11.200 m/s ist die Geschwindigkeit, die man braucht, um die Erde zu verlassen. Eine gute Metapher für "über den Tellerrand". Oder für "eine von den über 8 Millarden subjektiven Sichtweisen".
Die Afrikanische Union hat sich hinter eine Bewegung gestellt, die unsere, aus dem Jahr 1569 stammende Weltkarte in der sogenannten Mercator-Projektion durch eine aktualisierte ersetzen will, die alle Länder und Kontinente in ihrer tatsächlichen Grösse darstellt. Die alte Version hat nämlich einen schlimmen Nord-Drall, sie zeigt zB Grönland in ähnlicher Grösse wie Afrika, tatsächlich aber ist der Kontinent über 14 mal so gross wie die zugefrorene Insel im Norden. Zur Zeit des Kolonialismus war das wohl die amtliche Perspektive, heute nicht mehr. Ich schliesse mich gerne der Forderung an, statt der alten, überholten Mercator (unten) nur noch die realistische Equal Earth Map (oben) zu verwenden. Egal, ob in Bildungseinrichtungen oder sonstwo. (beide Karten click > grösser) pic oben pd, pic unten cc by sa strebe
In den letzten Jahren sind fast alle Seesterne im Ozean gestorben. In Massen. Warum ist das wichtig? Erstens, weil alle Tier- und Pflanzenarten wichtig sind, und zweitens, weil unsere Zivilisation vom Ökosystem der Erde abhängig ist: Ohne Seesterne haben Seeigel keine Feinde mehr, vermehren sich massiv, fressen die ozeanischen Kelp-Wälder weg, Fische kriegen nichts ab, Fischfangerträge gehen in den Keller. Wissenschaftlerinnen um Alyssa Gehman an der University of British Columbia und dem Hakai Institute haben in jahrelangen Untersuchungen herausgefunden, dass die Seesterne erstens die rapide Erwärmung der Ozeane schlecht vertragen, und zweitens marine Vibrio-Bakterien, eng verwandt mit dem Cholera-Erreger im wärmer werdenden Wasser wunderbar gedeihen und eine Pandemie unter Seesternen anzetteln. Jetzt ist wenigstens der Erreger bekannt, also gibt es Hoffung für die Seesterne und das ozeanische Ökosystem. alle pics Hakai
Nein. Schlimmer. Dr. Leor Zmigrod (Cambridge, Stanford, Harvard, Paris IAC, Berlin IAC) begründet gerade die Fachrichtung politische Neurologie und findet mit Hilfe von Gehirnscans, MRT und massiven Reihentests heraus, warum manche Menschen so anfällig für extremistische Ideologie und autoritäre politische Konzepte sind.
In kurzen Worten: Kognitive Rigidität ist eine neurologische Eigenschaft, die zu starrem Denken führen kann. Dazu führte Dr. Zmigrod eine Studie mit 1000 Teilnehmer:innen durch, bei welchen die Probanden Karten nach einer Regel sortieren sollten, die sie erst herausfinden mussten. Also eine Art Intelligenztest. Neu an der Versuchsanordnung war, dass sich die Regel während des Sortierens änderte. Manche, eher flexiblere, bemerkten das und passte die Sortierung an, während andere, eher rigidere, die zuerst gefundene Regel weiter befolgten, auch wenn dann schlechtere Ergebnisse erreicht wurden.
Diese Eigenschaft der kognitive Rigidität ist laut Zmigrod einer der Hauptgründe für Anfälligkeit gegenüber Extremismus. Dazu kämen soziale Isolation und die bereits extreme Aufregungsökonomie der sozialen Plattformen. Zwischen extremistischer Ideologie und psychischen Problemen als Auslöser von Gewalttaten ist der Wissenschaftlerin zufolge also kein grosser Unterschied – beide haben unter Anderem neurologische Ursachen. Was wir besser machen können, um frauenfeindliche und extremistische Gewalt zu vermindern, wäre eine bessere Kontrolle der Sozialen Medien, so Frau Dr. Zmigrod. Ich finde, diese neue Forschungsrichtung ist bahnbrechend und ausserordentlich wichtig, und ich hoffe, wir werden dazu noch mehr von der US-Wissenschaftlerin und ihre Fachkolleg:innen hören. pic
Im Moment ist Juice (Jupiter Icy Moons Explorer) auf dem Weg zum Mond und anschliessend Richtung Erde. Am 19. und 20. August dreht die Sonde jeweils einen Swing-By und zielt dann auf die Venus, wo sie im August 25 eine weitere Gravitationsschleuder mitkriegt und im September 26 und Januar 29 zwei weitere Swing-Bys an der Erde zelebriert, bis man dann im Juli 31 am Jupiter ankommt, dort bis November 34 an einer Reihe von Eismonden vorbeifliegt, um dann im Dezember 34 in einen Orbit um Ganymed einzuschwenken. Wegen der Gravitationsturbulenzen so nahe am grössten Planeten unseres Sonnensystems wird der Sonde im September 35 der Sprit ausgehen, so dass sie auf den Mond stürzt. Bis dahin wird Juice allerdings Berge von Daten, Fotos, Messungen nach Hause schicken. Und das alles für vergleichsweise wenig Geld, weil durch die Gravitations-Schleuder-Tricks massiv Treibstoff eingespart wird. Und Zeit, weil die kleine Raumsonde dadurch sehr schnell wird. Die Überschrift dagegen ist ein abgewandeltes Star Trek Zitat. In der ersten Staffel nämlich sagt Dr. McCoy zum Käptn: “ Es ist Leben, Jim, aber nicht wie wir es kennen“. Pics esa cc by sa
Die Erde hat ja nicht nur einen einzigen Mond. Den grössten nennen wir „Mond“, aber es gibt noch jede Menge andere, kleinere. Alle ordentlichen Planeten haben solche Zusatzmonde, Quasi-Monde, Geistermonde. Also Asteroiden, denen im Asteroidengürtel langweilig war und die deswegen seltsame Orbitalbahnen um erwähnte Planeten, oder auch Parallelbahnen zu eben diesen Planeten um unser Zerntralgestirn eingeschlagen haben. Auf Lagrangepunkten oder anderswo. Das Bild oben zeigt übrigens die Parallelbahn des seit 1986 bekannten co-orbitalen Asteroiden 3753 Cruithne. Jetzt hat die Internationale Astronomische Gesellschaft einen Wettbewerb gestartet, um weiteren, bisher nur mit trockenen Zahlen beschriebenen Quasi-Monden zu wohlklingenden Namen zu verhelfen, statt nur 54509 YORP, (85770) 1998 UP1, 2002 AA29, oder 2009 BD. Das ist eure Chance, nicht wahr? Zu den Sternen!
Interessanter Ansatz von der Universität Leiden in den Niederlanden. Dort wird untersucht, wie man die natürlichen Selbstverteidigungstricks von Pflanzen für die industrielle Landwirtschaft nutzen kann. Dazu verarbeiten die Forscher:innen Leinöl zu einer Emulsion, die dann auf die Feldpflanzen gesprüht wird. Kleine Insekten, die sonst Schaden anrichten würden, bleiben einfach kleben. Grosse Insekten wie Bienen und Hummeln sind zu stark für die Leinöltröpfchen und fliegen weiter. Keine Pestizide, die mit Krebs, Allergien, Verringerung der Fortpflanzungsfähigkeit bei Mensch und Tier in Verbindung stehen. Das Öl ist 100% biologisch abbaubar, billig und hat nur einen riesigen Nachteil: Die Chemiekonzerne machen damit keine Milliardengewinne. Deswegen wird es eine neue Technik dieser Art schwer haben. Aber auch das liegt an uns. Am 9. Juni sind Europawahlen. Da können wir uns entscheiden.
Heute (8.3.2024) fällt ein 2,6-Tonnen-Akkupack der ISS runter, aber schon 1978 lieferten Devo aus Akron, Ohio, den herrlich paranoiden Soundtrack dazu: Space Junk. Ja, bei Conny Planck ausserhalb von Köln aufgenommen. Vielleicht sieht man ja heute ein paar ISS-Schrott-Sternschnuppen. Schrottschnuppen.
Jemand muss Mode für das post-planetare Zeitalter entwerfen. Katharina Andress lebt in Diessen am Ammersee und kümmert sich darum. Hier in Lindenholz, bemalt. via blört
Der Culture-Zyklus des schottischen SciFi-Autors Iain M. Banks beschreibt eine sowohl galaktische als auch post-kapitalistische Zivilisation, in der intelligente Maschinen mit Bürgerrechten so viel produzieren, dass die Wirtschaft zusammenbricht. Im besten Sinn – wenn jeder Mensch alles haben kann, was er oder sie will, ist Wirtschaftstätigkeit auf die Distribution reduziert. Ab November (also in time für das Jahresendkonsumrauschfest) gibt es vom britischen Orbit Verlag ein Buch mit den Zeichnungen dazu. Von den Schiffen, Drohnen, Raumstationen, Maschinen. 160 Seiten aus der Hand des Meisters, in zwei Versionen: Contact, das ist in der post-finanziellen Ära so etwas wie das diplomatische Corps, und als Luxusausgabe Special Circumstances, wie dort der Geheimdienst heisst, eine eher im Schatten existierende Organisation, die eben zivilisationsübergreifend Dinge tut, von welchen niemand jemals erfahren darf. Circa 60 bzw 250 Euro beim Buchhändler eures Vertrauens. Anders gesagt: Kauft nicht bei Amazon, einem der Mega-Konzerne, die unseren Weg in eine post-kapitalistische Gesellschaft versperren.
Die Nasa hat ihr Archiv von Mondfoto-Originalen geöffnet und die hochauflösenden Pics eingescannt (bzw Andy Saunders, der hat einen Bildband daraus gemacht). Wie grossartig, auch wenn das Moonracer-Bild mehr als 50 Jahre alt ist und sowas wie den Höhepunkt eines geopolitischen Reproduktionsorganvergleichs stellt. Die Überlegenheit des Kapitalismus über den Kommunismus, mit eingebauter Vorfahrt und ohne Blinker. Allerdings hat die Apollo-Mission gigantische Mengen an Daten eingefahren, Wissen über das Weltall, die Raumfahrt, den Kosmos. Das ist dann allerdings wundervoll, und wir dürfen auf keinen Fall aufhören, solche unspezifische Grundlagenforschung zu betreiben. So wie wir auf keinen Fall die Weiterentwicklung der Raumfahrt in die Hände einiger weniger Wirtschaftsverbrecher legen dürfen. Schon allein, weil sämtliche Gewinne daraus dann in eben diese Hände fällt und der Kommunismus am Ende doch besser dasteht. pic via kottke
Wie sieht eigentlich eine Sonnenfinsternis auf dem Mars aus? Glücklicherweise hat der NASA Perseverance Rover vor einem Jahr ein Video aufgezeichnet, in dem wir sehen können, wie der grössere Marsmond Phobos vor der Sonnenscheibe vorbeizieht. Weil der Mond so klein ist (27 x 22 x 18 km), wird es nicht wirklich dunkel. Aber man kann sehr gut die kosmische Kartoffelform des Mondes erkennen. In so einem Augenblick bin ich wieder glücklich, in der Gegenwart zu leben.
Der Wohlstand in der westlichen Welt, an welchem auch normale Leute wie wir geringfügig teilhaben, beruht nicht nur auf militärischer Überlegenheit, sondern auch auf dem wissenschaftlichen und technischen Vorsprung gegenüber der restlichen Welt. Bisher. Allerdings hat das Australian Strategic Policy Institute jetzt eine Studie vorgestellt, die zeigt, dass China in 37 von 44 untersuchten Hochtechnologiefeldern vorne liegt. Auch, weil in manchen dieser Bereiche die 10 führenden Forschungsinstitute in China stehen. Von dort stammen auch neunmal so viele wichtige Veröffentlichungen wie im jeweils zweitplatzierten Land, hier zumeist die USA. Die Folge seien kommende Monopole Chinas in zahlreichen Hightech-Industrien. Das ASPI schlägt daher vor, in allen westlichen Staaten unabhängige Forschungsstiftungen einzurichten, die 0,5 bis 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens erhalten. Für Deutschland mit einem BNE würde das 28 Milliarden Euro betragen. Das ist ungefähr halb so viel, wie jährlich für nicht funktionierende Panzer aufgestellt wird. Vielleicht wäre das Geld für Forschung besser ausgegeben. via guardian, pic edward jenner cc nc
Kernfusion als Energiequelle lag zu jedem Zeitpunkt der Vergangenheit 50 Jahre in der Zukunft. Sagt ein alter Physikwitz. Jetzt haben die Forscher:innen an der National Ignition Facility des Lawrence Livermore National Labors in Kalifornien nach eigenen Angaben einen epochalen Durchbruch erzielt. Erstmal ist es gelungen, eine Fusionsreaktion zu erzeugen, die mehr Energie abgibt, als zur Erzeugung verbraucht wird. Allerdings warnen die Wissenschaftler:innen vor zu grossen Hoffnungen – bis Grosskraftwerke mit dieser Technologie gebaut werden können, werden Jahrzehnte vergehen.
Also. Nehmen wir an, Fusionsenergie steht nicht erst in 50, sondern schon in 40, oder gar 35 Jahren zu Verfügung. Was machen wir in der Zwischenzeit? Einfach Kohle, Öl und Gas weiter verbrennen? Dann haben wir in 35 Jahren kaum noch Bedarf mehr nach elektrischer Energie, weil dann weite Teile der Erdoberfläche für Menschen unbewohnbar geworden sind. Schlechte Idee. Oder wir setzen auf unfassbar teure, und ohne massive öffentliche Zuschüsse nicht mögliche Kernspaltungskraftwerke. Die dann noch mehr hochgiftigen, krebserregenden Abfall produzieren, für den es auf der ganzen Welt keine sicheren Lagermöglichkeiten gibt. Ok. Auch nicht.
Glücklicherweise verfügen wir über ausgereifte Technik, die uns genügend Energie liefert. Egal, ob wir irgendwann Kernfusion haben oder nicht. Nämlich die Kombination von Solarzellen und Windrädern, in einem Verbundnetz mit Speichern. Von diesen können wir beliebig viele aufstellen, ohne echte Nachteile. Aber halt – diese Art von Stromerzeugung hat tatsächlich gewaltige Nachteile. Nicht für uns, aber für die bisherigen Energielieferanten, nämlich sowohl, die Öl-, Gas- und Kohlelieferanten als auch die Betreiber von Grosskraftwerken, die solche fossile Energieträger verbrennen. Die hätten dann keine Geschäftsgrundlage mehr, sondern müssten sich der Konkurrenz vieler kleiner Anbieter (bis hin zum Mini-PV-Balkonkraftwerk) stellen.
Und genau deswegen betreiben die Fossilbarone (nennen wir die Besitzer dieser Unternehmen mal so) seit Jahrzehnten Politik und Propaganda dagegen. Und das ist das Problem. Was kann man da machen? Die gängige Antwort darauf lautet: Da muss sich „die Politik“ drum kümmern. Nur: Wir haben ja schon seit dem Ende der Nazidiktatur in Deutschland demokratisch gewählte Regierungen. Die dann genau diese Politik gemacht haben. Wenn wir also eine andere Politik haben wollen, müssen wir andere Parteien wählen. Und welche? Das können wir nachschauen.
Zum Beispiel auf abgeordnetenwatch.de, wo die Antworten von Politiker:innen, und deren Abstimmungsergebnisse veröffentlicht werden. Da sehen wir also, wer wie abgestimmt hat, und können bei der nächsten Wahl entsprechen handeln. Und wenn wir das alle machen, kriegen wir eine zukunftsorientierte Politik. Ausser, wir sind zu faul dazu, oder haben Angst davor, dass unsere Ansichten durch die Tatsachen verändert werden könnten. Aber das sehen wir ja dann. Bis dahin wünsche ich den Fusions-Forscher:innen viel Erfolg. Vielleicht werden wir ja irgendwann verwenden, was sie herausfinden.
das Pic ist von Rodolfo Clix aus Sao Paolo, Brasilien und cc nc
Solarzellen oder Photovoltaikanlagen sind ein beliebtes Ziel der Desinformation. Es gibt tatsächlich Leute, die diese wertvollen Energieerzeuger für Sondermüll halten, der früher oder später unseren Planeten vergiftet. Diese Propagandabemühungen der Fossilenergiekonzerne stehen allerdings auf… gar keinen Füssen. Grundsätzlich bestehen PV-Zellen aus Silizium, einem verbreiteten und ungiftigen Mineral, plus geringen Mengen seltener Metalle, die auch keinen Schaden anrichten – wenn sie denn jemals auf einer Müllkippe landen würden. Was nicht der Fall ist, weil gebrauchte Solarzellen, selbst wenn sie durch Alterung oder Hagel einen Teil ihrer Leistung verloren haben, in den Entwicklungsländern reissenden Absatz finden und dort heute schon vielen Millionen Menschen Zugang zu Elektrizität verschaffen. International tätige Solarzellenbörsen haben zu jedem Zeitpunkt über 10 Millionen PV-Tafeln im Angebot, in der „Dritten Welt“ holen diese Second-Hand-Sonnenzellen Menschen aus der Armut. via bloomberg, pic Thomas Oettinger cc0
Das zentrale Hindernis für die Energiewende – die wir dringend beschleunigen müssen, wenn nicht Teile unseres Planeten in einigen Jahren unbewohnbar werden sollen – ist die Speicherung des regenerativ erzeugten Stroms. Bisher setzt man da vor allem auf Lithium-Ionen-Akkus, die aber teuer sind und nur langsam aufladen. Natürlich wird nach neuen Technologien geforscht, jetzt hat ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen die Entwicklung eines Aluminium-Schwefel-Akkus vorgestellt. Die Elektroden sind dabei aus Aluminium und Schwefel, zwei sehr verbreitete und damit preisgünstige Baustoffe, der Elektrolyt ist ein geschmolzenes, etwa 110° C heisses Salz. Diese Elektrolytkammer ist nicht gross, kann gut isoliert werden und verbraucht damit kaum Energie. Der grosse Vorteil dieser Technik ist, dass damit schnell-ladende Batterien aus umweltverträglichen Stoffen sehr billig hergestellt werden können. Ab hier sollte es keine Argumente gegen die Umstellung auf rein elektrisch betriebene Fahrzeuge – und Haushalte – mehr geben. nature via ars technica, pic andreas160578 cc0
Was wir nicht wussten: Koreanischer Technopop eignet sich prima zur Veranschau-lichung wissenschaftlicher Fakten. Energieerhaltungssatz Gangnam Style. via mefi
Prospect war 2018 einer der Handvoll besten SciFi-Filme der letzten Jahre, in einer Liga mit District 9 oder Arrival. Jetzt hat die Indie-Filmcrew um Zeek Earl und Chris Caldwell ein neues Projekt angekündigt, mit einem dreckigen, fiesen Aussenseiter-kosmos am Rand irgendeiner Galaxis, reichlich Hintergrundstory und massiven, modernen Crowdfunding-Plänen: The Fringe. Das Teaser-Video ist schon ne Klasse für sich, ich bin bereits aufgeregt und gespannt. „Help us, Zeek and Chris, you’re our only hope.“ via quietearth
Firefly war eine der besten Scifi-TV-Serien ever. Eine Space-Opera in kleiner Besetzung, die zeigte, was Han Solo uns vorenthielt: Das Leben von Rebellen und Aussenseitern am Rand der galaktischen Zivilisation. Mit erstaunlich viel menschlicher Wärme. Fans fordern seither eine Fortsetzung, diese kommt jetzt. Irgendwie. Disney hat die Rechte gekauft und will eine familienfreundliche Fassung auflegen. Was das bedeutet, mussten wir mit dem unerträglich klischeehaften und langweiligen „The Mandalorian“ ertragen, der das Star Wars Universum auf den kleinstmöglichen kommerziellen Nenner reduzierte. Die erotischen Elemente dürften also genau so aus der Serie verschwinden wir das reichlich vergossene Blut, die vielen Flüche in chinesischer Sprache oder das Lebensmotto von Firefly-Captain Malcolm Reynolds: „I aim to misbehave“. Schade. via movieweb
Brandon Withrow ist Informatiker und glühender Simpsons-Fan. Deshalb hat er mit Hilfe eines Raspberry Pi Zero Minicomputers und eines 3D-Druckers ein Simpson-TV hergestellt, das die ersten 11 Staffeln enthält und nach dem Einschalten die Folgen in zufälliger Reihenfolge abspielt. Ein Genie, diese Brandon. Hier auf Reddit hat er ein Video.
Wir sind der post-fossilen Zukunft wieder einen Schritt näher. Der Batteriehersteller und Lieferant für Akkus in Tesla-Autos, Contemporary Amperex Technology Co., kündigte die Produktionsreife von Batterien auf Natrium-Ionen-Basis an. Die neuen Speicherzellen benötigen also kein Lithium, Nickel oder Kupfer, sondern Natrium, das heute bereits kostengünstig und umweltschonend aus Salz gewonnen wird. Damit fällt ein bedeutender Nachteil bisheriger wiederaufladbarer Batterien weg. Die erste Generation von Na-Ionen-Zellen speichert allerdings pro Kilo Gerwicht weniger elektrische Leistung als die bereits seit vielen Jahren weiter entwickelten Li-Ionen; das dürfte sich aber mit dem erwartbaren technischen Fortschritt ändern. Für Tesla-Fahrzeuge wird CAT austauschbare Batterieblöcke in beiden Technologien liefern. bloomberg, pic tesla
Und wir dachten, es könne nicht noch schlimmer kommen: The Colony kommt ab dem 27. August ins Internet, die Story klingt vertraut und bewegt sich im üblichen postapokalyptischen Szenario. Eine Astronautin wird zurück zur Erde geschickt, lange, nachdem die Menschheit diese wegen Klimakatastrophe mit Überflutung verlassen musste. Allerdings scheint es in der Sternenkolonie nicht so richtig mit der Vermehrung zu klappen, also soll das Geheimnis der Reproduktion auf der alten Erde gefunden werden. Bis hierhin alles im Rahmen. Die echte Katastrophe allerdings ist, dass der eigentlich vielversprechende Streifen von Roland Emmerich produziert wurde, also müssen wir mit dem schlimmstmöglichen Kitsch rechnen. Wenn nicht Schlimmerem. Wahscheinlich enthält der Trailer alle guten Szenen und wir sollten es dabei belassen. io9
Zack Snyder, Star-Regisseur unzähliger Pulp- und Genremovies mit und ohne Zombies oder Splatter, kündigte gerade die Netflix-Serie „Rebel Moon“ an. Das Script dazu stammt teilweise aus seinem Pitch für einen Star Wars Film, der aber von Disney zugunsten der bekannten Kitsch-Trilogie nicht gekauft wurde. Zack findet aber, dass er ein genauso grosser Kurosawa-Fan sei wie der alte George Lucas, und erzählt daher die Story von einem verschlafenen Kolonieplaneten am Rand des von Menschen besiedelten Sternenraums, der aber vom bösen galaktischen Tyrannen Balisarius bedroht wird. Also schicken die braven Siedler eine junge Frau mit mysteriöser Vergangenheit zu den umliegenden Sonnensystemen, um dort für Unterstützung zu werben. Daraus lassen sich natürlich viele spannende Episoden stricken. Zack will daraus ein ganzes Scifi-Universum bauen, er arbeitet seit zwei bis drei Jahren daran. Nächstes Jahr sollen die Dreharbeiten beginnen. Ich denke, wir alle wünschen ihm von Herzen, das die Macht mit ihm sein möge – oder wie das Herumgezaubere bei Rebel Moon dann eben heisst. Und nein, es gibt noch kein Artwork zur kommenden Serie, also ist das Pic oben aus dem Space-Game No Man’s Sky von Hello Games. Bericht via hollywoodreporter
Quantencomputer sind heute bereits damit beschäftigt, unsere Zivillisation zu retten. Unser Planet erwärmt sich seit Beginn der Industrialisierung. Die massenhafte Erzeugung von CO2 durch Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas und von Methan durch die Fleischindustrie und Fäulnis in den Müllhalden hat Land und Meer aufgeheizt, global um ein durchschnittlich Grad. Folgen sind Überschwemmungen, Dürren, Waldbrände und im ganzen eine Abnahme der bewohnbaren Landfläche. Experten rechnen uns vor, dass bis 2050 deshalb eine halbe Milliarde Menschen auf der Flucht sein werden (heute: 80 Millionen weltweit). Steigt die globale Durchschnittstemperatur weiter, werden viele Pflanzen- und Tierarten aussterben, darunter auch der Mensch.
Heute vor 58 Jahren flog die sowjetische Kosmonautin Valentina Tereshkova als erste Frau in der Geschichte der Raumfahrt ins Weltall und kreiste 48 mal und drei Tage lang um die Erde, bevor sie sicher wieder zurückkehrte. Übrigens ist sie bis heute die einzige Frau geblieben, die einen Weltraumflug alleine absolvierte, was ein schonungslos hartes Licht auf den Stand der Gleichstellung in unserer Zivilisation wirft. Die Sowjetunion war vielleicht in manchen Punkten eine verdammte Militärdiktatur, aber Frauenrechte wurden dort grösser geschrieben als sonstwo vorher und nachher – vielleicht mit Ausnahme von Skandinavien und einigen bereits vom Imperialismus ausgelöschten, kleineren Kulturen. Tereshkova ist heute Abgeordnete im russischen Parlament und stimmt dort für Herrn Putin. Ok. Trotzdem können wir heute abend auf sie und die Bedeutung ihres Raumflugs im Sommer 1963 anstossen. Nastrovje!
Danke, dass ihr auch da wart, selbstfahrende Autos, aber Zhi Hui Jun hat ein selbstfahrendes, selbst balancierendes, selbst steuerndes Fahrrad gebaut, dem man auch mal ne Einkaufstasche dranhängen kann, ohne dass es umfällt. Und das ist einfach viel cooler als langweilige selbstfahrende Autos. via gizmodo
Wenn wir endlich eine klassenlose Gesellschaft erreicht haben, also wenn der Klassenkampf (der von der selbsternannte Elite, den sehr Reichen. Mächtigen und Skrupellosen gegen alle andern geführt wird) zu Ende ist, können wir alle Kunst machen. Oder sonst etwas sinnvolles. Weil die Maschinen soviel Überschuss erzeugen, dass der Zwang zur Erwerbsarbeit zusammentrocknet wie offene Farbtuben. frank nikol (homepage) via thisisnthappiness
Wir sind nur zu Gast auf einem Planeten, der von Mikroben bewohnt wird. Viele davon kennen wir gar nicht. Initiiert von Chris Mason (Weill Cornell Medicine, New York, USA) legte ein internationales Forscherteam einen Bericht vor, der sich auf Tausende von Proben aus den öffentlichen Verkehrsmitteln (Beispielbild oben) in den Metropolen der Erde stützt. Wir wissen jetzt also, dass jede Stadt eine eigene, identifizierbare Bevölkerung von Bakterien und Viren hat; nur wenige kommen auf der ganzen Welt vor. Noch überraschender: Etwa 45% der gefundenen Einzeller und Viren ist bisher nicht bekannt. Wir leben also mitten unter Mikroben und wissen (fast) nichts darüber. Ab und zu kommt dann ein neuer Mikroorganismus dazu und löst eine Epidemie oder Pandemie aus. Es wäre also eine gute Idee, mehr über die zahlenmässig vorherrschenden Spezies zu wissen, nicht wahr? slashdot, cell (Originalstudie), „Tagged Subway Car“ by Wayan Vota is licensed under CC BY-NC-SA 2.0
Wie gut, dass es Talkshows gibt, in welchen Musiker Fragen an Ex-US-Präsidenten stellen können. Wichtigste Frage überhaupt: Was ist mit den UFOs? Barack Obama gibt hier eine sehr klare Antwort: Ja, da sind Videos und Berichte von fliegenden Objekten, und wir wissen nicht, worum es sich dabei handelt, oder wie sie sich bewegen. Und ausserdem hat er zugegeben, dass er sich nach seinem Amtsantritt gleich mal erkundigt hätte, wo denn dieses Labor sei, wo man die Roswell-Aliens beobachten würde. So etwas gibt es aber nicht. UFOs schon. Im Juni, also bald, kommt übrigens der Bericht vom Pentagon zum Thema. via boingboing
Die VFX-Spezialisten der Corridor Crew beschäftigen sich in diesem Video mit der wiederholt gehörten Vermutung, „die“ Mondlandung (es waren ja eigentlich sechs, nicht nur eine) hätte gar nicht statt gefunden, sondern sei mit Filmaufnahmen aus dem Studio gefälscht worden. Zieht man in Betracht, dass es im fraglichen Zeitraum von 1969 bis 72 noch keine digitale Bildbearbeitung gab, sondern nur Modelle vor gemal-ten Hintergründen, dann kommen die Effekt-Experten zu folgendem Schluss: Diese Aufnahmen auf der Erde nachzustellen, wäre (aus vielen Gründen) sehr viel kom-plizierter und teurer gekommen, als einfach (bzw 6x) zum Mond zu fliegen. via mefi