11.200 m/s ist die Geschwindigkeit, die man braucht, um die Erde zu verlassen. Eine gute Metapher für "über den Tellerrand". Oder für "eine von den über 8 Millarden subjektiven Sichtweisen".
Der Virologe Chris Buck vom National Cancer Institute (NCI) in Maryland hat einen Weg gefunden, wie er Impfstoffe in Bier unterbringen kann. In der Bierhefe. Gegen Polyomaviren. Das Verfahren lässt sich aber bestimmt auch auf andere Viren ausweiten. Eine Horrorvorstellung für Impfgegner, nicht wahr?. Allerdings hofft Buck, dass mit seiner Methode mehr Menschen vor Krankheiten geschützt werden können als bisher. pic Felix cc by nc sa
Durch die enormen Fortschritte bei der Entwicklung von mRNA-Impfstoffen während der Covid19-Pandemie sind auch weitere Mittel gegen verbreitete tödliche Krankheiten in Reichweite: Der deutsche Impfstoff-Enwickler BioNTech hat in sieben Ländern gleichzeitig mit klinischen Tests begonnen. Dabei werden etwa 130 Patienten mit einem mRNA-Präparat versorgt, das Lungenkrebs bekämpft, der Krebstyp mit den meisten Todesopfern weltweit (ca. 1,8 Mio jährlich). BNT116, so heisst der Stoff, versetzt das vorhandene Immunsystem in die Lage, die Krebszellen zu bekämpfen, was bislang eben nicht der Fall ist. pic National Cancer Institute cc0
Die schottischen Gesundheitsbehörden berichten, dass HPV-Impfungen bei jungen Mädchen zuverlässig späteren Gebärmutterhalskrebs verhindert, bei Geimpften trat kein einziger Fall auf. HPV (Humane Papillomviren) werden typischerweise durch Sex verbreitet und führen oft zu schweren Erkrankungen. Etwa 80% aller Menschen stecken sich im Lauf ihres Lebens mit HPV an, für Frauen stellt Gebärmutterhalskrebs die zweithäufigste Krebserkrankung dar. In Deutschland ist die wichtige Impfung auch für Jungs bis zum 18. Lebensjahr kostenlos und wird von der zuständigen Impfkommission empfohlen. Peniskarzinome sind zwar selten, aber auch die Übertragung wird durch die Impfung vermieden. Disclaimer: Meine Mutter ist vor 4 Jahren an Gebärmutterhalskrebs gestorben. Das wäre durch eine Impfung in jungen Jahren verhindert worden. pic source
Weil die Entwicklung der mRNA-Technik durch ihren erfolgreichen Einsatz gegen Covid-19 einen so grossen Schub erhalten hat, kündigen die grossen Pharmahersteller wie Biontech/Pfizer oder Moderna nun die allgemeine Verfügbarkeit von personalisierten, also für die Patienten individuell angepassten Impfstoffen gegen Krebs, Herzinfarkt, Atemwegserkrankungen für das Jahr 2030 an. Die Impfstoffe werden heute bereits klinisch getestet, wir können also davon ausgehen, dass sie in ein paar Jahren verfügbar sind. via guardian, pic Bret Kavanaugh cc0
Die Grafik stammt von ourworldindata, die Daten dafür von der US-Seuchenschutz-behörde CDC. Diese sammelt die Berichte aller Krankenhäuser, und trennt die Coronatoten zusätzlich nach Impfstatus. Das haben wir in Deutschland nicht zur Verfügung. Warum? „Danke Merkel“ bzw Danke für die Korruption (Spahn, Scheuer…) hinter der angeblichen Mutti der Nation. Aus den nation-weiten Daten der USA sehen wir allerdings, dass in der Praxis die Chance, trotz dreimaliger Impfung an Corona zu sterben, nur ein Hundertstel (oder 1%) so gross ist wie ohne Impfung. Das sind grossartige Neuigkeiten, nicht wahr? Die Hersteller hatten uns im Vorhinein nämlich nur 95% zugesagt, das wäre eine Chance von 1:20 (immernoch gut). Warum weigern sich dann ungefähr 10% der erwachsenen Bevölkerung hierzulande (in den USA sind es eher 25%), diesen weitgehenden Schutz anzunehmen?
Bin eben zurück von meiner dritten Corona-Impfung („Booster“) und fühle mich deut-lich erleichtert. Und dankbar. Ich bin so froh, dass ich in dieser Zeit lebe (trotz allem). Nachdem meine ersten beiden Shots im Sommer mit Biontech gefüllt waren, hab ich mich diesmal für Moderna entschieden (Was für ein Luxus! Ich kann auswählen!), weil Kreuzimpfungen noch ein winziges bischen besser wirken als homogene. Naja, ein bischen traurig bin ich auch, wenn ich an die Leute denke, die sich durch die laufende Propagandakampagne in den sozialen Plattformen und Teilen der Yellow Press verunsichern lassen und die Impfung verweigern. Die werden früher oder später alle angesteckt, und dann nochmal, und dann nochmal. Bis sie krank werden, oder genügend Immunität erworben haben. Aber ok, das muss jede*r selber wissen. 3-2-1-Launch. Das Gif ist von der Esa und zeigt eine Ariane.
Genauer gesagt: Für etwa zwei Drittel der Bevölkerung ist die Pandemie eigentlich vorbei. Die sind geimpft und so gut wie sicher (95%) vor dem Killervirus. Der in unserem Land seit Anfang letzten Jahres 94.628 Leute umgebracht hat. Unter diesen Glücklichen Zwei Drittel (nur wenige davon sind „Genesen“) beträgt die Inzidenz, also der 7-Tage-Durchschnittswert der Angesteckten 22,2 (in BaWü) oder 26,2 (in Bayern. Andere Bundesländer veröffentlichen keine getrennten Zahlen). Aber unter den nicht Geimpften beträgt die Ansteckungsrate 174,6 (BaWü) und 204,5 (Bayern). Wenn – im worst case – die Impfrate nicht weiter ansteigt, weil weiterhin ein Fünftel der Bevölkerung aus Angst, Faulheit, Propaganda oder Dummheit (soll jede*r selbst entscheiden) nicht zum Impfen geht, dann bleibt dieses Fünftel (27 Millionen abzüglich der rund 10 Millionen Kinder, für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt, aber dafür spezielle Formen von Covid-19, die zu jahrelangen Entzündungen führen) so lange ungeschützt, bis die ungefähr 17 Millionen infiziert wurden und entweder genesen oder krank oder tot sind. Ja, richtig, wenn die verbleibenden Ungeschützten zu schnell angesteckt werden, laufen unsere Krankenhäuser über und das Gesundheitssystem bricht zusammen (Stichwort Triage). Also muss man die Ungeimpften weiterhin von Ansteckungsorten fernhalten. Kinos, Konzerte, Theater, Fussballstadien. Die werden für sehr lange Zeit für Nicht Geimpfte geschlossen bleiben. Ok. Für alle anderen ist die Pandemie spätestens Ende des Jahres vorbei. pic Sarah Richter cc0
Die DNA-Lounge und andere Clubs in San Francisco sind bis auf weiteres nur für Geimpfte geöffnet. Der Besitzer der DNA, Jamie Zawinski war u.a. einer der Gründer von Netscape und Mozilla und begründet die Öffnungsregeln so: Die Pandemie ist nicht vorbei, aber die Impfung senkt das Risiko einer Erkrankung drastisch, und das Risiko einer Weitergabe des Virus zumindest erheblich. Wer noch nicht geimpft ist, sagt Jamie, ist selber schuld. Die wenigen, die nicht geimpft werden können weil sie zB gegen die Trägerflüssigkeit allergisch sind, müssen eben noch ein paar Monate warten, bis die Herdenimmunität erreicht ist. Das Tragen von Masken wird dringend empfohlen, weil diese ziemlich gut gegen die Virusweitergabe durch ausgeatmete Feuchtigkeit (Aerosole) schützen. Nächstes Jahr dürfte alles leichter werden, erklärt Jamie weiter, und wir hätten schon diesen Herbst unbeschwert feiern können, wenn nicht die Angsthasen, Besserwisser und Antivaxxer den öffentlichen Schutz vor dem Virus so verschleppt hätten. jwz, pic Gerd Altmann cc0
Und wir wundern uns, warum die USA schneller durchgeimpft werden als das lang-weilige alte Deutschland? Im US-Bundesstaat Washington dürfen Cannabis-Shops jetzt Corona-Impfungen durchführen, und zu jeder Impfung einen fertig gerollten Joint reichen. Da bröckeln die Gegenargumente, nicht wahr? Überhaupt geht man in God’s Own Country sehr viel kreativer mit dem ungefährlichen Genussmittel Hanf um als anderswo. Im Bundesstaat Colorado kann die Freude am Hanf auch ans Auto montiert werden. Nummernschilder mit Hanf-Bedeutungen kosten dort zwar extra, werden aber gerne gekauft. Ich finde, so etwas sollte es hierzulande auch geben: Freigabe von Cannabis, Gratisjoints zur Impfung und hübsche Hanfnummernschilder für’s Auto.
In den USA sollen nach einer Erklärung des Präsidenten Joe Biden alle erwachsenen Bewohner bis spätestens Mai diesen Jahres einen Impftermin gegen Covid-19 bekommen. Möglich ist das, weil dort nicht nur in Krankenhäusern, Arztpraxen und Drive-Ins geimpft wird, sondern auch in Apotheken, auch in Einzelhandelsketten wie Walmart, CVS oder Walgreens. Und demnächst auch im Dollar General (lose übersetzbar in Euroshop), weil letzterer eben auch in ländlichen Regionen sehr verbreitet ist. Währenddessen wird in Deutschland diskutiert, ab wann überhaupt Hausärzte impfen dürfen, zusätzlich zu den wenigen, überlasteten Impfzentren und Mobilteams. Apotheken oder andere Orte mit gesundheitlichem Bezug kommen hier in der Diskussion erst gar nicht vor. Dann dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn die Pandemie nicht vorbei gehen will. Zum Glück ist dieses Jahr noch Bundestagswahl, dann können wir Volksvertreter:innen wählen, die weniger an Bürokratie und Rezepten der Vergangenheit kleben. pic maschinenjunge cc by sa