
De-Industrialisierung. Ein ähnliches Horror-Szenario wie Dunkelflaute, Überfremdung und ähnlicher eingebildeter Quatsch. Lasst mich euch eine Geschichte erzählen: Meine Mama war Weberin von Beruf. In einer mechanischen Weberei, am Webstuhl. Also, in der deutschen Textilindustrie. Was? Wie? Ja, es gab mal eine deutsche Textilindustrie, mit 800.000 Arbeitskräften. Heute nicht mehr. Nur noch knapp über 40.000, in der Textilherstellung. Und jetzt ratet mal, wieviele Leute im (nach Eigenangaben) Rückgrat der deutschen Wirtschaft, a.k.a. Autoindustrie arbeiten? Richtig. 800.000. Noch. Sehen wir mal nach, wo die global verkauften Elektroautos herkommen. Mehr als ein Drittel kommen aus China, während aus D nur so 8% stammen.

Und in ein paar Jahren werden nur noch Stromautos hergestellt und verkauft, wie wir wissen. Wahrscheinlich hat die deutsche Autoindustrie dann auch nur noch 40.000 Mitarbeitende. Und daran sind nicht die (bösen) Chinesen schuld, sondern die Besitzer und Manager der hiesigen Konzerne, die auf Profitmaximierung und Milliardendividenden setzen statt auf den Markt und die Nachfrage.
Ach. Einer geht noch. Nordmende, ITT Schaub-Lorenz, Grundig, Loewe-Opta…. Deutschland hatte mal eine blühende, exportintensive Herstellung von Unterhaltungselektronik. Jetzt nicht mehr. Und was lernen wir daraus? Erstens, dass die De-Industrialisierung hausgemacht ist. Von den Wirtschaftslenkern, nicht von irgendeiner Regierung. Und zweitens, dass das Leben weitergeht, und das so munter, dass Old Germany inzwischen drittgrösste Volkswirtschaft der Welt ist. Seit Habeck Wirtschaftsminister war. Mal sehn ob das so bleibt. De-Industrialisierung ist jedenfalls auch nur ein anderes Wort für die ständige Veränderung. Und von Onkel Darwin wissen wir, dass, nein, nicht die stärkere Spezies überlebt, sondern die, die sich am besten an Veränderungen anpassen kann. Na dann. pic oben Olegs Belousovs cc by sa, graph unten rest of world


