Erfolgs-Autor lehnt Verlagsvertrag ab, publiziert lieber selbst

Ein Bekannter von Joseph Andrew Konrath (den hatten wir hier schon mal), der US-Autor Barry Eisler hat für sein neues Buch (Er schrieb die erfolgreiche Thriller-Reihe Tokio Killer) einen Vertrag mit einem Vorschuss von 500.000 US-Dollar angeboten bekommen. Die beiden haben das ausführlich via Google Docs diskutiert und sind zum Schluss gekommen, dass sich das für Barry nicht rechnet. Er wird sein nächstes Buch selbst vermarkten, via eBooks auf seiner Website, und auf Amazon, oder als Print-On-Demand. Einfach weil man damit als Kreativer mehr verdient, und keinerlei Rechte abgibt. Ok, dann sind also sowohl Anfänger wie Amanda Hocking als auch Profis besser dran mit Self-Publishing. Via techdirt

Wikipedia und die Wissenschaft

Der weltgrössten und -wichtigsten Enzyklopädie haftet trotz ihrer Beliebtheit und des anhaltenden Peer-Reviews ein Ruf von Unzuverlässigkeit an, weswegen schon das Wort Wikipedia in wissenschaftlichen Kreisen verpönt ist. Jetzt hat sich an der altehrwürdigen Universität von London eine Gruppe namens Wikipedianer gebildet, die für die Anerkennung des weltumspannenden Online-Nachschlagewerks mit monatlichen 365 Millionen Besuchern kämpft; als das, was sie eben ist. Ein populärwissenschaftliches Gesamtlexikon mit überraschend wenig Fehlern. Via bbc

Baden-Württemberg: Grüne wollen notfalls auch mit Mappus zusammen regieren

Ich finde nicht, dass das eine gute Idee ist. Der Spitzenkandidat der Grünen in Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, erklärte in einem Interview mit der taz, dass er notfalls auch mit der CDU und Mappus als wieder installiertem Ministerpräsidenten regieren wolle. „Baden-Württemberg: Grüne wollen notfalls auch mit Mappus zusammen regieren“ weiterlesen

Hacker lehnt Sony-Jobinterview ab: Berufsethos

Koushik Dutta hat eine Reihe flotter Apps wie ROM Manager oder Clockwork Recovery Image geschrieben und sich damit einen Namen als Hacker gemacht, also bekam er direkt von Sony Personalmitarbeiterin Sarah McRae eine Emaileinladung zu einem Vorstellungsgespräch. Der Traum eines Programmierers? Nicht für Koushik. Er antwortete höflich, dass er zu keinem solchen Gespräch bereit sei, weil Sony seinen Berufskollegen George „Geohot“ Hotz so mies behandelt hätte. High Five, Koushik! Via geek

Iran entwickelt fliegende Untertasse

Die iranische Fars Nachrichtenagentur meldet die Fertigstellung der „Zohal“, einer automatischen, also selbstgesteuerten Kameradrohne, Bilder mit der integrierten 10-Megapixel HD-Kamera aufnehmen und drahtlos versenden kann. Mehr als dieses eine verschwommene Bild haben wir allerdings nicht, und aus der Vergangenheit weiss man, dass iranische Photoshopspezialisten nicht ganz Weltniveau erreichen. via dvice

Die Feuerwehr von Fukushima

Reaktorkühlung von aussen, mit Feuerwehrspritzen. Der Betreiber des schmelzfreudigen Reaktor-Sextetts, die japanische Energiefirma Tepco, wehrte sich übrigens tagelang gegen den Einsatz von Seewasser zur Kühlung, weil durch das Salz wertvolle Technik im Kraftwerksbereich zerstört würde. Und machte dadurch nur noch alles schlimmer. pic (click/big) Japan Self Defense Force, via boingboing

Das Internet, Mythos und Wahrheit

Politjournalist Evgeny Morozov erklärt sehr präzise, was es mit dem Internet und der Demokratie auf sich hat, wozu freie Presse und Blogger da sind, warum das Cyberutopia noch nicht verwirklicht ist und warum wir unsere Hoffnung nicht auf die Digital Natives setzen dürfen. Und ein RSA-Zeichern kritzelt nette Mäuse dazu, die das alles noch viel anschaulicher machen. via laughingsquid

Theodor Reppe (Tor/Wikileaks) freigesprochen

Weil er einen Tor-Anonymisierungs-Server und die Domain Wikileaks.de betreibt, geriet Theodor Reppe unter Anklage auf Verbreitung von Kinderpornografie. Indiz war für die Staatsanwaltschaft eine australische Wikileaks-Veröffentlichung, die gesperrte und mutmasslich kinderpornografische Webseiten listete.

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Der grosse E-10-Schwindel von 2011

Weil die EU den Schadstoffausstoss der Kraftfahrzeuge senken will, haben sich die Lobbyvertreter der Automobilhersteller einen Trick einfallen lassen: Die deutschen Konzerne bauen weiter schwere, schadstofffreudige Autos.

Und bekommen diese über Dienstwagen-Steuerabschreibungen querfinanziert. Und senken den deutschen Gesamtauspuffausstoss dann nur rechnerisch durch eine (nicht von der EU angeregte) Erhöhung des Alkoholanteils im Sprit von bisher 5 auf jetzt 10 Prozent. Das genügt, um die EU-Vorgaben zu erfüllen, ohne dass sparsamere Autos nötig sind. Der Aufschrei in der Bevölkerung wegen teurem, und womöglich motorschädlichem Benzin wurde von der Lobbyregierung tatsächlich so nicht erwartet. Man hat da andere Sorgen. Quartalsbilanzen und so. Eben wirklich Probleme. Via telepolis

Ach, und das Bild? Ich hatte auch mal so nen Toyota Corolla, Modellnummer E10. Und das hat auch nichts mit dem Thema Umwelt zu tun.

Copyright bedroht uns alle

Ich habe es schon an anderer Stelle gesagt: Die eigentliche Gefahr für unsere Gesellschaft im Angesicht der Informationsrevolution ist nicht die stark gewachsene Werkzeugkiste staatlicher und kommerzieller Überwacher, sondern die galoppierende Neudefinition von geistigen Eigentumsrechten. „Copyright bedroht uns alle“ weiterlesen

Tarn-Make-Up gegen Gesichtserkennung

Adam Harvey studiert Telekommunikation an der Uni New York. Und entwickelte CV Dazzle, eine Tarn-Gesichtsbemalung, die nach den Schiffs-Tarnanstrichen des zweiten Weltkriegs (siehe 11k2) benannt ist (und sicher auch davon inspiriert) und zuverlässig Gesichtserkennungs-Software aus dem Tritt bringt. Keine Person gefunden. Jetzt frage ich mich natürlich, ob die Avantgardemode das Thema aufgreift und die damit den Überwachungsstaat in die Verzweiflung treibt. Wär mal was anderes. Via engadget