Mikrotonale Musik

Eine der aufregendsten Wiederentdeckungen der letzten Jahre. Für mich, subjektiv, und spannender als selbst das Wiederzurückfliessen der Kulturtechnik des Mashups in die komponierte Musik, die zu Crossoverperlen wie Babymetal geführt hat.

Wer hatte nicht schon einmal den Gedanken, dass Musik, besonders Popmusik (aber auch klassische oder sinfonische Musik) eine extrem begrenzte Angelegenheit ist – alle Melodien und Harmonien sind schliesslich schon einmal verwendet worden, so dass jedes neue Musikstück zumindest zu grossen Teilen aus bereits vorhandener Musik zusammengesetzt ist. Und damit kein Original. Diese Begrenztheit fällt um so stärker auf, wenn man aussereuropäische Musik hört, die über andere Tonleitern und Harmonien verfügt. Blickt man in die Vergangenheit, dann zeigt sich, dass die „wohltemperierte“ Stimmung aus 12 Halbtönen pro Oktave erst seit dem frühen 18. Jahrhundert im „westlichen“ Kulturkreis überwiegend verwendet wird. „Temperiert“ bedeutet hier, dass die einzelnen Töne – konkreter die Tasten auf einem Klavier oder anderen Keyboard – so nachgestimmt sind, dass sie keine reinen Akkorde bilden, sondern irgendwie in allen Harmonien gleich gut funktionieren. Um den Preis, dass sie in keiner Harmonie besonders richtig erscheinen. „Mikrotonale Musik“ weiterlesen