
Nein. Schlimmer. Dr. Leor Zmigrod (Cambridge, Stanford, Harvard, Paris IAC, Berlin IAC) begründet gerade die Fachrichtung politische Neurologie und findet mit Hilfe von Gehirnscans, MRT und massiven Reihentests heraus, warum manche Menschen so anfällig für extremistische Ideologie und autoritäre politische Konzepte sind.
In kurzen Worten: Kognitive Rigidität ist eine neurologische Eigenschaft, die zu starrem Denken führen kann. Dazu führte Dr. Zmigrod eine Studie mit 1000 Teilnehmer:innen durch, bei welchen die Probanden Karten nach einer Regel sortieren sollten, die sie erst herausfinden mussten. Also eine Art Intelligenztest. Neu an der Versuchsanordnung war, dass sich die Regel während des Sortierens änderte. Manche, eher flexiblere, bemerkten das und passte die Sortierung an, während andere, eher rigidere, die zuerst gefundene Regel weiter befolgten, auch wenn dann schlechtere Ergebnisse erreicht wurden.
Diese Eigenschaft der kognitive Rigidität ist laut Zmigrod einer der Hauptgründe für Anfälligkeit gegenüber Extremismus. Dazu kämen soziale Isolation und die bereits extreme Aufregungsökonomie der sozialen Plattformen. Zwischen extremistischer Ideologie und psychischen Problemen als Auslöser von Gewalttaten ist der Wissenschaftlerin zufolge also kein grosser Unterschied – beide haben unter Anderem neurologische Ursachen. Was wir besser machen können, um frauenfeindliche und extremistische Gewalt zu vermindern, wäre eine bessere Kontrolle der Sozialen Medien, so Frau Dr. Zmigrod. Ich finde, diese neue Forschungsrichtung ist bahnbrechend und ausserordentlich wichtig, und ich hoffe, wir werden dazu noch mehr von der US-Wissenschaftlerin und ihre Fachkolleg:innen hören. pic

