Das letzte Kohlekraftwerk Britanniens macht heute die Lichter aus

Ratcliffe-on-Soar, das letzte noch betriebene Kohlekraftwerk Britanniens, geht heute vom Netz. Das wars. Keine Smogschleudern mehr, keine CO2-Bomben. Das Ding ist einfach unwirtschaftlich geworden, weil Windkraft (+Batterien) für die Energiekonzerne einfach um so viel billiger ist. Das regelt also der Markt. In Deutschland dauert das wohl noch länger, weil sich hier die Stromerzeuger auf einem Gesetz aus der CDUCSU-Ära ausruhen können: Hier nämlich wird der Strom nicht nach Herstellungskosten bezahlt, sondern pauschal nach dem teuersten Kraftwerkstyp, Erdgas. Deswegen lohnt es sich für die Konzerne, Kohleverbrennung einfach weiter laufen zu lassen. Und für einen winzigen Teil der krassen Profite kaufen die sich Rechtsaussenpropaganda, damit die verwirrten Bundesbürger:innen CDU und Afd wählen und damit die Profite weiter sprudeln (in Richtung Steueroasen natürlich), zum Schaden von uns allen. pic barnstormed cc by nc nd

Schweden: Erste Fabrik für Zink-Ionen-Akkus

Der schwedische Hersteller Enerpoly hat die weltweit erste Fabrik für Zink-Ionen-Akkus in Betrieb genommen. Diese Batterien verwenden Zink statt Lithium und sind deshalb sowohl billiger als auch nachhaltiger: Zink ist einfacher abzubauen. Ausserdem verwenden diese Akkus einen Elektrolyten auf Wasserbasis, können also nicht brennen. Zink-Ionen-Akkus laufen länger als solche mit Lithium, und in einem grösseren Temparaturbereich. Nachteil: Li-Ion-Akkus haben pro Gewicht etwa zweieinhalb mal soviel Ladung. Die neuen Enerpoly -Akkus sind deswegen für ortsfeste Installation gedacht, etwa um Netzspannungsschwankungen oder Leistungsspitzen auszugleichen. Das hilft uns bei der aktuellen Energiewende.

Warum wir niemals Kernfusionskraftwerke haben werden

Kernfusion löst alle Probleme, Energie im Überfluss ohne Nachteile, erst kürzlich wurden in den USA bedeutende Fortschritte gemacht, die Zukunft steht vor der Tür… sagen die Fans der Kernfusion. Maury Markowitz ist Physiker, lebt in Toronto, Kanada, und betreibt in seiner Freizeit das WordPress Blog Energy Matters, in dem er sich mit Fragen der Energiewende beschäftigt. Oder besser gesagt, in dem er alles nachrechnet, was mit Energie zu tun hat. Zum Beispiel mit der Kernfusion. Die wir nie bekommen werden, wie er uns vorrechnet, und zwar aus wirtschaftlichen Gründen. Aus volkswirtschaftlichen Gründen, weil Sonne, Wind und andere Formen regenerativer Energie extrem viel billiger sind. Heute schon, in 20 Jahren noch mehr. Und aus betriebswirtschaftlichen Gründen, weil der Bau eines Fusionskraftwerks so teuer wäre, dass keine Bank die Finanzierung übernähme. Und kein Unternehmen einen solchen Gigakredit tragen könnte. Etwas ähnliches passiert gerade mit den angeblich so sauberen Kernspaltungsreaktoren, auch die sind im Verhältnis zu regenerativer Energie inzwischen zu teuer. Das sind die harten Zahlen. Warum haben wir dann noch nicht alles mit PV und Windräder vollgestellt? Weil die fossilen Energieträger im Moment für privatwirtschaftliche Unternehmen zu lukrativ sind. Aber lest Maurys Ausführungen selber: Why fusion will never happen. Via mefi, das pic ist vom livermore labor und pd

Batterien werden billig und schnell: Aluminium-Schwefel

Das zentrale Hindernis für die Energiewende – die wir dringend beschleunigen müssen, wenn nicht Teile unseres Planeten in einigen Jahren unbewohnbar werden sollen – ist die Speicherung des regenerativ erzeugten Stroms. Bisher setzt man da vor allem auf Lithium-Ionen-Akkus, die aber teuer sind und nur langsam aufladen. Natürlich wird nach neuen Technologien geforscht, jetzt hat ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen die Entwicklung eines Aluminium-Schwefel-Akkus vorgestellt. Die Elektroden sind dabei aus Aluminium und Schwefel, zwei sehr verbreitete und damit preisgünstige Baustoffe, der Elektrolyt ist ein geschmolzenes, etwa 110° C heisses Salz. Diese Elektrolytkammer ist nicht gross, kann gut isoliert werden und verbraucht damit kaum Energie. Der grosse Vorteil dieser Technik ist, dass damit schnell-ladende Batterien aus umweltverträglichen Stoffen sehr billig hergestellt werden können. Ab hier sollte es keine Argumente gegen die Umstellung auf rein elektrisch betriebene Fahrzeuge – und Haushalte – mehr geben. nature via ars technica, pic andreas160578 cc0

Industrienationen subventionieren Fossil stärker als neue Energie

Anlässlich des G7 Gipfeltreffens von Vertretern der sieben wichtigsten Industrie-nationen (UK, USA, Kanada, Italien, Frankreich, Deutschland, Japan) am 11. Juni haben Leute vom International Institute for Sustainable Development, Overseas Development Institute und Tearfund ausgerechnet, dass diese sieben Nationen von Januar 20 bis März 21 ganze 189 Milliarden US-Dollar an Subventionen für Öl, Kohle, Gas und den Abbau von Umweltschutzregulierungen ausgegeben haben, aber nur 147 Milliarden zugunsten regenerativer Energieerzeugung. Und wir wundern uns, warum die Energiewende nicht vorankommt? Weil Lobbyisten Steuermilliarden auf die Konten von Fossilenergiekonzernen umleiten. Deswegen. guardian via slashdot pic JuergenPM cc0

Australien: 50.000 neue Tesla-Dächer

Der US-amerikanische Hi-Tech-Konzern Tesla hat einen Vertrag mit der Regio­nal­regierung von Südaustralien unterzeichnet, wonach die Firma innerhalb der näch­sten 4 Jahre 50.000 Häuser jeweils mit 5 KW Solardächern und 13.5 kWh Tesla Powerwall 2 ausstatten wird. Auf Firmenkosten. Der Strom wird anschliessend an die Bewohner verkauft, davon wird die Investition finanziert. „Australien: 50.000 neue Tesla-Dächer“ weiterlesen

Energiewende mit Ikea

Nach dem Elektroauto- und Raumfahrtunternehmen Tesla bringt nun auch der schwedische Billigmöblierer Ikea ein Solarzellenset für zuhause: Solarcentury. Zuerst im UK, wo die Energiepreise dank jahrelanger „konservativer“ (incl Tony Blairs konservativer Labour) Regierung durch die Decke gehn, kann sich der Hausbesitzer ein Solarzellenpaket aufs Dach schrauben, mit dazugehöriger Batterie, das die Energiekosten um bis zu 70% senken soll. „Energiewende mit Ikea“ weiterlesen

Wer braucht eigentlich noch Kohle, Öl und Uran?

Weil das viel zu wenig in den Medien war: Am 30. April lief Deutschland fast vollständig mit Solar-, Wind-, Wasser- und Biomassestrom (Letztere macht inzwischen bereits mehr als die ökologisch problematische Wasserkraft und könnt noch weit mehr landwirtschaftliche Abfälle verwerten). Noch ein bischen mehr davon, und wir können die Kohle- und Urandreckschleudern abbauen. Klickt aufs Pic für Details. agora

Totale Stromverbrauchskontrolle, ab 2017

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Der Bundestag hat gerade das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende beschlossen, um sicherzustellen, dass auch der Stromverbrauch personalisiert überwacht werden kann. Klar – dann wissen Behörden und Konzerne, wann du was machst, und ob du zuhause bist. Ab 2017 sollen die „Grossverbraucher“ ver­pflicht­end dran sein, bis 2032 sollen alle Zähler digitalisiert (vorratsdaten­speichernd) sein. Überhaupt: „wir dürfen uns nicht mit dem Datenschutz immer selbst auf der Bremse stehen“, so der zuständie CDU-Digitalpolitiker. Die Scheinbegründung ist hier „Energieeffizienz“, Stromanbieter können ohne Widerspruchsrecht der Verbraucher auch gleich damit anfangen. heise, golem, pic Dr. Schorsch cc by sa

Die heimliche Energiewende

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Das Rocky Mountain Institute, ein US-Öko-Thinktank, berichtet ausführlich über eine Art von Energiewende, die sich in den letzten zwei Dekaden entwickelt, ohne dass sie bisherher besonders wahrgenommen wird: Micropower. Der Begriff stammt aus einem Artikel im Economist vom Jahr 2000 und beschreibt… kleine Kraftwerke. Deren Bedeutung und Anteil an der weltweiten Energieproduktion hat seit Anfang dieses Jahrhunderts um 250% zugenommen (ist auf um das 2,5fache gestiegen) und umfasst derzeit ein Viertel der weltweiten Stromerzeugung. „Die heimliche Energiewende“ weiterlesen

Die verhinderte Energiewende

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Die heute bereits in Deutschland installierten regenerativen Stromerzeuger liefern an guten Tagen bereits mehr Strom als die konventionellen Kraftwerke. Und das ohne Brennstoff- und Betriebskosten, ohne Umweltverschmutzung und deren gesundheitliche Folgen, ohne langfristige Restmüllproblematik. Und das, obwohl es vor 10 Jahren praktisch noch keine nennenswerte Solarstromerzeugung und nur halb so viele Windkraftwerke gab. Diese beiden Erzeugertypen wechseln sich übrigens wetterbedingt in ihrer Effizienz ab, gleichen einander also aus. „Die verhinderte Energiewende“ weiterlesen