11.200 m/s ist die Geschwindigkeit, die man braucht, um die Erde zu verlassen. Eine gute Metapher für "über den Tellerrand". Oder für "eine von den über 8 Millarden subjektiven Sichtweisen".
Also nicht etwa 17k2, sondern weiter 11k2, die Geschwindigkeit zum Verlassen der Erdumlaufbahn: 11.200 m pro Sekunde. Und das Blog gibt es heute seit 17 Jahren, in welchen ihr 5.185.512 mal draufgeklickt habt. Vielen Dank.
Und ja, ich weiss selber, dass ein Blog im Jahr 2025 etwas archaisches an sich hat. Weil das Posten auf einem beliebigen Social Network so viel einfacher ist, weniger Klicks benötigt, gleich in einem Netz aus Dingen auftaucht, die man selber toll findet… ganz anders als das alte Internet, in dem man alles selber suchen muss. Wie sagt ein weiser Mann einmal (disclaimer: das war ich): convenience is death.
Je einfacher und bequemer das Veröffentlichen ist, desto energischer wird man dazu gebracht, dabei Dinge zu tun, die man gar nicht wollte. Etwa, für völlig anstands- und gewissensbefreite Tech-Bros kostenlos Content zu liefern, damit mit den Werbeanzeigen auf der betreffenden bequemen Plattform Milliarden gescheffelt, Millionen totalüberwacht und neue Kriege finanziert werden.
Und das wird mit der zunehmenden Beliebtheit von AI, künstlicher Intelligenz, neuronalen Netzen, LLMs oder wie die multinationalen Raubmordkopiermaschinen sonst heissen, immer noch mehr. Bis, und das werden wir alle erleben, bis auch diese Blase platzt und die abstürzenden KI-Konzerne einen neuen Y2K-Crash mit nachfolgender Weltwirtschaftskrise produzieren.
Im Firefox lässt sich die schwindlige KI-Zusammenfassung der Suchergebnisse übrigens leicht abschalten, das macht die Zeit bis zum oben erwähnten Crash angenehmer. Was dagegen kaum noch im 11k2 vorkommt: Copyright, Katzenbilder, Kalauer. War früher alles besser?
Das nette Bild mit der 17 auf dem Roulettetisch des Lebens ist von Pavel Danilyuk und cc0
Am 10. Mai waren die Tarmac Tigers (meine aktuelle Band) in der Haifischbar (Augsburg) auf der Bühne (shoutout an No Bailout, die den Abend passend eröffnet haben). Der Laden war voll, die Kasse musste irgendwann die Tür zu machen wg Überfüllung, das kommt im alten Augsburg auch nicht oft vor. Das Video oben wurde von unserem Vocalisateur Snorre geschnitten, die Bilder stammen von Fans, steht alles im Abspann. Sah so aus, als ob alle Spass hatten. Für mich ein wichtiger Punkt in diesem Projekt, das vor 6 Jahren anfing, als ich mir ausgedacht hatte, dass ich ab sofort nicht mehr Gitarre, sondern Bass spielen will (Spoiler: ich spiel immer noch Gitarre, nur eben auf nem Bass), und zwar in einer Band mit einem Typen am Mikrofon, der zwar eindeutig was zu sagen hat, davor aber noch nie ein Mikrofon in der Hand hatte. Dafür ist es dann doch ganz gut geworden. Und besonders freu ich mich natürlich darüber, dass wir munter zwischen den Musikstilen durchsegeln. Jetzt ist erstmal Sommerpause, im Herbst gehts weiter mit Konzerten, ich halt euch auf dem Laufenden. Hier ist der Linktree, so für alle Fälle.
Lebensabschnitts-blogpost. Mir ging’s ja in der letzten Zeit nicht so wirklich perfekt. Ok, dass vor 11 Jahren mein rechtes Auge kaputt ging (Netzhautablösung) und nicht mehr repariert werden konnte (Narben auf der Makula), so dass ich nicht mehr räumlich sehen, autofahren, schnell Texte schreiben etc kann, hab ich verkraftet. Trotzdem ne neue Band gründen. Und statt dessen im sozialen Bereich arbeiten, mehr oder weniger schwierige Kinder betreuen, bis der im dunklen Süden der Republik besonders sozialunverträgliche Corona-Lockdown meine sämtlichen Nerven verbrauchte und ich erst einen Weg aus der Isolationsdepression finden musste. Und seit drei Jahren bin ich immer müde: Postcovid, sagen die Ärzt:innen. Eigentlich dachte ich, dass ein Teilzeitjob mit 1 oder 2 Stunden Kinder ankucken noch drin wäre. War er aber nicht. Ich musste den nach 3dreiviertel Jahren auch hinschmeissen, weil überanstrengt. Und meinen Status zu „Rente“ wechseln, vor einer Woche. Das ist für mich ziemlich neu, und sehr gewöhnungsbedürftig. Davor hatte ich das Selbstbild eines selfmade Menschen, der immer einen Ausweg weiss und immer eine Lösung findet. Jetzt muss ich mir (wieder mal) ein neues Leben suchen, mit ner Band (sobald ich den Bass in der Hand hab, steigt mein Energielevel auf subjektive 80%) und nem Blog, viel vorm PC chillen, plus allgemeine Pensionstätigkeiten wie rumlaufen oder Radfahren. Ok. Dann lern ich das auch (selfmade). Wie das geht. Was man da macht. Ich werde weiter berichten.
In 22 Tagen bin ich mit meiner aktuellen Band (Tarmac Tigers) auf der Bühne meines favourite Clubs, der lokalen Haifischbar. Zusammen mit einer weiteren lokalen Band und einem hier szenebekannten Dark-Elektro-DJ. Das ist dann der dritte offizielle Gig mit den Tigers und der Ausdruck eines mir persönlich enorm wichtigen Projekts.
Nämlich Musik zu machen, die sich in unerforschte Regionen vortastet. Bereits die Kombination aus Spoken-Word/Punk-Vocals, Post-Punk-Drums und einem Bass, der so tut, als hätte er noch 2 Gitarren und einen Synthie dabei, ergibt jede Menge neue Möglichkeiten. Schon in meinen früheren Bands war mir klar, dass Musik relativ sinnlos ist, wenn man dazu nicht tanzen kann, oder sich heftig bewegen will (nimm das, Beethoven!).
Je länger ich das weiterentwickle, und vor allem seit ich das auf einem Standard 4-Saiter P-Bass südkoreanischer Herkunft mache, desto weiter entferne ich mich von einer Musiktheorie, die auf Tönen, Melodien, Harmonien aufbaut, und nähere mich meinem Soundideal von rhythmisch komplex gestapelten Sounds. So eine Basssaite liefert einfach viel mehr Obertöne als der dünne Draht auf einer E-Gitarre, und mit etwas Overdrive aus einer mehr oder weniger dezent übersteuerten Bass-Amp-Vorstufe, einem angedeuteten Power-Chord mit einer (oder zwei) im Hintergrund mitschwingenden Leersaite ergibt sich ein ziemlich massives Stück Klangmetall, das mehr mit Industrial als mit RocknRoll zu tun hat.
Die eigentliche Herausforderung in jedem Song (oder… Stück, weil bei den Tigers ja nicht gesungen wird) ist für mich, die Zweigleisigkeit eines Zeitablaufs (Strophe-Chorus-Bridge-etc) mit der Zeitlosigkeit, dem Zen-Moment, in welchem sich das Riff auf sich selbst zurück bezieht, in dem es nur das Jetzt gibt, und nichts vorher und nachher, zu verknüpfen. Zum Glück sind Zeitablauf und Zeitlosigkeit in der Musik quantenverschränkt, sonst würde das ja gar nicht funktionieren. Auch darüber bin ich sehr froh. Nicht nur über das regelmässige Bad in den Tiefton-Wogen, bei 100 oder 110 Dezibel. Bis zum ersten Februar, ihr Beuteltiere!
In jeder epischen Erzählung muss es eine Hauptfigur geben, ein Leviathan ist optional, es geht ja um grundsätzliche Fragen des Lebens. So auch hier. Dieser alte Mann bin jetzt ich, und das Schallmeer wogt in meinem BüroSpielzimmer Raum, in dem ich die 8-Spuraufnahmen (Tascam DSP-24SD) meiner Band abmische (mit Reaper). Nur: Die Altbauwohnung im Herzen meiner geliebten Heimatstadt hat zwar einen trapezoiden Grundriss, deswegen sind stehende Wellen kein Problem (praktisch keine parallelen Wände), aber die im Jahr 1903 energisch aus Vollziegeln gemauerten, reflektionsfreudigen Wände machen den Klang etwas hart. So dass die Mixes woanders zu weich klingen. Und das will man ja auch nicht. Nicht wenn man im Post-Noise, Post-Punk, Post-Grime Sektor operiert.
Also könte ich mir Eierkartons (Ha ha ha ha. Nein.) oder diese hässlichen dunkelgrauen Schaumstoffpyramidenmatten an die Wand kleben. Hatte ich schon erwähnt, dass ich die unerträglich hässlich finde? Ich brauche also etwas, dass wirklich bis 3 oder 4 KHz runter die Höhen dämpft, vorzugsweise an der Wand, die von den Monitoren am meisten beschallt wird, das nicht hässlich ist, nicht giftig und nicht esoterisch teuer. Wie wärs mit Polyesterwatte? Und davor ein eher unauffälliger Baumwollstoff, auf einem einfachen Holzrahmen? Da würden zum Beispiel Dachlatten, 3x5cm, genügen. Aus dem Baumarkt neben der Uni. Da fahr ich mal hin, mit dem Townie. Nur waren die Servicewüstensöhne im Flauhaus geistig-moralisch nicht in der Lage, die abzuschneiden. Und auch das erfuhr ich erst, als ich sie nach einigem Suchen entdeckte, in einer Gruppe um den Bossman geschart. Schwer beschäftigt, alle. Keine Zeit für Kunden. Ok, Zeit für einen meiner magischen Tricks: Ich spreche die einzige Mitarbeiterin an, eine müde aussehende junge Dame im Baumarkt-Outfit. Ob sie wisse, wie das mit dem Zuschnitt wäre. Wenige Sekundenbruchteile später rumpelt der Bossman ins Bild und erklärt weitschweifig wieso und weshalb nicht. Klar, wäre ja noch schöner, wenn in seiner Gegenwart eine Frau fachliche Auskunft geben würde. In seiner Gegenwart. Niemals.
Also pack ich die Dachlatten (3 Meter) auf den Townie und roll nach Hause. Den Baumwollstoff gibts beim Reste Maier, ein paar Gassen weiter ins Lechviertel, und das Polyestervlies auch. Im Bierzimmer (Rumpelkammer gegenüber der Küche) liegt noch meine schwindlige, kleine Elektrostichsäge, zum Dachlatten teilen. Und der anämische Dekotacker, der knapp die Hälfte der Klammern ins Ziel bringt. Und vier hübsche, kleine Spanplattendreiecke, die noch von den Bühnenmonitoren übrig sind, die ich vor 10 Jahren für die kleinen Konzerte in der Haifischbar gebaut hab. Die sind genau richtig, um drangeschraubt die Ecken zu verstärken. Schallschluckwand fast fertig. So ein Altbau hat den Vorteil, dass man Schraubhaken mit der Hand in die Decke drehen kann, irgendwann kommen Holzbretter und die Schraube greift. So sieht das dann aus, ca 185 x 135 cm:
Und so von der Seite, links das Polyestervlies, rechts die Zimmerwand mit Rauhfasertapete:
Und das ist mein semiprofessioneller Mischplatz mit den alten 4312A Main Monitors, die ich 1988 für mein damaliges 16-Spurtonstudio Phase 4 gekauft hatte, den JBL Control Ones, die ich super angenehm finde und der Reaper DAW auf meinem nicht mehr völlig top-aktuellen Gaming-PC.
So. Genug erzählt. Mich zieht es wieder hinaus aufs Schallmeer. Der Raum klingt jetzt übrigens präziser, aber nicht überdämpft. Sollen ruhig kommen, die Wellen.
Fuck yeah, 64! Ja, ich hatte lange den Plan, mal 100 Jahre alt zu werden. Weiss nicht, ob das klappt. Aber die Zweidrittelmarke krabbelt schon mal näher. Bin gespannt, wie das Leben dann ist, im Renteneintrittsalter. Grundsätzlich ist älterwerden ja ganz ok: Man kriegt einen Arsch voller Chancen, dazuzulernen. Ein bischen davon lernt man dann auch, ich zumindest. Und deswegen wird man auch immer relaxter, cooler (wenn man dazulernt, sonst nicht). Der Preis dafür sind die Wehwehchen, die sich einstellen, weil unsere Spezies ja eigentlich nicht dafür gebaut ist, 64 zu werden. So wie ich grade. Eigentlich, nämlich, funktionieren Lebewesen eher so, dass sich schnell vermehrt wird, und dann schnell gestorben. Wenn man aber, so wie ich, über das zentrale Reproduktionsalter raus ist, hat das klare Vorteile: Der Body fährt die Hormonproduktion runter, es geht nicht mehr dauernd ums vögeln. Das Leben wird einfacher dadurch. In der Summe wiegt das die Nachteile auf, finde ich.
Auch wenn das rechte Auge nicht mehr funktioniert, seit der Netzhautablösung vor 10 Jahren, trotz Operationen und zwei Jahren Nachbehandlung. Naja. Blöd. Dann eben nicht mehr Autofahren, Tischtennisspielen, Gläser nachfüllen ohne Glas und Flasche festzuhalten, weil keine räumliche Sicht mehr. Auch wenn ich seit Corona ständig müde bin und nach jeder Aktion erstmal platt und keine Lust mehr auf irgendwas. Irgendwas mit Fatigue. Ok. Das Leben geht weiter. Auch ohne sinnlose Ultramobilität, ohne High-Performer-Jobs, sondern auslaufendes Medienprekariat und Teilzeitjobs im sozialen Sektor, mit mehr Konzentration auf: Was (zur Hölle) will ich eigentlich machen?
Schuften zum Kohle machen ja wohl nicht, das bischen Kinderbetreuung und gelegentliche Abende als Tontechniker halten mich so grade über Wasser, und in zwei Jahren kommt, wie erwähnt, die Rente (unterhalb der Grundversorgung, wg Lebenswandel) dazu. Das wird schon irgendwie gehen. Was ist wichtig, am Ende des Tages (bzw des Arbeitslebens)? Die Community, also die Leute um dich rum, die Kreativität (heute Abend spiel ich mit meiner neuen Band Tarmac Tigers in einer der coolsten Bars der Stadt), der Beitrag, den Planeten bewohnbar zu halten und nicht abzufackeln. Ja, wirklich, das Fermi-Paradox ist leicht zu erklären: Die vielen Zivilisationen da draussen existieren nicht mehr, weil sie ihren Planeten durch Hyper-Industrialisierung unbewohnbar gemacht haben. Bei uns ist noch nicht ganz raus, wie’s laufen wird. Aber heute erstmal: Party on!
Ach, das Beispielbild einer N64 hätte auch ein C64 oder was andres sein können. Irgendwas mit 64.
Meine aktuelle Band Tarmac Tigers entstand halb geplant, halb zufällig vor 5 Jahren. Und macht mich ziemlich glücklich: Drums, Bass und Mikrofon, Eklektizismus, Brutalismus und Minimalismus. Ich hatte ne Reihe von Bands, aber keine, die solche Extreme harmonisiert. Der Klangkörper ist reichlich unverwechselbar, schon, weil keine Gitarre oder kein Keyboard dabei ist, weil das Mikrofon UK Sprechgesang, Punk, Grime zusammenbringt, die ganze Combo voll auf den Groove konzentriert ist, Krautrock, Punk, Post-Punk, Hardcore zitiert und, weil nur 3 Humanoiden und keine Maschinen mitspielen (nicht mal Effekte), das Ganze mit Synkopen, Triolen, Offbeats überzuckert. Der letzte Mai ist, wie ich finde, ein guter Termin für einen Gig, auch aus ganz persönlichen Gründen, das Drunken Monkey eine der coolesten Bars in der alten, zerrissenen Stadt mit dem höchsten Migrantenanteil und niedrigsten Durchschnittseinkommen des ganzen Bundeslandes. One, two, three, four, five, six, seven, eight.
Nach wie vor verschwende ich die besten Jahre meiner Jugend mit Lesen. Oft mehrere Stunden pro Tag. Manche der Artikel, Beiträge, Bücher zeige ich euch hier im Blog, andere bereichern einfach nur mein Leben. Heute möchte ich euch vier Quellen vorstellen, mit Autor:innen, deren Texte mich in letzter Zeit beeindruckt haben, von denen ich gelernt habe. Ja, ich kann dazu lernen, und darüber bin ich sehr glücklich.
Hier ist Tim Bray, der bei Google, Amazon, Sun Microsystems gearbeitet hat und heute als Consultant für die US Regierung mithilft, Meta/Facebook zur Verantwortung zu ziehen. In seinem Blog hat er einen Beitrag, Sucking It Up, in dem er mit sehr klaren Worten über sich, über uns, über die Privilegierten der Ersten Welt (a.k.a. Globaler Norden), über Sexismus, Rassismus, Kapitalismus spricht, in einer Weise, die uns Leser:innen nicht runterzieht, sondern stärker macht.
Hier ist Aella, die eine erfolgreiche Karriere als Escort und auf Onlyfans hat und daraufhin beschloss, ihre Erfahrungen wissenschaftlich aufzuarbeiten. Mit einer Umfrage unter mehreren Hunderttausend Internetnutzer:innen zu Sexualverhalten, Beziehungen, Fetischen, und einer offenen Auswertung der enormen Datenmenge. Das ist bemerkenswert. Endlich macht mal jemand sowas, und veröffentlicht es. Lest nach, in ihrem Substack Blog und auf ihrer Website.
Jessica Wildfire betrieb ihr Substack quer durch die Pandemie und versorgte uns mit notwendigen wissenschaftlichen Daten gegen jede Hysterie (also gegen Coronaleugner und Impfverweigerer), und mit einem Ventil für den ganzen Ärger und die Frustration, die wir in dieser Zeit anhäuften. Jetzt betreibt sie eine auffallend lesenswerte Kommentarwebsite mit Beiträgen unterschiedlicher Autor:innen zu allen aktuellen Themen (konkret: Gaza): OK Doomer.
Und hier ist der unumgängliche Shout-Out an Frau (Christiane) Frohmann, die ihre Beiträge zu Feminismus, Demokratie und dem Leben im Allgemeinen auf NewFrohmanntic veröffentlicht. Und ausserdem die grossartigen Prä-Raffaelitischen Girls produziert.
Alles bis auf Frau Frohmann ist in englischer Sprache (aber die könnt ihr ja) und alles fand ich extrem lesenswert und bereichernd.
Das pic mit den Büchern oben ist von Pacto Visual und cc nc
Bob Log III (Quote: „I’m a professional, God damn it. I live in a car.“) und seine australischen Mind Control Devices manipulierten die atemlosen Anwesenden gestern Nacht dazu, Champagner aus einer kinderschlauchbootgrossen Badeente zutrinken, Dutzende von Luftballonen zum Platzen zu bringen, während der Songs in seinem mitgebrachten Toaster Weissbrotscheiben zu bräunen und diese, beim nächsten Song auf seinem Knie sitzend, zum Zweck eines Handy-Selfies im Mund zu tragen, sowie einen langen Abend lang zum transkontinentalen Garage-Blues zu tanzen. Einer der sympathischsten Männer, die ich je getroffen habe, by the way. Aber auch sonst ist dieser Herbst voller hochkultureller Grossereignisse, hier in der Augsburger Lower Eastside, jener Kasbah des hemmungslosen Vergnügens zwischen Drunken Monkey und Haifischbar:
25.8. Bontempi Snakeoil Co (im Hai)
21.9. Nosebleed (im Hai)
29.9. Bob Log III, (im Monkey)
14.10. Urban Junior (im Hai)
20.10. Reverend Beatman (im Hai)
4.11. Rejetnicks & MFC Chicken (im Hai)
Wie sagte man früher so schön? Be there or be square.
Nachdem das bisherige WordPress-Theme sich serverseitig verändert hatte, so dass man beim Kommentarschreiben (dunkle Schrift auf dunklem Hintergrund) nichts mehr lesen konnte, nun doch wieder das Capoverso-Theme. Das ich schon mal hatte, das aber keine Blogversion für Mobiltelefone anbietet, so dass dort kein Menü (mit Impressum etc) angezeigt wird. Weswegen ich Capoverso noch mal umbauen musste, mit einer Homepage und dem Blog als internem Link. Und schwarzem Hintergrund mit hellgrauer Schrift. Und blauen Links. Und hellgrauem Hintergrund beim Kommentieren. Das lass ich erstmal so. Aber, Fritz, warum veränderst du nicht einfach das CSS? Weil ich dafür auf einer WordPress.com Adresse einen bezahlten Tarif für 100 Schleifen pro Jahr wählen müsste. Seit 2008 wären das immerhin 1600 Eurelien. Andere Leute kaufen sich davon… sonstwas. Aber, Fritz, warum nimmst du nicht die selbstgehostete Version? Weil ich kein Coder bin, und weil ich schon genug andere Hobbies hab. Echt. Zuviele. Ich mag mein kleines Blog wirklich gerne, aber nicht so gerne, dass ich dafür extra PHP lernen würde. Ihr könnt das auf euren Blogs ja anders machen.
Update (4.10.23): Nach meinem Post im WordPress.com Userforum hat das Entwicklerteam bei Automattic tatsächlich nachgesehen, und den Code geändert, so dass das Colinear-Theme auch in dunkel wieder benutzbar ist. Wow. Das hätte ich irgendwie nicht erwartet. Daumen hoch, WordPress!
Die Regierung belügt uns. Soviel ist klar. Meistens mit „Ich kann mich daran nicht erinnern“, „Das war mein Bruder“ oder auch gerne „Dafür ist kein Geld da“. Das kennen wir. Was uns die Regierung allerdings ebenfalls verschweigt, ist die Existenz von echten, tatsächlichen, mitten unter uns lebenden Dinosauriern. Die, wenn man sich Mühe gibt, in unseren heimischen Wäldern aufgespürt werden können. Ihr Erscheinen mag mit dem aktuellen, saurierfreundlichen Wetter zusammenhängen, aber ich bin mir sicher, dass auch andere als ich in Kürze Beweisfotos und -videos veröffentlichen werden.
Yay! 23. August. Geburtstag dieses Blogs. Und immer noch sowas wie ein Internettagebuch. Die Katzenbilder sind allerdings seltener geworden. In kurzen Zahlen: 8775 Beiträge, 34060 Kommentare (die les ich immer wieder gerne), 407 WordPress-Abonnenten, 29 Email-Abonnenten, Xitter und Facebook hab ich wieder abgeklemmt weil doof, und das alles in nur 613 MB. Aber letztere Zahl stimmt nicht, WordPress/Automattic stellt da ab und zu den Zähler auf Null. Anders der Unterhaltungsfaktor, der ist nach wie vor hoch. Zumindest für mich. Und ein paar von euch. Eine weitere, enorm praktische Funktion hat das Blog dazu entwickelt: ein Internetnotizbuch. In dem aufgelistet ist, welche Bands, Filme, Comics ich mal gut fand. Man kann sich ja nicht alles merken. Chronologisch, seit 2008. Weiter so, 11k2! Cheers! Das pic ist von Ilya Chunin und cc0
Ich bin seit ungefähr 2009 auf Twitter, und das kleine Blog (das gibts seit 2008) hier auch. 11k2 hatte schnell einen eigenen Twitter-Account und postete die Beiträge selbst. Wie praktisch. Jetzt wurde Twitter allerdings auch von einem rechtspopulistischen, egomanischen Milliardär übernommen (ich glaube, alle Milliardäre sind rechtspopulistische Egomanen) und macht keinen Spass mehr. So wie Facebook, diese dystopische, apokalyptische Version von America Online, die per Algorithmus nur das Schlechteste aus Menschen herausholt. Glücklicherweise gibt es Mastodon, dezentrales Microblogging, also kann ich da weiterreden, und das hier ist der letzte Beitrag, den das 11k2-Blog automatisch auf Twitter postet. Fühlt sich befreiend an. Ihr findet mich im Fediverse unter @fnberger@home.social . 11k2 out.
Wie leben im dritten Jahrtausend (einer random Zeitrechnung), und es gibt Leute, die in diesem Jahrtausend geboren sind. Also nach Y2K. Und für die ist konservativ das neue rechts. Stimmt natürlich, und ist auch schon länger so, aber aus Sicht der Gen Z ist das ein besonders krasses Problem. War es für mich übrigens auch, als ich 20 war, nur ist das schon ein paar Tage her. Richtig bizarr wird die Situation aber erst dadurch, dass die Post-Millennials heute gegen eine Generation (oder eher zwei) protestieren, mit der ich aufgewachsen, in die Schule, ins Büro, in die Kneipe gegangen bin. Und die jetzt nicht wahrhaben will, dass sie exakt denselben Mist baut wie die paar Generationen davor. Und dass wir Teile dieses Planeten unbewohnbar machen, wenn wir nicht sofort unsere Bequemlichkeitsreligion in die Tonne treten. Was wir, die 11k2-Community, natürlich gar nicht wollen. Naturkatastrophen, Rohstoffkriege, Epidemien. Nein, ich hab seit über 5 Jahren kein Auto mehr, war das letzte mal vor 10 Jahren in einem Flugzeug gesessen, esse ungefähr einmal pro Woche was mit Fleisch. Aber das reicht nicht. Jedesmal, wenn die FridaysForFuture vor meinem Haus vorbeidemonstrieren, geh ich runter und mache mit. Jedesmal, wenn jemand auf Facebook Klimaleugnerblödsinn erzählt, widerspreche ich massiv. Aber das reicht nicht. Am Ende wird es nur dann was mit der Zukunft für die Gen Z und die nachfolgenden, wenn wir uns alle zusammenschliessen und die obszöne Gier der Konzerne und ihrer Besitzer abschaffen. Durch politische Entscheidungen, die nur dann funktionieren, wenn „wir“ genügend viele sind. Wer macht mit? Selbst auf die Gefahr, dann von der Springerpresse als progressiv und das neue Linke gedisst zu werden? pic ist von mir und cc by sa
Um diesen Dschungel zu durchqueren, hab ich inzwischen rund einen Arbeitstag verpulvert. Ich fühl mich schon fast wie Kara Ben Nemsi im Wilden Westen. Und das ging so: Wie ihr wisst, hab ich Ende Juno beschlossen, das alte WordPress-Theme meines kleinen Blogs von 2008 durch ein neueres zu ersetzen, das dann von Automattic, dem WordPress-Entwickler, auch weiter unterstützt wird. Das waren schon mal ein paar Stunden vergleichen, rumklicken und rausfinden, was sich mit der neuen Generation Themen machen lässt. Schliesslich hat mir Capoverso gut gefallen, die Farben sind da hübsch. Winziges Problem: Das Thema hat kein Menü auf Mobilgeräten. Das bedeutet, das Impressum lässt sich nicht aufrufen. Zufällig Hereinsurfende wissen also nicht, wer das macht und warum. Oh nee. Also gestern ein anderes, das zwar auch gut aussieht, dafür aber weder Hashtags noch sonst irgendwas unter den Beiträgen anzeigt. Auch nicht. Also doch das Colinear-Theme und ausführliches Schrauben, bis es so aussieht wie jetzt. Klar geht alles noch eine Nummer intensiver, mit einem selbstgehosteten WP-Blog hätte ich noch mehr Möglichkeiten, würde dafür aber noch mehr Zeit verballern. Irgendwas ist immer, nee? Wie findet ihr, dass 11k2 inzwischen aussieht?
Ehrlich, das 11k2-Blog hat am 23. August 2008, also vor 14 Jahren, seinen first post bekommen. Und 2008 war noch digitale Bronzezeit: Das iPhone wurde erst ein Jahr davor vorgestellt, das Android OS erst einen Monat nach dem 11k2-Start. Internet war damals also noch etwas für Desktop-PCs oder höchstens Laptops mit begrenzter Akkulaufzeit. Heute ist das alles anders, heute wird das WWW zu über 80% von Mobilgeräten (Handys und so) aus benutzt. In den gesamten 14 Jahren habt ihr, werte Leser:innen, die Seiten dieses Blogs 5.149.222 mal aufgerufen, bei 792.836 Besuchen. Und dabei die 8.678 Beiträge 32.423 mal kommentiert. Wobei die aufregendsten Jahre natürlich 2012 und 2013 waren, als ich noch hyperaktiv in der Piratenpartei war und pro Tag bis zu 11 Beiträge postete. Jetzt mal direkt gefragt: Wie habt ihr den Unterschied erlebt, diese Epochenwende von altem zu neuem (mobilen) Internet, vom „Internettagebuch mit Katzenbildern“ zu einer Verlinkungsmöglichkeit für Soziale Plattformen? Ich erlebe schon auch, dass die Kommunikation zwischen Leuten, die publizieren und Leuten, die rezipieren, inzwischen nur noch auf den social media abläuft, genauso wie überhaupt das ganze Internet. Weil es einfacher ist, was ja für sehr viele Leute ein zentrales Argument darstellt. Wahrscheinlich gibt es heute genausoviele Nerds mit HTML-Kenntnissen wie 1994 und genausoviele Webseitenbetreiber wie 2008, aber dazu sind eben alle anderen gekommen, die zuvor eher Tageszeitungen in leichter Sprache oder Fernsehnachrichten mit lustigen Bildern gewohnt waren. Und wahrscheinlich ist es in 14 Jahren, also 2036, wieder ganz anders. Aber das sehen wir ja dann. Das Pic ist von Jonas Löwgren und cc by sa
Nach fast 14 Jahren ein neues WordPress-Theme: Capoverso (ital. Einschnitt). Weil das von 2008, Neo Sapiens, nicht mehr unterstützt wurde. Nachvollziehbar, weil sich das WWW in diesen 14 Jahren enorm verändert hat: Heute gehen (in old germany) über 80% aller Nutzer mobil ins Internet. Nicht mehr per PC, den nur noch Online-Trilobiten wie ich benutzen (ich hatte ab 1996 einen eigenen Internetzugang). Deswegen werden Webseiten und WordPressblogs heute eben vor allem für Smartphones geschrieben. Ich weiss, ich weiss: Auf den Inhalt kommt es an. Der ist nun eben moderner verpackt. Das Pic mit dem Einschnitt oben ist von Susanne Jutzeler und cc0.
Genau das wäre mein Traum einer Bestattung: Mit einem Loved One Launcher und einer Packung biologisch abbaubarer Konfetti ein letztes Mal in die Welt geballert werden. Der Hersteller weist ausserdem darauf hin, dass eine handelsübliche Urne so viel Asche enthält, dass man zwei mal ballern muss, um den Dahingeschiedenen auch wirklich loszuwerden. Ans Universum. Die vom Krematorium angelieferte Asche kann dabei über 20 Meter weit geschleudert werden, also Vorsicht. Winziges Problem ist das nach Bundesländern unterschiedliche Bestattungsgesetz, das etwa an meinem Wohnort das lustige finale Hinausballern meiner Asche als Ordnungswidrigkeit ahnden würde. Da müsste ich also ein Budget für die amtlichen Geldbussen der Kanonen-bestattungsgäste vorsehen. Der Loved One Launcher von Cremation Solutions kostet übrigens 395 USD plus Konfetti und Versand. Klingt ok. via boingboing
Stimmt es, dass man sich mit der Zeit, mit neuen Erfahrungen, mit überwundenen Problemen, Niederlagen, Erfolgen, verändert? Das will mir zumindest einer der präzistesten Persönlichkeitstests, nämlich der Dungeons&Dragons Character Test nahelegen. War ich demnach vor 9 Jahren noch Chaotic Good Human Bard/Rogue, so hat sich meine Persönlichkeit durch die durchaus turbulente Zeit seither wohl verändert, nämlich zum Chaotic Neutral Human Wizard. Also jemand mit weniger sozialen Interessen, eher ein Einzelgänger, der sich ungern an Regeln hält und seine Vorhaben durchzieht, no matter what. Wow. Das hatte ich nicht erwartet. Eher die gegenteilige Entwicklung. Aber ok… wie ist das bei euch? Das sehr gelungene Pic ist von Gerry Arthur. Und hier gehts zum Test. Viel Glück.
Im Sommer ’12 hab ich zum ersten Mal Linux installiert, Ubuntu im Dual Boot (also parallel zur vorhandenen Windows Installation), und hab das seither mit all meinen Rechnern gemacht, Desktop und Notebook. Warum? Weil mir Windows zu fehler-anfällig und unsicher war. Ok, Windows 10 ist mittlerweile ziemlich stabil und für Gaming gut zu gebrauchen, aber in das wilde Internet möchte ich nicht mehr hinein surfen, mit einem Betriebssystem, das für Fernwartung gebaut ist. Tatsächlich hat Linux auch seine Macken: Es gibt nicht für jede beliebige Hardware vernünftige Treiber, und die Softwarepalette ausserhalb von Internet/Produktivität ist überschau-bar. Wobei mir auf der Arbeitspartition die Auswahl Firefox, Thunderbird, Libre Office und Gimp völlig genügt. Und wenn es mal ein Problem gibt, ist die Kommandozeile in Linux sowohl mächtiger als auch sicherer als in Windows. Ich denke mal, ich werde das weiter so halten: Ein hübsches, einfach zu benutzendes Ubuntu plus irgendein dualgebootetes Windows für die Spielsachen. Hier, probiert es selber aus.
Nein, ich wünsche mir heute keinen älteren sowjetischen T-62 medium battle tank, weil ich Militär und Krieg nach wie vor verabscheue. Aber ich wünsche mir, dass die Ukraine von diesen und ähnlichen Typen genügend aufstellen kann, um sich gegen die faschistische Invasion Russlands zu verteidigen. Und möglichst schnell Frieden zurück zu bekommen. Letzteren bitte auch für Kurdistan und (Ohne T-62) für die zerstrittenen Geschwistervölker in Palästina. Und dann noch Gesetze für Solarzellen auf allen Hausdächern (auch Industrie), damit wir die Kohle-, Öl- und Edgaskraftwerke abschalten können, und für Zuschüsse zum öffentlichen Verkehr (im Gegensatz zum motorisierten Individualverkehr). Damit die Erde auch in 20 Jahren noch schön ist. Das ist doch wohl nicht zuviel verlangt? Hallo?
Bin eben zurück von meiner dritten Corona-Impfung („Booster“) und fühle mich deut-lich erleichtert. Und dankbar. Ich bin so froh, dass ich in dieser Zeit lebe (trotz allem). Nachdem meine ersten beiden Shots im Sommer mit Biontech gefüllt waren, hab ich mich diesmal für Moderna entschieden (Was für ein Luxus! Ich kann auswählen!), weil Kreuzimpfungen noch ein winziges bischen besser wirken als homogene. Naja, ein bischen traurig bin ich auch, wenn ich an die Leute denke, die sich durch die laufende Propagandakampagne in den sozialen Plattformen und Teilen der Yellow Press verunsichern lassen und die Impfung verweigern. Die werden früher oder später alle angesteckt, und dann nochmal, und dann nochmal. Bis sie krank werden, oder genügend Immunität erworben haben. Aber ok, das muss jede*r selber wissen. 3-2-1-Launch. Das Gif ist von der Esa und zeigt eine Ariane.
Nachdem ich schon mein ganzes Leben harter Fan aller Erkältungskrankheiten bin, bin ich um so mehr erleichtert, dass es mit der Grippeimpfung wieder kurzfristig geklappt hat. Einerseits, weil mir eine typische Wintergrippe eine Woche Fieber plus vier Wochen Kreislaufflaute einbringt, andererseits, weil ich gerade „in times of rona“ mein Immunsystem im Gleichgewicht halten möchte. Klar bin ich 2-mal-Biontech-geschützt und hab dadurch eine 20:1 (95%) Chance, mich nicht anzustecken oder krank zu werden und eine 100% Chance, nicht daran zu sterben, aber andererseits pulsiert das Leben wieder um mich herum, in Form von ungetesteten Grundschulkindern in meinem Betreuer-Dayjob und angetrunkenen Konzertbesuchern (je nachdem, was schlimmer ist), wenn ich abends als Tontechniker arbeite, also will ich das Risiko für mich und andere (bei Ansteckung kann ich auch Überträger sein, selbst wenn ich selbst nicht krank werde) möglichst klein halten. Und ihr so? Anyway, bleibt gesund. beispielpic tumisu cc0
Ja, wirklich. Heute vor 13 Jahren war der first post des 11k2-Blogs. Der Beginn eines Projekts, das zu meiner eigenen Überraschung bis heute weiterläuft. In diesen 13 Jahren waren das 8.590 Beiträge, 33.930 Kommentare, 5.135.320 Aufrufe von 783.536 Besucher:innen, 592 Follower:innen. Keine Frage, die ersten drei Jahre waren die wildesten, mit Piratenthemen, Katzenbildern, Internetmemes, Technik, Musik. Politik. Dann hat sich der Meatspace bei mir vorgedrängt und das kleine Blog ist immer noch mein persönliches Logbuch geblieben. Nur eben nicht so wild. Ausblick: Ich sehe derzeit keinen Grund, damit aufzuhören. Ok, irgendwann kommen keine neuen Artikel mehr nach und die Kommentarspalten füllen sich mit Spam. Dann wisst ihr, dass ich tot bin. Das dauert aber noch ein paar Jahrzehnte. Bis dahin viel Spass! Das Pic oben zeigt die „Wilde 13“ aus dem Stück „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ der Augsburger Puppenkiste (Uraufführung 1961), das Bild ist von Elmar Herr. Ho ho ho! Jetzt erstmal eine Buddel voll Rum, auf die nächsten 13 Jahre.
Mel ist mein favourite Männermagazin (besser als fancy-schmancy GQ usw) und war ein paar Monate weg, weil der corporate Sponsor ausgestiegen war. Jetzt haben sie einen neuen und posten, was das Zeug hält, und was Männer interessiert. Also Dinge wie „Männer berichten von Belästigung durch Zusendung unverlangter Tit Pics“, „Warum jede Farm im Süden der USA in ein Sklaverei-Museum umgewandelt werden sollte“, „Warum Paul Verhoevens Starship Troopers die Zukunft vorausgesagt hat“, „Der andere Drogenkrieg: Gefälschtes Viagra“ oder „Warum manche Frauen beim Sex ihren BH tragen“. Also so ähnlich wie Vice oder Buzzfeed, nur weniger trashig. Ernst-hafter. Erfahrene 11k2-Leser (m/w/d) wissen, wie ich das alles meine. Aber lest selber: mel magazine
Das gilt schon seit über einem Jahr. Für mich war es allerdings extrem positiv, dass der Schnell- und danach der PCR-Test negativ waren. Weil ich ne knappe Woche mit Fieber, Kopfschmerzen und ohne Kreislauf auf der Nase gelegen war, und dazu noch Geschmacks- und Geruchsveränderungen erlebte. Kaffee (eins meiner wichtigsten Lebensmittel) roch und schmeckte auf einmal wie Gülle aus dem Abfluss, vermischt mit Johannisbeersaft, und dieses Symptom gilt nun mal als corona-typisch. Nein, sagte der Arzt auf Nachfrage, das kann auch bei Grippe passieren. Aber liest man denn nicht überall, dass die „normale“ Grippe durch die Covid-Hygienemassnahmen praktisch ausgestorben sei? Ja, schon, aber ich bin Zeit meines Lebens ein so begeisterter Fan von Erkältungskrankheiten, dass ich es trotzdem schaffe, mir eine einzufangen. Diesmal sogar mit Geschmacksdings. Das gibt es also auch. Die Dame auf dem Pic oben (von Adina Voicu cc0) trägt übrigens eine Krone (Corona) aus Blumen, das ist der Zusammenhang, und ich kann die typischen Stachelbälle nicht mehr sehen. So wie ihr auch. Be well.
Vor vier Wochen fing alles an. Plötzlich wollte mein Desktop-PC, Kommunikationszentrale, Tor zur Welt, Archiv meiner Aktivitäten und Unterhaltungsmultitalent beim Starten kein Bild mehr zeigen. Oh, dachte ich. Am Kabel rütteln hilft, dann sollte ich wohl mal das VGA-Kabel aus dem späten 16. Jahrhundert gegen ein modernes HDMI tauschen. Aber wir haben ja grade Corona, und man kann nicht so einfach in den Laden gehen und was holen. Also Bestellen und Postweg. Dauert auch nur wenige Tage. Fast forward: „Das Blutbad im PC-Gehäuse“ weiterlesen →
Gerade eben habe ich mir eine Grippeschutzimpfung geben lassen. Die zweite in meinem kurzen und ereignisarmen Leben. Weil ich mir sowieso schon immer jede verfügbare Erkältung und Grippe einfange, um so mehr, da ich seit 2 Jahren an der Schule arbeite. Und weil ich im Februar 8 Tage lang wegen Grippe auf der Nase lag, und dann noch 3 Wochen brauchte, um wieder ganz auf die Füsse kommen. Und dafür ist mir meine Zeit zu schade. Und weil ich so langsam ins „beste Alter“ komme (ich hör sie ticken, die biologische Uhr), in welchem das Immunsystem ja nicht gerade sprunghaft besser wird. Vorletztes Jahr (also im Herbst 18) hab ich mir ne Grippeschutzspritze verpassen lassen, und prompt war nichts, nicht mal die angeblich auftretenden Nebenwirkungen. Das ist natürlich nur ein anekdotischer und kein empirischer Beweis, aber immerhin mach ich das, damit ihr das nicht machen müsst. Und jetzt die schlechte Nachricht: Der Impfstoff ist bundesweit bald weg, weil die Nachfrage dieses Jahr aus Gründen so gross war. Also wenn, dann bald.
Das Beispielbild eines Human Rhinovirus C15a oben ist von José R Valverde und cc0, und zeigt sehr schön, dass der Erreger keine Stacheln hat, so dass man auch nicht „Corona“ zu ihm sagt. Mal so zur einfachen Unterscheidung.