann eben unsortiert und damit weniger wert.

Es hat angefangen: Wie KI Menschen tötet

Es hat begonnen. Die sogenannte Künstliche Intelligenz (die gar nicht intelligent ist) bringt Leute um. Allerdings nicht spektakulär mit Maschinengewehren, sondern mit lebensgefährlichen Fehlinformationen. Noch genauer gesagt: Nicht die Sprachkopierprogramme (Large Language Models) tun das, sondern Leute, die sich von ChatGPT und ähnlicher Software Koch- und Pilzbücher schreiben lassen, und dann die Texte nicht auf Fehler kontrollieren, sondern über Amazon vertreiben (wo sie ebenfalls nicht geprüft werden). So dass giftige Pilze im Kochtopf landen. Auch die Autorenprofile sind künstlich, einschliesslich erfundener wissenschaftlicher Biografie und generiertem Portrait. In anderen Büchern empfiehlt die KI giftige Zutaten für Kochrezepte. Allerdings steckt da kein finsterer Plan dahinter sondern nur fehlerhafte Computerprogramme und gewissenlose Geschäftemacher, also die Auswirkungen des Spätkapitalismus. Aber, Hand aufs Herz: Wenn ich in der Überschrift schreibe „Wie der Kapitalismus Menschen tötet“, dann lest ihr den Beitrag erst garnicht. Weil wir alle vom Kapitalismus, dieser Perversion der Idee einer freien Wirtschaft, schon längst die Nase gestrichen voll haben. Eigentlich höchste Zeit, dass wir diese Perversion loswerden. Nicht nur die von unzuverlässigen Computern erfundenen Pilzbücher. pic Tony Wills cc by sa