Hat Zuckerberg Pornos an Minderjährige verteilt?

Zumindest ist das der Gegenstand einer Anklage vor einem US-Bezirksgericht. Demnach habe Meta (Facebook, Instagram, Whatsapp) 81,7 Terabyte von (nach Herstellerangaben) „Erwachsenenvideos, die dafür berühmt sind, das Stil- und Qualitätsniveau von Hollywood zu erreichen“ ohne Bezahlung heruntergeladen. Dazu habe Meta die Downloadplattform Bittorrent benutzt, welche demjenigen die besten Downloadraten gibt, der die beliebtesten Uploads bereitstellt. Das sei, so der Erwachsenenvideohersteller, von der hauseigenen Bittorrent-Prüfsoftware gezeigt worden. Also könne festgestellt werden, dass Meta Filmprodukte, die sich ausschliesslich an Über-18-Jährige richten, auch für Jüngere frei verfügbar machte.

Das ist natürlich böse und kann in den USA zu ernsten juristischen Problemen führen. Obwohl Kids ja längst wissen, wie Mama und Papa untenrum aussehen, was zunächst gar nicht so schlimm ist. Würden die Erwachsenenfilme nicht ausschliesslich dumme Rollenklischees transportieren und statt zwischenmenschlicher Kontakte ausschliesslich reproduktionsbezogene Handlungen zeigen, so dass die Kids ein völlig falsches Bild von der Situation kriegen. Aber das ist ein eher allgemeines Problem. Das eigentliche Problem im oben geschilderten Fall ist, dass Meta laut Anklage jede Menge Pornos downloadete, um damit seine „künstliche Intelligenz“ (die ja nicht intelligent ist) zu schulen. Weil im Porn eben Körperkontakte und Gesichtsausdrücke zu sehen sind, die sonst im Internet nicht vorkommen. Ja. Richtig.

Wir wissen bereits, dass die Tech Bros zu den gewissenlosesten Multimilliardären gehören (einige wenige haben manchmal Skrupel) und sich an keinerlei Regeln halten. Aber was tun wir dagegen? Protestieren wir öffentlich (so wie ich grade)? Geht das in unsere Wahlentscheidungen mit ein (manche Parteien nehmen dazu Stellung)? Greifen wir zum Konsumboykott (Signal statt Whatsapp, Mastodon statt Facebook oder Twitter, Pixelfed statt Instagram)? Oder sind wir mit unserem Los als Digitalsklaven zufrieden? Hm? beispielpic: internet

Moderne Musikpiraterie: 200 Millionen

Hier ist die Story: Die Band Limp Bizkit verklagt grade vor einem Gericht in Kalifornien die allmächtige Universal Music Group (UMG) auf Nachzahlung von unterschlagenen 200 Millionen US-Dollar. Tantiemen aus Spotify in den letzten Jahren. Die Band und ihr Label sagen, die Abrechnungssoftware von UMG sei so gebaut, dass Künstler automatisiert über den Tisch gezogen werden. Ok. Irgendwas wird schon rauskommen bei diesem Gerichtsverfahren, und ich wünsche den Musikern und ihren Pals viel Glück, auch wenn ich deren Musik schrecklich finde und selber als Sell-Out betrachte. Trotzdem: Diese Musikpiraterie muss aufhören. Was können wir tun? Spotify nicht benutzen, auch wenn es sooo bequem ist? Nein, genau weil es so bequem ist. Weil es eine Maschine zum Betrügen von Kreativen ist. Musik gibts auch woanders. Bandcamp, Jamendo. Kleine Konzerte in deiner Stadt. Mit Leuten auf der Bühne, die ihre eigene Musik machen. Keine Sell-Outs.

Das Ende der Piraterie

Ist es vorbei? Über die letzten Jahrzehnte konnten wir dabei zusehen, wie sich die Musikindustrie massiv veränderte: Heute nehmen Musiklabels keine neuen Künstler:innen mehr unter Vertrag, sondern handeln nur noch mit den Veröffentlichungs- und Aufführungsrechten vorhandener Produktionen. Parallel nahm der Kampf der Industrie gegen die sogenannte Piraterie an Bedeutung zu: Unbezahlter Download oder auch nur Konsum von Musik, Film, Kultur und Wissen war nun ein schweres Verbrechen und wurde in spektakulären Aktionen von schwerbewaffneten Polizeieinheiten verfolgt.

Ok. Zeitsprung nach 2024: Die wichtigsten Verbreitungsform für Musik, Film, Text ist Streaming. Die konsumierten geistigen Leistungen sind nicht mehr Besitz der Benutzer:innen, sondern nur noch Lizenz. Die solange gilt, bis die Konzerne ihre Meinung ändern. Was vielfach vorkam, auch bei Büchern. Nun wirft der Gaming-Journalist Luke Plunkett im derzeit besten Gaming-Mag Aftermath die Frage auf: Ist es noch Piraterie, wenn es gar keinen Besitz, sondern nur Benutzung gibt? Ist Schwarzfahren dasselbe wie Strassenbahnen stehlen? Oder sind ehemals rechtliche Begriffe, wie Diebstahl, Raub, einfach bis zur Unkenntlichkeit überdehnt und deswegen kaum noch gültig? Ist es also moralisch ok, Streaming zu nutzen, ohne dafür zu bezahlen? Die „Rechteinhaber“ sind hier anderer Meinung. Aber wenn ich es doch mache, was ist dann? Gestohlen wird dabei ja nichts, sondern nur genutzt. Und wenn ich (legal) Musik auf Youtube höre, dabei aber einen Adblocker (uBlock Origin) im Browser (Firefox) aktiviert habe, so dass keine Werbeeinnahmen generiert werden? Ist das dann auch Piraterie? Wenn es nach den Konzernen geht, ja. Aber seit wann machen Konzerne die Gesetze? Vielleicht, dann, wenn wir jemals eine Bundesregierung aus CDU, CSU, FDP oder Afd haben. Aber das können wir ja verhindern. Bis dahin muss die hier gestellte Frage jede(r) für sich entscheiden.

Sind Kino und Musik noch konkurrenzfähig?

Ok, die Zahlen sind von ’21, aber da wird sich nichts substanzielles geändert haben: Videogaming macht 180 Mrd (Milliarden!) USD im Jahr, davon die Hälfte Handy. Kino schafft vielleicht mal 40 Mrd, die Musikindustrie setzt weltweit, nach starkem Wachstum durch Streaming, gerade mal 26 Mrd USD um. TV macht global circa 85 Mrd USD. Das rückt einiges zurecht, oder? Andererseits müssen wir jetzt damit rechnen, dass die gewissenlosen multinationalen Finanzkonzerne nach Film und Musik auch Games aussaugen und als leere Hüllen ohne Bedeutung wegwerfen. Ja, ok, dann eben nur noch DIY. grafik via George Mack

Copyright ist Diebstahl. Heute: Roy Lichtenstein

Der us-amerikanische Maler Roy Lichtenstein gilt als einer der Begründer der Pop-Art. Seine Bilder werden heute für ein Vermögen gehandelt. Der us-amerikanische Comic-Strip-Zeichner Hy Eisman dagegen ist gerade 96 geworden und entdeckte unlängst, dass Lichtenstein nicht nur ein oder zwei, sondern richtig viele seiner Comics (und anderer Zeichner) kopiert hatte. Mit knalligeren Farben. Die Ähnlichkeit ist… naja, eben kopiert. Wie ist das also mit dem Copyright? Wann gilt es, und wann ist eine künstlerische (oder intellektuelle) Leistung ein Original? Am Ende kommt es darauf hinaus, wer wen verklagt. Oder: Am Ende gewinnt der Konzern mit der grösseren Rechtsabteilung. Wir müssen uns daran erinnern, dass Copyright (und Urheberrecht, egal, in welcher Sprache) als neue Rechtsform eingeführt wurde, damit kreative Erzeugnisse als Waren vermarktet werden konnten. Also dem kapitalistischen Verwertungsprozess unterworfen. Zuvor bekamen Künstler:innen und Wissenschaftler:innen eben Geld und andere Zuwendungen. Ohne dass irgendetwas verkauft wurde. Das wäre in unserer heutigen maschinengestützten Überflussgesellschaft leicht möglich. Statt dessen haben Comic-Zeichner nur eine Armutsrente, während Kunstmarktsurfer und Berufskopierer in märchenhaftem Reichtum leben. Das muss nicht so bleiben, das könnten wir ändern. via guardian, video via boingboing

Musikindustrie fast tot, Umsätze wachsen weiter

Die Musikindustrie wird, wie wir alle wissen, seit Jahrzehnten durch Piraterie und Raubkopien in den Tod getrieben. So gründlich sind die Mörder der Musik­ab­teilungen internationaler Medien- und Finanzkonzerne, dass nach aktuellen, offiziellen Zahlen die globalen Umsätze um einen erneuten Rekordwert von 9,7 % gewachsen sind. Ein stetiges, jährliches Umsatzwachstum von knapp 10 Prozent hätten wir allerdings auch gerne. Die Hälfte (47 %) stammt mittlerweile aus Streaming. Wir wissen allerdings im Moment nicht, was aus diesem Geschäftsmodell nach Umsetzung der EU-Copyrightdirektive werden soll.
ifpi via pitchfork, pic cc0 lukas

Generative Musik

Alex Bainter ist so freundlich, auf seiner Website eine Vielzahl an generativen Musikstücken bereitzustellen. Also Musik, die nicht komponiert wurde, sondern die von einem Script erzeugt wird, während du zuhörst. Wer ist dann der Urheber und wer hat welche Rechte woran? Naja, drittes Jahrtausend, da passen nicht mehr alle Konzepte aus der frühen „Neuzeit“. via kottke, pic screenshot generative.fm

Das Internet wird gerade an Konzerne verkauft

Im Europaparlament – dort passiert das aktuell – geben sich Lobbyvertreter und konzernnahe Abgeordnete gerade alle erdenkliche Mühe, das Internet zu einer geschlossenen Plattform zu machen. Die dann von einigen wenigen Unternehmen kontrolliert wird. Was läuft konkret dabei ab? Das neue europäische Copyright, das dann später von den Mitgliedstaaten in lokales Recht umgewandelt werden muss, hat über Nacht einen Entwurf bekommen, der schlimmer ist als alles, was wir bisher kannten. Ausgehandelt wurde der Text von einer deutschen und einer französischen Delegation. Die beiden Länder zusammen können solche Gesetzesentwürfe durchdrücken. Nur die kommende Abstimmung im EU-Parlament kann das alles noch verhindern. Und was genau? „Das Internet wird gerade an Konzerne verkauft“ weiterlesen

FCKDRM: Endlich geistiges Eigentum

Die Online-Vertriebsplattform GOG (Good Old Games) hat eine Initiative namens FCKDRM gestartet. Der Vertrieb für Spiele und andere Online-Kultur bietet bisher schon alles ohne Kopierschutz (DRM) an: Wenn du etwas kaufst, gehört es dir, und du kannst damit machen, was du willst. Auch deinem Freund oder deiner Freundin kopieren. Was du nicht sollst, weil die Entwickler des Spiels oder Schöpfer des digitalen Kulturguts auch von irgend was leben müssen. Aber du entscheidest selbst, und nicht irgendein Software-Zusatz, der deine Nutzung einschränkt, etwa weil du dich jedesmal mit dem Internet verbinden musst, um das Gekaufte zu nutzen. Was kann man tun? Produkte ohne DRM kaufen, zum Beispiel bei GOG (kann ich aus eigener Nutzererfahrung empfehlen) und weiter Freiheit vom DRM fordern: fckdrm.

Die US Navy als Piratenflotte

Aus unserer beliebten Reihe „Niemand weiss, was Copyright eigentlich ist“. Heute: Die deutsche Software-Firma Bitmanagement mit Sitz am schönen Starnberger See unweit von München verkaufte vor einigen Jahren eine Lizenz für ihre 3D-Software „BS Contact Geo“ für 100 PCs zu insgesamt 30.000 USD an die US Navy. Danach erwarb die Flotte noch 38 Lizenzen der neuesten Version. Vor zwei Jahren wurde klar, dass die Navy das Programm auf deutlich mehr Geräten verwendete, so dass sich Bitmanagement an ein US-Gericht wandte. Inzwischen geht es um nicht weniger als 429.604 Installationen und einen Antrag auf einstweilige Verfügung, mit dem Ziel, 600 Millionen USD zu erhalten. Eigentlich sollte irgendwer in der grössten Militär­flotte der Welt wissen, wie Copyright geht. Ist aber wohl nicht so. torrentfreak, pic pd

Wo das Copyright endet

Obwohl wir in den letzten Jahren eine anhaltende Ausdehnung der „geistigen Eigen­tumsrechte“ erleben, gibt es immer wieder Anzeichen von Vernunft. Zum Beispiel Richter, die einen Anspruch auf geistigen Besitz an irgendetwas Beliebigem stoppen. So wie im konkreten Fall Michael W. Fitzgerald am Bezirksgericht Zentral-Kalifornien, der gerade eine Klage der Songwriter Sean Hall und Nathan Butler gegen das Pop-Sternchen Taylor Swift zurückgewiesen hat. „Wo das Copyright endet“ weiterlesen

Piratenmarketing funktioniert immer wieder

Vor zehn Jahren veröffentlichten Jerome Bixby (Buch) und Richard Schenkman (Regie) den Indie-SciFi „The Man from Earth“, eigentlich ein Theaterstück mit wenigen Darstellern, das vorziegend in einem einzigen Zimmer spielt. Das Pro­duk­tions­budget umfasste berichtetermassen 200.000 USD, das Marketingbudget null, kein Vertrieb interessierte sich, wenige Monate später war das kurzweilige Stück ein Kultklassiker geworden und heimste Filmpreise ein. Was war inzwischen passiert? „Piratenmarketing funktioniert immer wieder“ weiterlesen

Piraterie im Internet der Dinge, die einem nicht mehr gehören


Das unbezahlte Ansehen und Anhören von Kultur- und Wissenserzeugnissen im Internet wird heute teilweise mit dem malerischen Wort „Piraterie“ bezeichnet. Ahh, die Karibik! In anderen, deutlich weniger pittorsken Nachrichten zum selben Thema erfahren wir, dass der US-Internetprovider Armstrong Zoom dazu übergangen ist, seinen Kunden Drohbriefe zu schicken, wenn sie der „Piraterie“ beschuldigt werden. Dann nämlich würden diese in Gefahr geraten, so der Drohbriefprovider, dass sie ihre Heizung und andere ans Internet-Of-Things angeschlossene Geräte nicht mehr richtig benutzen können. „Piraterie im Internet der Dinge, die einem nicht mehr gehören“ weiterlesen

Warum Urheberrecht nicht funktioniert: Weisses Rauschen

Urheberrecht, oder Copyright, ist wie ähnliche Immaterialgüterrechte (Marken, Patente) mittlerweile zu einem wirtschaftlichen Monster geworden. Obwohl es ja irgendwann mal dafür gedacht war, und in der Vorstellung vieler immer noch dafür da ist, Urhebern, also Künstlern und Wissenschaftlern, ein Auskommen zu verschaffen. Was aber im selben Moment zur Illusion wurde, als man dieses Recht an der eigenen Schöpfung zu Handelsware deklarierte, die einfach so gegen Geld ihren Besitzer wechseln kann. Im anglophonen Rechtsraum vollständig, in Kontinentaleuropa nur in Form der Vertriebsrechte, was aber in der Praxis keinen gravierenden Unterschied bedeutet. Ein fantastisches Bespiel für dieses einfach nicht funktionierende Konzept des Urheberrechts liefert dieser Tage der australische Musikwissenschaftler Sebastian Tomczak. „Warum Urheberrecht nicht funktioniert: Weisses Rauschen“ weiterlesen

Der Krieg um den Planet der Affen und ihr Urheberrecht

Endlich Frieden auf dem Urheberrechtsplaneten! Die Tierrechtsorganisation PETA hat die Klage gegen den Fotografen David Slater (hier und hier im 11k2) zurückgezogen. Letzterer hatte das Urheberrecht auf Affenselfies im indonesischen Urwald für sich beansprucht, Wikipedia auf Löschung der Bilder verklagt und ein schönes Makakenselfiebilderbuch herausgebracht. Von dessen Einnahmen wird Slater ein Viertel für die Erhaltung des Affenurwalds abgeben, und die Urheberrechtsfrage ist ein für alle Mal geklärt: Affen haben keines, gegenständige Daumen hin oder her. Pech. Deswegen sind die mit Davids Kamera geknipsten Portraits auch in der Public Domain, jeder kann sie verwenden, auch David für sein Buch (oder auch jeder andere, für andere Bücher). Ein Sieg der Vernunft, und ein seltener Schlag gegen die Landnahme des Geistigen, die gerne alles und jedes zu geistigem Eigentum erklären möchte, welches sich am Ende doch im Keller der besitzenden Klasse ansammelt. Wo es niemandem nützt. Dann lieber im Affenurwald. via ars technica

Spielestudio lädt eigenes Spiel auf Pirate Bay, für Leute ohne Geld

Acid Wizard Studio, die Entwickler des gerade erschienenen Horror-Games Darkwood, haben nach eigenen Angaben ihr neues Game, das auf Steam oder GoG gerade 13€99 kostet, DRMfrei und ohne Einschränkungen auf die Pirate Bay hochgeladen. Damit handelt es sich hier um einen eindeutig legalen Torrent, falls das jemand wissen möchte. Die Devs nennen dafür zwei Gründe: „Spielestudio lädt eigenes Spiel auf Pirate Bay, für Leute ohne Geld“ weiterlesen

Eigentum an Überschriften, via Import und Export

Wer erinnert sich noch an die Versuche der deutschen Grossverlage vor zwei Jahren, ein Eigentum an Überschriften und Nachrichtenartikelzeilen zu er­finden, um dadurch Geld von Google, kleinenen Suchmaschinen und überhaupt dem ganzen Internet abzusaugen? Und wie kläglich das gescheitert ist, weil alleine schon die Google Suche die Hälfte der Besucher auf eine Nachrichtenwebseite bringt? „Eigentum an Überschriften, via Import und Export“ weiterlesen

iZombie 3

Die dritte Staffel der wirklich sehr amüsanten Zombiekomödie iZombie ist vorgestern kulminiert (neudeutsch: gefinalt) und steht daher vollständig auf den einschlägigen Streamingplattformen zum bingewatchen bereit. Staffel vier wird produziert, und, ja, die Finanzierung von Kunst und Kultur ist ein ungelöstes Problem, solange wir alle Streaming kucken statt Bezahl-Netflix oder gehirnzerstörendes Werbe-TV. Aber das müssen wir eben ein andermal klarziehn. Womöglich sollte man direkt damit anfangen, die Austeritätspolitik abzuschaffen. Das Pic ist übrigens nicht direkt aus der Serie, sondern Cosplay von Katy-Angel. Yay. Cosplay.

Portugal legalisiert die Privatkopie

Das portugiesische Parlament hat das dortige nationale Urheberrecht durch Gesetzesbeschluss soweit abge­ändert (PDF), dass in Zukunft die Privatkopie auch trotz eines etwa vorhandenen digitalen Kopierblockers (DRM) legal ist. Dasselbe gilt für Erziehungszwecke. Das kleine südwesteuropäische Land stellt sich damit noch weiter an die Spitze des Fortschritts. „Portugal legalisiert die Privatkopie“ weiterlesen

Den Haag, Mondrian und die Industrialisierung des Geistigen

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Die Stadtverwaltung von Den Haag hat sich, in Erinnerung an einhundert Jahre „De Stijl“ Design, ein Mondrian Makeover zugelegt. Das sieht wirklich hübsch aus an der weissen Rathausfassade, schwarze Balken und Primärfarbenflächen aus Kunststoff­klebefolien. Und die Halbmillionenstadt konnte sich die Appropriation eines der zentralen 20th-Century-Maler sogar leisten. Weil der gute Piet eben 1944 final den Pinsel weggelegt hat, und deswegen das Urheberrecht an seinem Werk im Jahr 2014 ausgelaufen ist. „Den Haag, Mondrian und die Industrialisierung des Geistigen“ weiterlesen

Spinal Tap verklagt Universal Music auf 400 Millionen US-Dollar

Klingt wie eine Breaking News aus einem zweifelhaften Film. Passiert aber grade. Spinal Tap, gibts die überhaupt? War der ganze Film von 1984 nicht irgendwie Fake? Richtig, das war eine Mockumentary, also die Persiflage einer Dokumentation. Wie später auch „Dark Side of the Moon“ (2002), wo „bewiesen“ wurde, dass die Mondlandung ein Schwindel sei. Nur hatte Spinal Tap mehr frühen Heavy Rock zu bieten, und fast alle heutigen Metal-Witze stammen aus diesem grossartigen Film (oben der Trailer ). Jetzt zu den Fakten: „Spinal Tap verklagt Universal Music auf 400 Millionen US-Dollar“ weiterlesen

Der Chrome Browser gehört jetzt der Unterhaltungsindustrie

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Seit dem letzten Update für Chrome und Chromium (ja, auch die „freie“ Version ist betroffen) ist das eingebaute DRM („Kopierschutz) Widevine nicht mehr abschaltbar. Das bedeutet, dass der Chrome Browser zu einem Internet-TV-Gerät geworden ist, bei welchem die Anbieter bestimmen, was du sehen darfst und was nicht. Zusätzlich stellt das fest integrierte DRM ein juristisches Problem für Security Fachleute dar: Diese können nun nicht mehr uneingeschränkt über Probleme des Browsers be­rich­ten, ohne deswegen in Gefahr zu kommen. Glücklicherweise gibt es Alternativen wie den von einem unabhängigen Team produzierten und weiterentwickelten Firefox. Disclaimer: Auch dieses Blog wird unter Verwendung von Firefox recherchiert und publiziert. slashdot, boingboing

Über den Tod des Downloads

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Ja, richtig, Download ist eine Kulturverbreitungsform, die ebenso wie Vinyl, CD, VHS, DVD, Compactcassette ihrem Ende entgegen geht. Die grossen Labels (kleine Labels sind eigene Nischen) machen inzwischen weniger Geld mit Downloads als mit dem neuen heissen Scheiss: Streaming. Kids von heute kaufen keine CDs mehr, keine MP3s, sondern machen nur noch ihr Smartphone an und hören was. Warum soll das seltsam sein? Mal so aus meiner Sicht: „Über den Tod des Downloads“ weiterlesen

Das Ende der freien Presse (wie wir sie kennen)

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Wir hören unablässig, dass die freie Presse durch das Internet zerstört würde. Wes­wegen man Abscheulichkeiten wie das Leistungsschutzrecht einführen müsse, das auch den blossen Händlern von geistiger Leistung, also Verlagen und Medien­konzernen, ein neues, frisch ausgedachtes Recht am Weiterverbreiten von Über­schriften und Zusammenfassungen geben müsse. Was ja nichts mit dem Recht des Urhebers am eigenen Werk zu tun hat, schon weil Über­schriften im einfach ver­ständ­lichen Gegensatz zu Romanen, Filmen oder Opern keine urheberrechtlich schütz­baren Werke sind, sondern nur Teile von simplen Sätzen. Bizarr, ja, aber doch ein klarer und direkter Ausdruck der Verwirrung, die von der aktuellen technischen Veränderung unserer Lebensgrundlagen ausgelöst wird. „Das Ende der freien Presse (wie wir sie kennen)“ weiterlesen

Wir werden bestohlen, während wir zusehen: Neue Internetgesetze

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Während sich die Leute hier noch den Kopf darüber zerbrechen, ob irgendwelche Syrer oder Eritreer irgendeinen Einfluss auf dieses Land hätten oder ob man Sachsen unter psychiatrische Aufsicht stellen muss, werden in Brüssel neue Gesetze erfunden, damit sehr grosse Unternehmen mehr Geld von uns allen bekommen, ohne dafür auch mehr leisten zu müssen. Ich erklär das mal genauer. Zunächst ist es wichtig, zu erwähnen, dass nicht irgendeine gesichtlose EU-Bürokratie schlimme Dinge erfindet, sondern dass ein abgehalfterter deutscher Politiker dahinter steckt. Der seinen Landesministerpräsidentenjob damals aufgeben musste, weil er mehr­fach einen NSDAP-Richter aus seiner Heimatgegend gelobt und in Schutz genommen hatte. Der dann nach Brüssel in die EU-Kommission abgeschoben wurde, weil er ja nur im Inland peinlich geworden war, ansonsten aber erstklassige Kevlarqualitäten aufweist: Seit er zuerst EU-Kommissar für Energie, dann für Digitale Wirtschaft wurde (jeweils auf Betreiben unserer Bundesregierung), setzt er sich massiv für die Interessen der grossen Unternehmen ein und zeigt dabei kein Peinlichkeitsempfinden. Ein Mann ohne Gewissen: Günther Oettinger. „Wir werden bestohlen, während wir zusehen: Neue Internetgesetze“ weiterlesen

In Kuba kommt das Internet einmal pro Woche ins Haus

El Paquete Semanal, das Wochenpaket, ist eine schattenwirtschaftliche Institution im freien Kuba, wo die Abwesenheit des US-Imperialismus mit Unannehmlichkeiten wie de facto fehlendem Internet erkauft wird. Prompt laden technikaffine Enkel der Revolution allwöchentlich die neuesten Filme, Musik-MP3s, Apps, Soaps, Webmagazine auf eine mobile Festplatte und laufen die Runde ihrer Abonnenten ab. Einmal pro Woche Surfen ist besser als garnicht, oder? Und zwei Peso convertible – das wären etwa 50 Peso cubano oder zwei US-Dollar und damit etwa 7% des durchschnittlichen Monats-Nettoeinkommens – für ein TeraByte Unterhaltung und Information ist ein guter Deal, zumal die Grundbedürfnisse im sozialistischen Kuba stark subventioniert sind. Natürlich funktioniert das alles nur, wenn man sowohl den staatlichen Anspruch des Informationsmonopols als auch den privatwirtschaftlichen des Copyrights ignoriert. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die kubanische Regierung das Ganze irgendwann legalisiert, und ich könnte mir auch vorstellen, dass dann eine geringe Gebühr oder Steuer erhoben wird, die dann den Urhebern zu fliesst. Wenn sie nicht vorher von den Handelskonzernen gefressen wird. vox via kottke

Das geheime Leben der Eichörnchen

Was passiert, wenn man eine Action-Kamera auf dem Boden platziert, um Eich­hörnchen zu filmen? Das. Eines davon nimmt die kleine Kiste mit in den Baumwipfel, um nachzusehen, ob sich was davon essen lässt. Um es dann bei nachgewiesener Ungeniessbarkeit wieder fallen zu lassen. On second thought: Nach den berühmten MakakenSelbstbildnissen ist das hier ein weiterer Fall eines von Nichthumanoiden erstellten geistigen Werks. Welches somit keine Urheber­rechte hat. via arbroath

Sackgassen der Zivilisationsentwicklung: Leistungsschutzrecht

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Das Leistungsschutzrecht ist eine ziemlich neue Erfindung, die auf der Vorstellung aufbaut, dass Suchmaschinen und andere Webseiten Geld bezahlen müssten, wenn sie Überschriften und Satzanfänge von anderen Webseiten beim Suchergebnis abbilden. Beim Entwickeln dieser Vorstellung hat man sich natürlich durch das Urheberrecht inspirieren lassen, das aber ganz klar sagt: „Nur ganze geistige Werke kann man schützen. Ideen nicht, und Überschriften auch nicht. Und es gibt ein Zitatrecht.“ Deswegen musste man auch ein eigenes Recht dafür erfinden, um von Suchmaschinen oder anderen Geld verlangen zu können. „Sackgassen der Zivilisationsentwicklung: Leistungsschutzrecht“ weiterlesen