Groove hat mehrere Dimensionen: J Dilla

No shit: J Dilla (James Dewitt Yancey) ist einer der wenigen Menschen, die Musik, und unsere Gegenwartskultur, völlig verändert haben. Es gibt Musik vor und nach J Dilla. Warum? Weil er den Drumcomputer, das Hauptargument der dance music, von sich selbst befreit hat. Indem er die Kontrolle über die time, die Metrik, wieder selbst in die Hand genommen hat, und alle Abweichungen vom straight, steady beat genutzt, um mit dem Sequenzer einen sequenzerfernen Groove zu erzeugen, wie es ihn vorher nicht gab. Das alles ist für Nichtmusiker:innen ein bischen schwer zu verstehen, deswegen hat das überhaupt völlig grossartige Visual Online Mag The Pudding das alles in Bilder und Loops zum Antippen und Verstehen gepackt. Schaut und hört euch das an. Es ist wichtig. Es geht um kontemporare Musik, die so was ähnliches wie das Rückgrat unserer Kultur bildet. Und wenn ihr schon dabei seid, sehr euch auch alle anderen Beiträge auf pudding.cool an. So viel Information, soviel Statistik, soviel Gegenwart in leicht verständlicher, zugänglicher Form.

The Royal Sixties

Die Band heisst ja eigentlich Royal Flares. Sixties ist nur die Musik. So mit dreistimmigem Gesang und dem, was noch aus den Beatklängen der Swinging Sixties übrig geblieben ist. Hey, Mister Tambourine Man, play a song for me, i wanna dance with my baby. Eine schöne Abwechslung übrigens, sonst tönen aus dem Bauch des Haifischs ja eher die Fifties, oder was man heute darüber denkt. Konsequent brachte die partyinduzierende Combo gleich drei Vox AC 30 Amps auf die Bühne (da kann fast nichts mehr schiefgehen). Besonders gefallen hat mir die kleine blonde Keyboarderin. Also, musikalisch meine ich. So, von der Musik her. Und wegen der originalen Vox Orgel. Das auch.