Oceangate, Titanic und die Juden

Aus unserer beliebten (wenn auch anstrengenden) Reihe „Wie Bescheuert Kann Man Eigentlich Sein?“: Der US-Verschwörungspropagandist Stew Peters verbreitet aktuell in seinen eigenen Podcasts und auf der Rechtsaussen-Plattform Twitter, dass das Scheitern der Oceangate Titan Tauchfahrt kein Zufall gewesen sei, sondern bewusst herbeigeführt, um Neugierige von weiteren Tauchfahrten zur Titanic abzubringen. Dort, so der schon länger verwirrt wirkende Peters, würde man ansonsten nämlich entdecken, dass der gesunkene Luxusliner keinesfalls einem Eisberg, sondern – jetzt kommts – den geheimen Aktivitäten der Familie Rothschild zum Opfer gefallen wäre. Die damit schlimme globale Finanzdings… omfg. Antisemitismus kommt bei Q-Anon-Gläubigen, Flat-Earthern, Mondlandungskritikern, Chemtrailswarnern und Coronaleugnern anscheinend nie aus der Mode. Ja, ich bin dafür, Nazi-Scheisse dieser Grössenordnung nachhaltig zu bestrafen. Gerne auch global. Herrn Peters möchte ich zudem ermuntern, den nächsten Milliardärsausflug in den Marianengraben oder zur Mondrückseite mit Xbox-Gamepadsteuerung mitzumachen. Wegen der Wahrheit natürlich. via mediamatters pic cc by nc sa

Was Deutschland der Ukraine schuldet

Deutschland schuldet, in sehr kurzen Worten, der Ukraine eine Million ermordete Juden und Jüdinnen, und mehrere Millionen tote nichtjüdische Bevölkerung. Ja, in der braunen Zeit. In der Kaiserzeit weniger, aber mehr als Null. Als Rechtsnachfolgerin der früheren Deutschlande kann die Bundesrepublik folgendes tun: Gebt der Ukraine einfach alle Leopards, und die sonstige Todesausrüstung unserer ansonsten nutzlosen Bundeswehr. Das Zeug wird dort dringender gebraucht als in deutschen Kasernen mit ihren fest installierten Militärmanagementproblemen. Einfach alles. Die Tornados und Typhoons auch. Wäre eine korrekte Reaktion. pic Visual Information Specialist Markus Rauchenberger, US Army, pd

Facebook: Irgendwas mit Juden geht immer

Nein, wir hatten nicht angenommen, dass turbokapitalistische Megakonzerne wie Facebook vor irgendwas (wie in: absolut auch nur irgendwas) zurückschrecken, um weiter am exponentiellen Profitwachstum zu werken. Aber schön ist es trotzdem nicht, wenn man dabei zuschaut. So im konkreten Fall, als der Zuckerberg-Konzern flotte Gewinne mit Hasskampagnen anlässlich der letzten paar US-Wahlen (und nicht nur dort) einfuhr, Millionen von Nutzerdaten direkt dem republikanischen Wahlkampfteam zur Verfügung stellte und die Kritik daran (Kritik wie in: Befragung durch einen Untersuchungsausschuss) abzuwehren versuchte, dass man eine Werbeagentur aus dem republikanischen Umfeld beauftragte. Diese sollte jede Kritik am Vorgehen Facebooks als Verschwörung darstellen, die von George Soros (pic oben) finanziert würde, dem Lieblingsfeind der weltweiten Rechtsextremisten. „Facebook: Irgendwas mit Juden geht immer“ weiterlesen

Resistance Radio und Judendeportation

„The Man In The High Castle“ ist einerseits ein ziemlich cooles Buch vom SciFi-Altmeister Phil K. Dick (dt: „Der Alte vom Berge“), in welchem grosse existentielle Fragen anhand der Situation diskutiert werden, dass die USA den zweiten Weltkrieg verloren hätten. Der Osten vom Atlantik bis zu den Rockys ist im Buch also Nazi-Amerika, der Westen vom Pazifik bis zu den Bergen untersteht dem Tenno. „Resistance Radio und Judendeportation“ weiterlesen

Helen Thomas: Offene Worte über die Juden und Palästina

Die bekannte Journalistin Helen Thomas wird in 2 Monaten 90, arbeitete aber bis gestern für den Hearst News Service und berichtete aus dem Weissen Haus in Washington. Das tut sie jetzt nicht mehr, weil alle auf sie sauer sind. Helen (..wenn ich Sie so nennen darf, Mrs. Thomas…) hat nämlich in der vergangenen Woche politisch unkorrekterweise gegenüber Rabbi David Nesenoff auf einem Empfang im Weissen Haus geäussert, die Juden sollten, zur Hölle nochmal, machen, dass sie aus Palästina rauskommen, und nach Deutschland und Polen zurückkehren. Oder nach Amerika, oder wo sie sonst herkämen, wie sie hinzufügte. „Helen Thomas: Offene Worte über die Juden und Palästina“ weiterlesen

Manager heute genau so schlecht dran wie Juden in den Dreissigern

Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans Werner Sinn, sagte in einem Interview mit dem Tagesspiegel gestern: „In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken. Auch in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wollte niemand an einen anonymen Systemfehler glauben. Damals hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager.“ Das ist also das Selbstverständnis „Manager heute genau so schlecht dran wie Juden in den Dreissigern“ weiterlesen