
Mehr wären auch einfach keine gute Idee, oder? via

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MySpace war ab 2003 die zentrale Plattform für Indie-Musik, für Kreative und Fans. Leider wurde das Unternehmen schnell an den rechtsoffenen Medienkonzern News Corp verkauft, der das ursprüngliche Konzept in eine langweilige Top-40-Seite verdrehte und damit die Beliebtheit zerstörte. Allerdings wurde 2007 Soundcloud in Berlin von zwei deutschen Unternehmern gegründet. Und bis heute nicht verkauft.
Zwar gibt es Deals mit Musikgiganten wie Universal und Beteiligungen durch Venture Capital Firmen, aber die Entscheidungen werden immer noch in Berlin getroffen. Keine Megakonzerne wie Google/Alphabet, Facebook/Meta, Twitter/X haben Kontrolle darüber, Dikaturen wie Russland, China, Türkei haben Soundcloud gesperrt, was auf ein gewisses Rückgrat gegenüber Antidemokraten schliessen lässt.
Musiker:innen bekommen Tantiemen, die sich danach richten, wie oft ihre Tracks gehört werden. Fans können Kommentare direkt in die Songs reinschreiben („tolles Solo“, „wahnsinnsrefrain“). Die einfache Zugänglichkeit der Plattform hat zum Entstehen eigener Genres geführt (Soundcloud Rap). Soundcloud ist um so wichtiger für die heutige Musik, da Bandcamp leider erst an Epic Games, dann an Private Equity Spekulanten verkauft wurde, so dass die Tage dieser eigentlich immer noch grossartigen Musikplattform gezählt sind.
Hier ist die Soundcloud website, Apps für mehrere Systeme sind auch da. Und nein, ich werde nicht für diesen Beitrag bezahlt, aber hier ist der Werbeblock, auf den ihr gewartet habt. Meine Band hat auch eine Soundcloud-Seite. Und eure Musik? Hm?
Die US-Kabarettistin Sarah Cooper fasst hier sehr schön die Entwicklung des Reichtums bis zum heutigen Tag zusammen: Von „ich besitze 10 Sklaven“ über „ich besitze eine Farm, ein Stahlwerk“ und „ich kaufe mir Politiker, eine ganze Regierung“ bis zu… naja, hört selbst.

Deutsche Sicherheitsbehörden ermitteln zu den Anschlägen durch Einwanderer direkt vor der Bundestagswahl in eine neue Richtung: Moskau. Auch das ZDF hat in einer Internetrecherche aufgedeckt, dass es vor den Anschlägen jeweils auffällig viele russische Suchanfragen nach den Anschlagsorten, Webcams mit Livebildern dazu oder den Namen der späteren Opfer und Täter gab. Da wir nicht annehmen, dass es in Russland besonders viele Hellseher:innen gibt, bleibt nur der Schluss, dass auch hier der russische Geheimdienst seine schmutzigen Finger im Spiel hatte. Es läuft darauf hinaus, dass gezielt labile, beeinflussbare Einwanderer zu Terroranschlägen manipuliert wurden, um der russlandfreundlichen und rechtsextremen Afd zu einem besseren Wahlergebnis zu verhelfen. Wir sollten allerdings nicht auf eine lückenlose Aufklärung dieses Zusammenhangs hoffen, da die in Teilen rechtsoffene CDU/CSU auf die selbe Karte setzte und Angst vor Migranten schürte, um die weit grösseren Probleme Klimakatastrophe und Einkommens- und Vermögensungerechtigkeit aus den Medien zu bekommen. pic

Ich weiss, da werden mir viele Leute energisch widersprechen. Die überhaupt pauschal annehmen, dass Politiker dumm wären. Tja. Falsch. Ich erklär das mal:
Donald Trump hat so viele Gesetzesverstösse angesammelt, dass er den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen müsste – ausser, er ist US-Präsident und damit praktisch unantastbar. Also gibt er sich jede Mühe, weiter Präsident zu bleiben. Er ist ja schliesslich nicht dumm. Eigentlich wäre er, als kompletter Unsympath und in seiner ersten Amtszeit bereits als luxussüchtiger Versager entlarvt, nicht mehr wählbar. Allerdings hat er mächtige Sponsoren, die dafür gesorgt haben, dass er wiedergewählt wird: Die Multimilliardäre. Einige, wie Zuckerberg, Pichai oder Musk besitzen oder kontrollieren soziale Plattformen und sorgen dafür, dass Meinungen zugunsten von Trump besser verbreitet werden als Kritik an ihm. Andere, wie Bezos oder Soon-Shiong, kontrollieren wichtige Tageszeitungen (Washington Post, Los Angeles Times), TV-Sender wie Fox steuern Themen vom rechten Rand bei. Vladimir Putin, übrigens auch ein Multimilliardär, lässt seine Geheimdienste rund um die Uhr arbeiten, um Trump zum Präsidenten zu machen.
Mit all diesen Männern hat Donald, der selbsternannte Dealmaker, Vereinbarungen getroffen: Ein Leben in Luxus gegen… alles, was seine Gönner von ihm verlangen. Harter Kurs gegen Europa, Kuscheln mit Russland, ein geplanter Börsencrash, der die Reichen noch reicher und normale, arbeitende Leute noch ärmer macht, Steuersenkungen für Superreiche und Zerstörung des Sozialstaats. Das alles tut Trump nicht, weil er dumm, sondern weil er schlau ist. Dumm wären wir dagegen, wenn wir von einem ausgewiesenen Narzissten und Egomanen plötzlich verantwortungsvolle politische Entscheidungen erwarten. Entscheidungen, die uns allen zugute kommen. Und nicht nur ihm selbst.
Und dasselbe gilt für Politiker in unserem eigenen Land, die sich aufteilen in solche mit Verantwortung und andere mit ungebremstem Egoismus. Letztere werden auch hierzulande gerne gewählt, weil man ihnen Willensstärke, Durchsetzungs- und Problemlösungsfähigkeit unterstellt. Diese Fähigkeiten, falls vorhanden, nutzen sie aber nur für sich selbst, nicht für ihre Wähler:innen. Absichtlich. Nicht aus Dummheit. Und das muss “die breite Bevökerung” lernen. Oder es geschieht euch recht, was passiert. Und das 11k2-Blog verlost in der erwähnten breiten Bevölkerung (hier: Cducsufdpafd-Wählende) T-Shirts mit der Aufschrift: OPFER. Deal?
Bong Joon Ho hat schon mehrere Klassiker produziert: The Host, Snowpiercer, Parasite, und jetzt eben Mickey 17. Direkt gesagt: Es ist eine Scifi-Klamotte um den arbeits- und zukunftslosen Mickey Barnes, der aus Verzweiflung (hier Kapitalismuskritik) einen Vertrag als Expendable unterschreibt. Also wird er auf einem Kolonisationsraumschiff und auf dem verschneiten Zielplaneten Niflheim als Versuchskaninchen verwendet. Jedesmal, wenn er stirbt, wird ein neuer Klon von ihm produziert und mit seinen gespeicherten Erinnerungen gefüllt. Auf dem Höhepunkt der Geschichte ist er in seiner 17ten Ausgabe angekommen. Von da an werden die Plot Twists und Genrezitate immer krasser, bis am Ende… aber seht selbst. Ich hab mich riesig amüsiert. Klar, weil ich den Humor mag.
Hier wächst zusammen, was zusammen gehört: Babymetal und Poppy. Endlich. Und ich bin ganz sicher, dass Kawaii-Metal die Welt retten wird. Zumindest solange es solche Tracks gibt.
Lebensabschnitts-blogpost. Mir ging’s ja in der letzten Zeit nicht so wirklich perfekt. Ok, dass vor 11 Jahren mein rechtes Auge kaputt ging (Netzhautablösung) und nicht mehr repariert werden konnte (Narben auf der Makula), so dass ich nicht mehr räumlich sehen, autofahren, schnell Texte schreiben etc kann, hab ich verkraftet. Trotzdem ne neue Band gründen. Und statt dessen im sozialen Bereich arbeiten, mehr oder weniger schwierige Kinder betreuen, bis der im dunklen Süden der Republik besonders sozialunverträgliche Corona-Lockdown meine sämtlichen Nerven verbrauchte und ich erst einen Weg aus der Isolationsdepression finden musste. Und seit drei Jahren bin ich immer müde: Postcovid, sagen die Ärzt:innen. Eigentlich dachte ich, dass ein Teilzeitjob mit 1 oder 2 Stunden Kinder ankucken noch drin wäre. War er aber nicht. Ich musste den nach 3dreiviertel Jahren auch hinschmeissen, weil überanstrengt. Und meinen Status zu „Rente“ wechseln, vor einer Woche. Das ist für mich ziemlich neu, und sehr gewöhnungsbedürftig. Davor hatte ich das Selbstbild eines selfmade Menschen, der immer einen Ausweg weiss und immer eine Lösung findet. Jetzt muss ich mir (wieder mal) ein neues Leben suchen, mit ner Band (sobald ich den Bass in der Hand hab, steigt mein Energielevel auf subjektive 80%) und nem Blog, viel vorm PC chillen, plus allgemeine Pensionstätigkeiten wie rumlaufen oder Radfahren. Ok. Dann lern ich das auch (selfmade). Wie das geht. Was man da macht. Ich werde weiter berichten.
das schiffchen gif ist von der New-York Historical Society