16 Jahre voller Hass und Liebe

Was, 16? Schon? Nein, ich weiss nicht, wie die junge Dame auf dem Pic heisst, nur dass sie Iranerin ist. Das Pic ist von Ali Pazani und cc0. Das kleine Blog hier, 11k2, ist vor 16 Jahren ins All gestartet. 11k2 oder 11.200 m/sec ist die Geschwindigkeit, die du haben musst, um die Gravitation der Erde zu verlassen. To the stars! Am 23.8.08 war der first post. Alles Liebe und Gute zum Geburtstag, kleines Blog! Bisher 8902 Beiträge, 34.159 Kommentare, häufigster hashtag ist mittlerweile musik (672), dann politik (612), dazu schreib ich am meisten. Klar, das Leben geht weiter, und meine Themen von 2008 (Copyright, Gadgets, Killerspiele) sind in die zweite Reihe zurück. Die Besessenheit, mit der ich Anfangs das kleine Blog gefüllt hab, mit bis zu 11 Artikeln pro Tag (!) hat sich auch relativiert, dazu kam einfach zu viele Neues, nichtschriftliches auf mich zu. In der Zwischenzeit. Und dazu haben sich viel zu viele Trends in diesem Internet als blosse Hypes gezeigt. Aktuell: KI (AI) und selbstfahrende Autos. Auch hier wird die ganze Arbeit, auch diesmal, von Leuten in den Blechhütten des globalen Südens gemacht, für 2 Dollar am Tag, während blasse Apartheid-Söhnchen wie Musk Milliarden scheffeln. Und wieder verzocken. Was bleibt, ist die Klimakatastrophe. Die kriegen wir in den nächsten Jahren so richtig in die Fresse. Ok. Ich werd weiter berichten. Cheers!

Impfung gegen Lungenkrebs

Durch die enormen Fortschritte bei der Entwicklung von mRNA-Impfstoffen während der Covid19-Pandemie sind auch weitere Mittel gegen verbreitete tödliche Krankheiten in Reichweite: Der deutsche Impfstoff-Enwickler BioNTech hat in sieben Ländern gleichzeitig mit klinischen Tests begonnen. Dabei werden etwa 130 Patienten mit einem mRNA-Präparat versorgt, das Lungenkrebs bekämpft, der Krebstyp mit den meisten Todesopfern weltweit (ca. 1,8 Mio jährlich). BNT116, so heisst der Stoff, versetzt das vorhandene Immunsystem in die Lage, die Krebszellen zu bekämpfen, was bislang eben nicht der Fall ist. pic National Cancer Institute cc0

33 Jahre unabhängige Ukraine

Heute vor 33 Jahren wurde die Ukraine unabhängig. Immer noch muss das osteuropäische Land seine Freiheit mit der Waffe verteidigen – gegen einen Möchtegernzaren in Moskau und seine Armee. Es ist höchste Zeit, dass die Kulturnation am Schwarzen Meer unsere volle, nicht nur teilweise Unterstützung bekommt und nach ihrer vollen, nicht nur teilweisen Befreiung in die Europäische Gemeinschaft und die NATO (ja, leider, ist nunmal das kleinere Übel) aufgenommen wird. Das pic ist ein 3D Render von UP9 und cc by sa

Chat Pile: Masc

Chat Pile. Oklahoma City. Ist es dort so schrecklich, so unerträglich deprimierend, oder sind die ganzen US of A inzwischen so? Masc, Vorabsingle aus dem nächsten Album Cool World (im Oktober), ist jedenfalls eine epische Hymne auf die kollektive Selbstzerstörung, ein Fanal, ein Meisterstück des Post-Gaze, eine Gitarrenwand, nach der nicht mehr viel kommt. Weil alles zu spät. Sowieso. Wie gut kann eine Band sein, 2024? Nicht viele jedenfalls so wie Chat Pile.

Muss das Bürgergeld weg?

Der Deutschlandfunk hat sich die Mühe gemacht, die Sommerloch-Behauptungen der diversen rechtsoffenen Politiker in Deutschland nachzuprüfen. Die Zahlen sind ja alle öffentlich zugänglich. Was zu vermuten war, bestätigt sich dadurch: Weder gibt es Hunderttausende von Arbeitsunwilligen, noch ist das Bürgergeld ein Immigrationsmagnet. Sanktionen bringen nicht wirklich was, und Deutschland gibt weniger für Soziales aus als Nachbarländer. Aber lest selbst. grafik Andrea Kampmann/DLF

Was machen Autos eigentlich in Städten?

Was Autos in Städten machen? Na, rumfahren natürlich! Die Leute müssen ja schliesslich überall hinkommen. Ja, aber. Das könnten die doch auch zu Fuss, mit dem Fahrrad oder der Tram? Vorteil: Keine Abgase, kein Feinstaub, keine Verkehrstoten. In Deutschland werden jedes Jahr 3000 Leute totgefahren. Von Autos. Das muss nicht sein. Verkehrslärm macht krank, Feinstaub und Abgase sowieso. Muss man sich jetzt schlecht fühlen, nur weil man Auto fährt? Nein. Aber die Situation könnte viel besser sein. Für uns alle. Das beschreibt etwa die altehrwürdige Apotheken-Umschau, nebenbei das auflagenstärkste Periodikum der Republik: Mehr Autos in der Stadt? Warum das unserer Gesundheit schaden würde. Als Antwort auf den aktuellen FDP-Wahlkampf, der mehr Autos in Innenstädte bringen will. Die Fakten sind klar: In Europa sterben jährlich eine Viertelmillion Leute durch Feinstaub (und dadurch ausgelöste Erkrankungen). Ein Fünftel des Staubs kommt vom Verkehr, also rund 50.000. Deutschland stellt ein Fünftel der europäischen Bevölkerung. Also zusätzlich 10.000 Verkehrsfeinstaubtote jedes Jahr hierzulande. Das muss auch nicht sein. Was kann man tun? Weniger Autos in der Stadt, mehr öffentliche Verkehrsmittel und sichere Radwege, und vor allem: Geschwindigkeit senken. Innerorts 30 km/h statt 50, in Wohngebieten und um Kinderbetreuungsstätten verkehrsberuhigt Tempo 10. Das steht übrigens alles im Vision Zero Konzept, mit dem mehrere Länder die Zahl ihrer Verkehrstoten auf Null senken wollen. Strassen werden so umgebaut, dass es keine Unfälle mehr geben kann, Autos bekommen Fahrsicherheitssysteme. Und vor allem: Langsamer fahren. Und weniger. Warum fordert die FDP dann Parkplätze statt Fussgängerzonen? Weil die Ölmultis soviel Parteispendenvolumen haben? Wir müssen uns überlegen, was wir wollen: Lebendige, gesunde Kinder, oder überall schnell durchfahren. pic Roger Victorino cc0

Wie man mit Rechtspopulisten reden sollte

Angesprochen auf die künstliche Kontroverse um die Eröffnungsfeier der aktuellen Olympischen Spiele in Paris erklärte Anne Hidalgo, die Bürgermeisterin der Stadt wörtlich gegenüber der Presse (Le Monde): “Fuck the reactionaries, fuck this far right, fuck all of those who would like to lock us into a war of all against all”. Sie verwendete die Expletive in englischer Sprache. Übersetzt wäre das in etwa: „Scheiss auf die Reaktionäre, Scheiss auf die Rechtsextremen, Scheiss auf alle, die uns in einen Krieg jeder gegen jeden stürzen wollen“. Das ist es nämlich, was die Reaktionäre, Rechtsextremen und Rechtspopulisten wollen: Uns in einen niemals endenden Bürgerkrieg stossen. Und das ist es, was man zu diesen Menschenfeinden sagen sollte: „Scheiss auf euch“, bzw „Fuck you“. Danke an Frau Hidalgo für diese klaren Worte.