Erdgas wird unwirtschaftlich

Erdgas macht in Deutschland derzeit etwa 10% der Stromerzeugung aus. Allerdings dürfte dieser Anteil in naher Zukunft drastisch kleiner werden. Nicht wegen irgendeiner halluzinierten „grünen Ideologie“ (*hust, *röchel), sondern weil Gas einfach zu teuer ist – gegenüber Strom aus Sonne und Wind. Wie Reuters aktuell berichtet, sind industrielle Batterie-Anlagen inzwischen so billig, dass ein Neubau von Erdgaskraftwerken einfach nicht mehr wirtschaftlich ist. Oh, regelt das etwa der Markt? Das winzige Problem hierbei ist, dass es unseren neoliberalen Entscheidungsträgern ja gar nicht um das freie Spiel der Kräfte geht, sondern um maximale Profite in befreundeten Industriesektoren (die mit den Aufsichtsratspöstchen). Wir werden also Subventionen für veraltete Technik verhindern müssen, bevor die weit wirtschaftlichere regenerative Energie sich durchsetzen kann. pic cc0 robert gramner

Record Profits!

Andrew Marlton, der seit 2007 die wundervollen First Dog On The Moon Comics zeichnet (inzwischen regelmässig für den Guardian, wo ich das Panel gefunden habe), sagt von sich selber: „Patriarchat und Kapitalismus müssen nach wie vor zerstört werden. Ich bin der Typ, der Cartoons über die Leute zeichnet, die sich darum kümmern.“ Go go go, first dog on the moon! (Das Pic zum vergrössern anklicken)

Musikindustrie: Immer weniger Gewinner

Oben eine Grafik des World Economic Forum vom letzten Jahr, die Entwicklung geht genau so weiter, im vergangenen Jahr wurde ein klein wenig mehrVinyl verkauft, und der Anteil der Umsätze mit Streaming stieg auf über zwei Drittel (67%). Von den Streamingangeboten (screenshot unten: Statista) hält Spotify 30,5 % oder 20% des globalen Umsatzes mit Musik. Apple, Amazon und Tencent (in China) haben jeweils knapp halb so viel wie Spotify. Vom gesamten Streaming Umsatz sind 2022 12,7 Milliarden USD Abos und 4,8 Mrd USD Werbung (Quelle: ifpi). Im Vergleich dazu spielen bezahlte Downloads (ca 1 MRD USD) und Rechteverwertung (Gema, Filme etc, ca 2,5 Mrd) kaum eine Rolle. Jetzt hat Spotify angekündigt, Musikstücke mit weniger als 1000 Streams überhaupt nicht mehr abzurechnen. Nur etwa ein Drittel aller auf Spotify geposteten Musikstücke werden mehr als 1000 mal abgerufen, also bekommen in Zukunft nur die meistgespielten Künstler:innen, ihre Rechteinhaber und die drei grossen Musikkonzerne den ganzen Umsatz von 17,5 Mrd USD. Ist das die Musikindustrie, die wir wollen?

Rock’n’Roll, wie er niemals war

MFC Chicken und The Rejetnicks in meiner lokalen Haifischbar. Plus 100 tanzende Locals, zu Klängen, die eine Ära romantisieren, wie sie niemals stattgefunden hat. Hand aufs Herz: Die rocknrollenden 50er und die 60er waren schreckliche Jahrzehnte, spiessig, spassbefreit, ein genaues Gegenteil der Freiheit, die wir heute erleben. Macht nichts, Kultur ist ja genau das: Vergangenes aufgreifen und verändern, bis es unsere eigene, heutige Situation ausdrückt. Unseren Wunsch nach einer einfacheren Welt, nach Gemeinschaft, nach Unbeschwertheit. Ein bischen Alkohol hilft da auch mit. One, Two, Three, and Go.

Oben MFC Chicken, unten Rejetnicks, pics von mir und cc by sa.

Ministry: Just Stop Oil

Die Industrial-Metal-Veteranen Ministry hätten eigentlich schon längst einen kulturellen Rentenanspruch erarbeitet, raffen sich aber noch einmal auf, um uns eine eigentlich längst bekannte Botschaft nochmal einzuhämmern: Just Stop Oil (Einschliesslich just stop Erdgas und Kohle). Wir sind, wie wir alle wissen, grade dabei, unseren Planeten abzukochen. Wir pumpen jährlich immer noch mehr Kohlendioxid (aus jeder Form von Verbrennung) und Methan (Erdgas und Fleischindustrie) in die Luft und erhitzen damit die Atmosphäre. Mit den bekannten Folgen: Dürre, Flutregen, Hurricans, Meeresspiegelanstieg. Nur: Wenn wir alle ein bischen CO2 einsparen, die Heizung weniger aufdrehen, nicht mehr so oft fliegen, weniger Autofahren… passiert auch fast gar nichts. Privatflugzeuge, Öltanker, Gasbohrfelder, Verbrennungskraftwerke, das macht einfach sehr viel mehr Dreck als wir normalen Leute zusammengerechnet. Das heisst: Man muss diese Dreckschleudern verbieten, oder eben wahnsinnig teuer machen. Das geht aber nur gegen den Widerstand der Leute, die mit genau diesen Dreckschleudern jeden Tag neue Geldspeicher vollmachen, gegen den Widerstand ihrer Presseorgane (Axel Springer und andere), gegen den Widerstand ihrer gekauften Politiker (Fdp, Cducsu, Afd), gegen den Widerstand der Wähler:innen, die sich nicht gegen die Propaganda der Krisenprofiteure wehren. Das müssen wir machen. Sonst wird alles noch schlimmer. Und teurer, by the way, für alle, ausser denen, die an der Klimakrise profitieren.