Ex oriente lux, nicht wahr? Über Dekaden galt Japan als ein Land, das einfach alles nachmacht, was aus dem „Westen“ kommt. Das Klischee funktioniert schon lange nicht mehr. Im Gegenteil: Die Integrationsfähigkeit japanischer Künster:innen trampelt ganze westliche Metropolen nieder. Bildlich gesprochen. Was Hanabie (oben) aus einer musikalisch zweifelhaften NuMetal-Grundlage zaubern, verdient Respekt. Und wenn Babymetal (unten) seit 10 Jahren Metal in Kawaii-Zuckerguss tauchen und selbst unsägliche Rammstein-Für-Neunjährige-Bands wie die deutschen Electric Callboys in einen Anime-Mashup verwickeln, sollten keine Zweifel mehr bleiben.
Versteht mich richtig: Ich höre selten bis nie die obengenannten Bands, und meine eigene Band klingt auch ganz anders, aber ich muss anerkennen, dass hier eine epische kulturelle Gestaltungskraft um die Erde rollt. Kultur ist ja nicht wirklich, etwas zu machen, was schon alle kennen, sondern das zu nehmen, was existiert, es neu zu arrangieren und damit die Gegenwart auszudrücken. Und das tun sowohl Hanabie als auch Babymetal ganz hervorragend. Ob uns das jetzt gefällt oder nicht.
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