
Der israelische Journalist und Filmemacher Yuval Abraham (pic youtube) nahm auf der diesjährigen Berlinale zusammen mit seinem palästinensischen Kollegen Basel Adra den Preis für den besten Dokumentarfilm entgegen, No Other Land. Die Forderungen mehrerer Preisträger nach einer Waffenruhe in Gaza und einer Änderung der israelischen Politik gegenüber dem arabischen Bevölkerungsanteil wurden in deutschen Medien als „antisemitisch“ aufgenommen. Der in Jerusalem wohnende Abraham erklärte dazu gegenüber der Presse: „Auf deutschem Boden zu stehen, als direkter Nachfahre von Holocaustüberlebenden, und einen Waffenstillstand (in Gaza) zu fordern, und dann als antisemitisch bezeichnet zu werden, das ist nicht nur empörend, sondern bringt auch die Leben von Juden in Gefahr“. Und weiter sagte er: „Ich verstehe nicht, was Deutschland hier mit uns machen will. Wenn das Deutschlands Umgehensweise mit seiner Schuld am Holocaust sein soll, dann wird dessen Sinn völlig entleert. Man kann unsere Dankesrede (auf der Berlinale) kritisieren. Man kann sagen, dass wir die Gewalttaten des 7. Oktober (Überfall der Hamas auf Israel) hätten erwähnen müssen – das alles ist legitim. Aber Deutschland setzt hier einen Begriff als Waffe ein, der geschaffen wurde, um Juden zu beschützen, und der nun benutzt wird, um Palästinenser mundtot zu machen, ebenso wie Juden und Israeli, die der Besatzung (in Palästina) kritisch gegenüberstehen und dafür das Wort Apartheid benutzen. Das ist ausserdem gefährlich, weil es den Begriff des Antisemitismus entwertet“. Der aktuelle Gazakrieg hat bisher 1200 Israelis und 30.000 Palästinensern das Leben gekostet, ein Ende ist noch nicht abzusehen.







