Am 10. Mai waren die Tarmac Tigers (meine aktuelle Band) in der Haifischbar (Augsburg) auf der Bühne (shoutout an No Bailout, die den Abend passend eröffnet haben). Der Laden war voll, die Kasse musste irgendwann die Tür zu machen wg Überfüllung, das kommt im alten Augsburg auch nicht oft vor. Das Video oben wurde von unserem Vocalisateur Snorre geschnitten, die Bilder stammen von Fans, steht alles im Abspann. Sah so aus, als ob alle Spass hatten. Für mich ein wichtiger Punkt in diesem Projekt, das vor 6 Jahren anfing, als ich mir ausgedacht hatte, dass ich ab sofort nicht mehr Gitarre, sondern Bass spielen will (Spoiler: ich spiel immer noch Gitarre, nur eben auf nem Bass), und zwar in einer Band mit einem Typen am Mikrofon, der zwar eindeutig was zu sagen hat, davor aber noch nie ein Mikrofon in der Hand hatte. Dafür ist es dann doch ganz gut geworden. Und besonders freu ich mich natürlich darüber, dass wir munter zwischen den Musikstilen durchsegeln. Jetzt ist erstmal Sommerpause, im Herbst gehts weiter mit Konzerten, ich halt euch auf dem Laufenden. Hier ist der Linktree, so für alle Fälle.
Haifischbar
Der beste Platz in der Welt ist auf der Bühne

In 22 Tagen bin ich mit meiner aktuellen Band (Tarmac Tigers) auf der Bühne meines favourite Clubs, der lokalen Haifischbar. Zusammen mit einer weiteren lokalen Band und einem hier szenebekannten Dark-Elektro-DJ. Das ist dann der dritte offizielle Gig mit den Tigers und der Ausdruck eines mir persönlich enorm wichtigen Projekts.
Nämlich Musik zu machen, die sich in unerforschte Regionen vortastet. Bereits die Kombination aus Spoken-Word/Punk-Vocals, Post-Punk-Drums und einem Bass, der so tut, als hätte er noch 2 Gitarren und einen Synthie dabei, ergibt jede Menge neue Möglichkeiten. Schon in meinen früheren Bands war mir klar, dass Musik relativ sinnlos ist, wenn man dazu nicht tanzen kann, oder sich heftig bewegen will (nimm das, Beethoven!).
Je länger ich das weiterentwickle, und vor allem seit ich das auf einem Standard 4-Saiter P-Bass südkoreanischer Herkunft mache, desto weiter entferne ich mich von einer Musiktheorie, die auf Tönen, Melodien, Harmonien aufbaut, und nähere mich meinem Soundideal von rhythmisch komplex gestapelten Sounds. So eine Basssaite liefert einfach viel mehr Obertöne als der dünne Draht auf einer E-Gitarre, und mit etwas Overdrive aus einer mehr oder weniger dezent übersteuerten Bass-Amp-Vorstufe, einem angedeuteten Power-Chord mit einer (oder zwei) im Hintergrund mitschwingenden Leersaite ergibt sich ein ziemlich massives Stück Klangmetall, das mehr mit Industrial als mit RocknRoll zu tun hat.
Die eigentliche Herausforderung in jedem Song (oder… Stück, weil bei den Tigers ja nicht gesungen wird) ist für mich, die Zweigleisigkeit eines Zeitablaufs (Strophe-Chorus-Bridge-etc) mit der Zeitlosigkeit, dem Zen-Moment, in welchem sich das Riff auf sich selbst zurück bezieht, in dem es nur das Jetzt gibt, und nichts vorher und nachher, zu verknüpfen. Zum Glück sind Zeitablauf und Zeitlosigkeit in der Musik quantenverschränkt, sonst würde das ja gar nicht funktionieren. Auch darüber bin ich sehr froh. Nicht nur über das regelmässige Bad in den Tiefton-Wogen, bei 100 oder 110 Dezibel. Bis zum ersten Februar, ihr Beuteltiere!
The Royal Sixties

Die Band heisst ja eigentlich Royal Flares. Sixties ist nur die Musik. So mit dreistimmigem Gesang und dem, was noch aus den Beatklängen der Swinging Sixties übrig geblieben ist. Hey, Mister Tambourine Man, play a song for me, i wanna dance with my baby. Eine schöne Abwechslung übrigens, sonst tönen aus dem Bauch des Haifischs ja eher die Fifties, oder was man heute darüber denkt. Konsequent brachte die partyinduzierende Combo gleich drei Vox AC 30 Amps auf die Bühne (da kann fast nichts mehr schiefgehen). Besonders gefallen hat mir die kleine blonde Keyboarderin. Also, musikalisch meine ich. So, von der Musik her. Und wegen der originalen Vox Orgel. Das auch.
Ihr! Alle! Immer!

DxBxSx (maiden name: drive by shooting, aber das ist eine andere Geschichte) explodieren in meiner lokalen Untergrundbar. Im Sternzeichen des Haifischs. Wieviel Selbstironie verträgt so ein Samstagabendpublikum im süddeutschen Prosperitätsgürtel? Ach. Ganz ok eigentlich. Die alte Stadt hier gilt ja auch als Armenhaus Bayerns. Mit dem niedrigsten Durchschnittseinkommen. Da gehen ein paar proletarische Partyhits ganz gut rein. Die Berliner Wir-Spielen-Was-Wir-Wollen-Punkrockband macht dabei jedenfalls einen formidablen Job. Das wollen wir dann irgendwann alle noch mal hören, soviel steht fest.

pics von mir cc by sa
Reverend Beatman, bete für uns Sünder!

Nimm das in die Liste der Dinge, die du tun musst, bevor du stirbst: Einmal ein Konzert des grossen Reverend Beatman besuchen. Der mit Overdrive-Bluesgitarre, Echo, Looper, Priestermütze, Handlampen, Perücken, und einem schwer zu toppenden Charisma jeden Ansatz von Sünde aus dem Saal jagt. Weil alle einfach zu viel Spass haben mit seiner unfassbar souveränen Darbietung und seinen Erklärungen im gerade noch verständlichen Berner Akzent.



Du weisst, du hast etwas richtig gemacht, wenn deine Seele nach einem Besuch der lokalen Haifischbar von sämtlichen Sünden gereinigt ist. Nicht durch Alkohol, sondern Berner Blues Trash. Amen.
I Make Music Cause You Make Me Sick

Haben Jongleure und Musiker irgendetwas gemeinsam? Kann man mit Telecaster, Microcorg, Looperpedal, Fusstrommeln und Megafon Musik machen? Gibt es in Zürich so etwas wie Charme? Lassen sich Rock- und Popklassiker in jeweils eine einzelne Geräuschwelle komprimieren? Hört das Publikum nach einer weiteren halben Stunde Zugaben endlich auf zu tanzen? Gestern war ich in der lokalen Haifischbar und kann daher alle Fragen mit Ja beantworten. Oder mit: Urban Junior. pic von mir cc by sa
Bob Log III und die anderen sympathischen Wahnsinnigen

Bob Log III (Quote: „I’m a professional, God damn it. I live in a car.“) und seine australischen Mind Control Devices manipulierten die atemlosen Anwesenden gestern Nacht dazu, Champagner aus einer kinderschlauchbootgrossen Badeente zutrinken, Dutzende von Luftballonen zum Platzen zu bringen, während der Songs in seinem mitgebrachten Toaster Weissbrotscheiben zu bräunen und diese, beim nächsten Song auf seinem Knie sitzend, zum Zweck eines Handy-Selfies im Mund zu tragen, sowie einen langen Abend lang zum transkontinentalen Garage-Blues zu tanzen. Einer der sympathischsten Männer, die ich je getroffen habe, by the way. Aber auch sonst ist dieser Herbst voller hochkultureller Grossereignisse, hier in der Augsburger Lower Eastside, jener Kasbah des hemmungslosen Vergnügens zwischen Drunken Monkey und Haifischbar:
25.8. Bontempi Snakeoil Co (im Hai)
21.9. Nosebleed (im Hai)
29.9. Bob Log III, (im Monkey)
14.10. Urban Junior (im Hai)
20.10. Reverend Beatman (im Hai)
4.11. Rejetnicks & MFC Chicken (im Hai)
Wie sagte man früher so schön? Be there or be square.
Von Boston in die Parallelwelt
Barrence Whitfield war zu Besuch in meiner favourite Hafenkaschemme (die ohne Hafen), und brachte seine Savages aus Boston mit in meine persönliche Parallelwelt. Eigentlich wollte ich die Jungs nach ihrem Woher und Wohin befragen, nachdem schon beim Soundcheck leise Klagelaute des Tourlebens vernehmbar waren, aber an den Tischen auf der Spitalgasse drängten sich die Neugierigen aus Köln, Memmingen und anderswo und stellten bereits neugierige Fragen über das Woher und Wohin der Piraten. Da kann ich natürlich nicht anders. „Von Boston in die Parallelwelt“ weiterlesen
Gestern abend in der Haifischbar
Der verschwundene Freitag
Donnerstagabend überleg ich noch kurz: Was liegt morgen so an? Nix, weil ich ja den Technik-Job im Theater an nen Kollegen abgeben konnte, damit ich abends schön auf die interne Eröffnungsparty in der Ballonfabrik gehen kann. Also ausschlafen. Hat auch was. Freitagmorgen, ca. 8:15 (also knapp nach Mitternacht): klingelklingel, telefontelefon. Nanu, wer ruft mich denn um diese Zeit an, ich schlaf doch noch. Aus mir selbst nicht verständlichem Impuls heraus robbe ich zum Schreibtisch, wo das Nervteil liegt: „Hallooo?“ „Guten Morgen, Herr Effenberger, wo sind Sie denn gerade?“ „Äh, zuhause..“ „Sie haben aber jetzt eine Veranstaltung!“ „Der verschwundene Freitag“ weiterlesen

