
Fuck yeah, 64! Ja, ich hatte lange den Plan, mal 100 Jahre alt zu werden. Weiss nicht, ob das klappt. Aber die Zweidrittelmarke krabbelt schon mal näher. Bin gespannt, wie das Leben dann ist, im Renteneintrittsalter. Grundsätzlich ist älterwerden ja ganz ok: Man kriegt einen Arsch voller Chancen, dazuzulernen. Ein bischen davon lernt man dann auch, ich zumindest. Und deswegen wird man auch immer relaxter, cooler (wenn man dazulernt, sonst nicht). Der Preis dafür sind die Wehwehchen, die sich einstellen, weil unsere Spezies ja eigentlich nicht dafür gebaut ist, 64 zu werden. So wie ich grade. Eigentlich, nämlich, funktionieren Lebewesen eher so, dass sich schnell vermehrt wird, und dann schnell gestorben. Wenn man aber, so wie ich, über das zentrale Reproduktionsalter raus ist, hat das klare Vorteile: Der Body fährt die Hormonproduktion runter, es geht nicht mehr dauernd ums vögeln. Das Leben wird einfacher dadurch. In der Summe wiegt das die Nachteile auf, finde ich.
Auch wenn das rechte Auge nicht mehr funktioniert, seit der Netzhautablösung vor 10 Jahren, trotz Operationen und zwei Jahren Nachbehandlung. Naja. Blöd. Dann eben nicht mehr Autofahren, Tischtennisspielen, Gläser nachfüllen ohne Glas und Flasche festzuhalten, weil keine räumliche Sicht mehr. Auch wenn ich seit Corona ständig müde bin und nach jeder Aktion erstmal platt und keine Lust mehr auf irgendwas. Irgendwas mit Fatigue. Ok. Das Leben geht weiter. Auch ohne sinnlose Ultramobilität, ohne High-Performer-Jobs, sondern auslaufendes Medienprekariat und Teilzeitjobs im sozialen Sektor, mit mehr Konzentration auf: Was (zur Hölle) will ich eigentlich machen?
Schuften zum Kohle machen ja wohl nicht, das bischen Kinderbetreuung und gelegentliche Abende als Tontechniker halten mich so grade über Wasser, und in zwei Jahren kommt, wie erwähnt, die Rente (unterhalb der Grundversorgung, wg Lebenswandel) dazu. Das wird schon irgendwie gehen. Was ist wichtig, am Ende des Tages (bzw des Arbeitslebens)? Die Community, also die Leute um dich rum, die Kreativität (heute Abend spiel ich mit meiner neuen Band Tarmac Tigers in einer der coolsten Bars der Stadt), der Beitrag, den Planeten bewohnbar zu halten und nicht abzufackeln. Ja, wirklich, das Fermi-Paradox ist leicht zu erklären: Die vielen Zivilisationen da draussen existieren nicht mehr, weil sie ihren Planeten durch Hyper-Industrialisierung unbewohnbar gemacht haben. Bei uns ist noch nicht ganz raus, wie’s laufen wird. Aber heute erstmal: Party on!
Ach, das Beispielbild einer N64 hätte auch ein C64 oder was andres sein können. Irgendwas mit 64.



