Was KI heute kann, und was nicht

Eins vorneweg: Der Begriff „künstliche Intelligenz“ (KI) oder artificial intelligence (AI) ist irreführend und falsch. LLMs (large language models) und neuronale Netze sind mehr so etwas wie Raubkopiersoftware in militärischer Grössenordnung. Entsprechend hat der US-Programmierer Robert Caruso ChatGPT gegen einen Atari 2600 (Baujahr 1979) Schach spielen lassen. Wer gewinnt haushoch? Natürlich die Grossmutter aller Spielkonsolen. Die gerne herumfantasierende Textsoftware von OpenAI müsste wahrscheinlich erst eine Million Schachspiele beobachten, bevor das mit dem Spiel der Könige klappt. Was lernende Computersoftware („KI“) dagegen schon ganz gut hinkriegt, ist Federball spielen, wie uns Yuntao Ma vom Robotic Systems Lab der ETH Zürich im Video unten zeigt. Ja. Schön. Aber mir wäre ein Robot, der meine Wohnung aufräumt und das Bad putzt, lieber.

WordPress-Blogs ohne Midjourney, ChatGPT & Co

Soll dein Blog benutzt werden, um kommerzielle KI (AI) zu trainieren? Nein, oder? Der Entwickler von WordPress, Automattic, hat Deals mit KI-Firmen für WordPress und Tumblr geschlossen. Aber du hast eine Opt Out Möglichkeit: Einstellungen > Allgemein > Privatsphäre > Häkchen bei „Prevent third party sharing“ setzen. Natürlich lassen die Entwickler von Midjourney, ChatGPT und anderer „KI“-Software (die ja gar nicht intelligent sondern, sondern nur sehr gut im Kopieren) trotzdem Webcrawler laufen, um das Internet als Ganzes zu vermarkten. Aber dann eben unsortiert und damit weniger wert.

Es hat angefangen: Wie KI Menschen tötet

Es hat begonnen. Die sogenannte Künstliche Intelligenz (die gar nicht intelligent ist) bringt Leute um. Allerdings nicht spektakulär mit Maschinengewehren, sondern mit lebensgefährlichen Fehlinformationen. Noch genauer gesagt: Nicht die Sprachkopierprogramme (Large Language Models) tun das, sondern Leute, die sich von ChatGPT und ähnlicher Software Koch- und Pilzbücher schreiben lassen, und dann die Texte nicht auf Fehler kontrollieren, sondern über Amazon vertreiben (wo sie ebenfalls nicht geprüft werden). So dass giftige Pilze im Kochtopf landen. Auch die Autorenprofile sind künstlich, einschliesslich erfundener wissenschaftlicher Biografie und generiertem Portrait. In anderen Büchern empfiehlt die KI giftige Zutaten für Kochrezepte. Allerdings steckt da kein finsterer Plan dahinter sondern nur fehlerhafte Computerprogramme und gewissenlose Geschäftemacher, also die Auswirkungen des Spätkapitalismus. Aber, Hand aufs Herz: Wenn ich in der Überschrift schreibe „Wie der Kapitalismus Menschen tötet“, dann lest ihr den Beitrag erst garnicht. Weil wir alle vom Kapitalismus, dieser Perversion der Idee einer freien Wirtschaft, schon längst die Nase gestrichen voll haben. Eigentlich höchste Zeit, dass wir diese Perversion loswerden. Nicht nur die von unzuverlässigen Computern erfundenen Pilzbücher. pic Tony Wills cc by sa