
Das ist interessant: Der Architekt Florian Nagel hat zusammen mit der TU München herausgefunden, dass die aktuellen Bauvorschriften zur Wärmedämmung weder klimapolitisch noch kaufmännisch sinnvoll sind. Dazu hat sein Büro 7 baugleiche Häuser in Heidelberg saniert und die Ergebnisse gemessen. Die energetische Sanierung kostete entsprechend zwischen 160 und 1750 Euro pro Quadratmeter, die Einsparung von CO2 und Heizkosten blieben weit unter den Erwartungen. Es zeigte sich, dass das Verhalten der Bewohner einen viel grösseren Einfluss hat. Und dass der reale Verbrauch etwa 30% unter dem theoretisch angenommenen Wert liegt. Am Ende bringt eine aufwendige Isolierung also sehr wenig – das sollte sich in den Bauvorschriften und Zuschüssen widerspiegeln. Wichtig wäre jetzt, dass sehr viel mehr Wohnungen mit einer realistischen Wärmedämmung gebaut werden. Und nicht nur maximal gedämmte Luxus-Eigentumswohnungen mit maximaler staatlicher Förderung. Etwa durch eine Deckelung der Zuschüsse pro Wohnung. Ob das nun der Bau- und Baustoffindustrie passt oder nicht.
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